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• !• • •
I5505T
Die
Exegetischen Schollen der Ilias
im
Codex Venetus B.
Eine philologisch-kritische Untersuchung
von
Adolph Boemer,
k. Studienlehrer am Lndwigsgymnasium in München.
^Nv'
V!p,nx
München, 1879.
Verlag der J. Lindaaer'schen Buchhandlung.
(Schöpping.)
^^3
f
/. ^z.
Meinem Freunde
WILHELM MEYER
aus Speyer.
«Ount res quaedam huinanae, quibus yel cansilio ad-
motus yel ut ego nunc fato adscitus nisi jocum adhibeas,
non effugias mortem ut Consilium Pedantum, Stultorum In-
stitutio, Grammaticorum correctio.* Hätte der unvergessliche
L e h r s den Librarius der Schollen des Codex Venetus B,
von dem unsere Untersuchung ein möglichst getreues Bild
sine ira et studio zu entwerfen versucht hat, in seiner ganzen
Nichtigkeit erkannt, er hätte gewiss einer eingehenden, mit
so vielen Schwierigkeiten verbundenen Beschäftigung mit
diesem dunklen Schreiber auch einen bescheidenen Platz ge-
gönnt in jenem Kranze goldener und ewiger Wahrheiten ;
denn die Durchforschung und Durcharbeitung dieser kaum
zulässigen und noch dazu verschlechterten Scholiastenweisheit
dürfte wohl gegründeten Anspruch wenigstens darauf erheben,
unter jene menschlichen Dinge gezählt zu werden.
Sieht man nämlich auch gänzUch ab von dem unge-
heuren Abstand, der diese exegetischen Scholien
der Ilias trennt von den sichern, auf dem methodischen
Wege strenger Beobachtung, Forschung und Kritik ge-
wonnenen Resultate eines Aristarch, ja verzichtet man
auch einmal gern und willig auf die siJngen Forderungen
der Wissenschaft, wie sie jener grosse Alexandriner erkannt,
vertreten und hochgehalten, um an der Hand anderer Führer
die herrlichen homerischen Gesänge mehr stimmungsvoll zu
- VI -
erfassen und zu gemessen, als wissenschaftlicli zu durch-
forschen und zu begreifen : der in dieser Beziehung von den
exegetischen Scholien gemachte Versuch, so achtenswert auch
seine Tendenz und so glücklich auch manchmal die genom-
menen Anläufe sind, muss im Grossen und Ganzen als un-
glücklich und verfehlt betrachtet werden.
Wir stehen gewiss nicht unter dem Banne modemer
ästhetischer Phrasen, wenn wir für die unvergängHchen
Werke der griechischen Poesie das ästhetische Verständ-
niss, die ästhetische Würdigung derselben als erste und
letzte Forderung festhalten : natürlich jenes ästhetische Ver-
ständniss, das sich aufbaut auf treuer, hingebender Arbeit,
das unter der verwirrenden Menge von Einzelnheiten das
grosse Ganze fest und sicher im Auge behalt und das weit
entfernt ist von jenem wohlfeilen' ästhetisirenden Dilettantis-
mus, der bei seinen Entscheidungen durch Worte und deren
Bedeutung sich nicht im Mindesten beengt fühlt, ja der viel-
fach nicht einmal über die Bedingimgen und Voraussetzungen
sich klar ist, unter denen dieses oder jenes Kunstwerk beur-
teilt werden muss.
»»
Auf das ästhetische Verständniss der homerischen Poesie
arbeiten nun die exegetischen Scholien vielfach, wenn auch
nicht ausschliesslich hin ; aber sie sind doch nicht die rich-
tigen Führer in diesem herrlichen Garten; denn die aller-
wichtigste Frage, von deren Beantwortung das Stichwort
ausgeht flir die allein richtige Interpretation des einfachsten
aller Dichter, die sich also Jeder nach der eindruckvoUen
Leetüre dieser Gesänge vorlegt und vorlegen muss, diese aller-
wichtigste Frage nach dem bewussten oder naiven Kimst-
schaffen des Dichters haben sie nur zu einseitig im ersteren
Sinne beantwortet. Wir können ihnen hier nur eine Strecke
und nur mit Vorsicht folgen. Gern überlassen wir uns ihrer
Führimg da, wo sie im Entwurf und in der Gestaltimg
ganzer Scenen auf die sicher zeichnende und künstlerisch
— vn —
gestaltende Hand des Dichters hinweisen. Denn in den ein-
zehien Scenen der homerischen Gredichte hört man, ich möchte
sagen, den Pulsschlag eines mit künstlerischem Bewnsstsein
arbeitenden Dichters zu mächtig und überlaut, als dass man
das mit den schemenhaften Vorstellungen von einer naiv
schaffenden Yolkspoesie vereinigen könnte. Ich möchte hier
einmal auf die Teichoscopie hinweisen, nicht auf die einzelnen
und besonders ^charakteristischen Momente derselben, sondern
auf die Führung und Gestaltung der ganzen herrlichen Scene,
um mir die Frage nach einem künstlerisch oder naiv schaffen-
den Dichter zu beantworten. Da sind es nun folgende Punkte,
die uns zur unzweifelhaft richtigen Beantwortung dieser Frage
führen können :
1) Es folgen da nicht die Fragen des Priamus und die
Antworten der Helena Schlag auf Schlag in trockener
Weise aufeinander : sondern es ist ganz anders : sie
sind in der glückhchsten Weise unterbrochen durch
die Reden des Priamus und Antenor.
2) Wie weit dehnt der Dichter diese Fragen und Ant-
worten aus? Keine Spur von einer langen, durch
Gleichförmigkeit ermüdenden und leicht ans Trockene
streifenden Aufzählung !
3) Wie kommt nun da der Dichter zu Ende, wie ge-
staltet er sich den Schluss ? Das denke ich mir in
diesem Frage- und Antwortspiel ganz besonders
schwierig ! Man lese es bei ihm selbst : der Reihe
der geschilderten Helden fügt Helena von sich aus
noch den Idomeneus bei und der Dichter steuert
dem Schluss der Scene zu : man sieht es deutlich
aus V 234. 235 und da hat er sich denn noch einen
Gedanken (236 ff.) erfanden, der so einzig und
wunderbar in die ganze Seelenstimmung der Helena,
die wir hier kennen lernen, hineinpasst, dass ich
— vm —
kaum etwas ähnHch Scjiönes und Ergreifendes in
der ganzen üias aufweisen könnte. Und wie er nun
selbst wieder das Wort ergreift in jenen ernsten
und ruhigen Versen 243. 244 — das ist ebenfalls
ganz einzig !
Was ist das ? fragen wir. Das letztere ist wenigstens
nach Lachmann Betrachtungen p. 15 eine Ungeschicklich-
keit, eine Kinderei! ^Aber den ungeschickten Uebergang
von Ajas auf Idomeneus, nach dem gar nicht gefragt war,
möchte ich ihm doch nicht zutrauen* (nämlich nicht dem
Dichter, sondern dem Interpolator).
Haben wir hier — so fragen wir also wieder — einen
mit künstlerischem Bewusstsein oder naiv schaffenden Dichter
vor uns ? Für diejenigen nun , die sich so vieler vollendet
schöner Einzelscenen in den beiden Epen erinnern, ist die
Beantwortung dieser Frage gewiss entschieden und man wird
also auch da, wo unsere Scholiasten auf Solches und Aehn-
liches hinweisen, ihnen getrost folgen dürfen. Nicht so,
wenn sie sich auf die Erklärung und künstlerisch-ästhetische
Würdigung des einzelnen Ausdruckes, der einzelnen Worte
und Verse einlassen. Hier hat sie die einseitige Vorstellung
von einem auch in den unbedeutendsten Nüancirungen des
Ausdruckes noch mit bewusster Absichtlichkeit schaffenden
Dichter ganz entschieden auf Abwege geführt. Denn es
sind und bleiben Abwege, wenn sie auch in neuerer Zeit
Dr. Albert Bischoff, übrigens von den besten Inten-
tionen beseelt, in seinem Buche »Ueber homerische Poesie*
wieder gewandelt ist.
Die homerische Poesie ist doch im Einzelnen einfach,
gibt sich einfach und will auch in der einfachsten Weise
gefasst und genossen sein. Nur in dem lebendigen Nach-
fühlen, in dem lebendigen Ergreifen dieser Einfachheit im
Einzelnen Uegb das All des Genusses und Verständnisses :
— IX —
eine solche Poesie verträgt am allerwenigsten das un-
natürliche Pressen des einzelnen Wortes und Ausdruckes,
um die bewusste Absichtlichkeit des Dichters, sein vollendetes
Kunstvermögen hierin aufzuzeigen.
So schön und geistreich auch manchmal die Einfälle
in dieser Richtung sein mögea, sie können nicht bestehen,
wenn man als letzte Instanz den ganzen Charakter dieser
Gedichte über die Zulässigkeit einer solchen Erklärungs-
weise befragt. Da sprudelt ein frischer, lebendiger natür-
licher Quell — ruhig und klar fliesst er dahin und wie man
nicht weiss, „von wannen er kommt und braust", so ver-
trägt er auch nicht durchgängig die Analysirung des ein-
zelnen Tropfens zur Prüftmg echt - poetisch - homerischen
Stempels. Und wenn man auch himdertmal von diesem
oder jenem Worte, von dieser oder jener Nuancirung des
Ausdrucks gepackt wird und dann den gewonnenen Eindruck
mühsam in Worte kleidet, man wird sich doch da immer
fragen müssen und ehrlich fragen müssen : hat der einfachste
aller Dichter — der bonus Homerus — mit bewusster Ab-
sicht auf die Hervorbringimg eines solchen Eindruckes hin-
gearbeitet ? In den meisten Fällen wird man sich diese
Frage sowohl den Versuchen dieser Scholiasten wie denen
der Neueren gegenüber mit „Nein* beantworten müssen. In
diesem Kreise bewegt sich ein grosser, wenn nicht der grösste
Teil dieser Scholien.
Eine ganze Reihe anderer Scholien beschäftigt sich
wieder mit Ttqoßhfiiiaxa und Xvaeig von Aristoteles und
Porphyrius, wie wir dieselben schon in der Poetik des
grossen Philosophen angeregt und behandelt finden c. 25 ff.
Gerade an ihnen kann man am deutlichsten erkennen, was
Aristarch und seine Schule unserer Wissenschaft ge-
leistet haben.
Von allen Scholien aber verdienen wohl unstreitig
diejenigen am meisten Beachtung, welche sich über den
— X —
Charakter der homerischen Poesie, über Darstellung, Cha-
rakteristik und Aehnliches verbreiten, und feie verdienen dies
um so mehr, als sie sich in einigen, wenn auch wenigen
Punkten berühren mit Lehren, welche uns Aristoteles in
seiner Poetik über das Epos hinterlassen hat. Es dürfte
daher an diesem Orte ein kurzer Hinweis und eine kurze
Skizzirung derselben, die von Vollständigkeit selbstversland-
Kch absieht, nicht unwillkommen sein.
Beginnen wit zunächst mit der
Auffassung der Homerischen Poesie überhaupt.
Da begegnen uns ganz überraschende Sätze:
1) Sie verteidigen den Dichter gegen Plato und andere
Phüosophen und suchen ihnen gegenüber einer richtigen
Auffassung der homerischen Poesie Bahn zu brechen. So
lesen wir unter Anderm S 344 : rgeig de elai rqoTtoiy xa^'
ovg näoa Ttoirjaig d^ewqBiTaiy 6 fÄifirjrmdg rov alrjd-ovgy
g)iXon:d'Vü)Q f fÄiaoyvvrjg, aTtiotog^ naQQrjaiaarrig y ö '^axä
g)avraaiav Tifg aXrjd-eiag, ov öei f^rj xard f^CQog i^erd-
Z^LVf OLOv ovx OTL rpvxcit yevovraL xal Xakovat, ndvriog igei
rig %al yXäaaav exovai nat ßqoyxov, TQiTog öi 6 xa^'
VTtiQd-BOiv T^g dlrjd'eiag y,at (pavTaaiag KvxXcoTteg,
^acavQvyoveg xal xavxa rd Ttegt &ewv : — S 176: fÄ€fÄq)e''
rav öi nXdxtav tov xoof^ov, dyvowv log dvx^^TtOTcad^elg
Toüg d-eovg 6 noirjTtjg elgdyei : — ^ 521 : dvd-QiOTtona^elg
de Ol ^OfirjQixol d'Boi : — Sie haben sogar eine ganz richtige
Vorstellung von dem poetischen Wert der homerischen Götter-
maschinerie : da lesen wir zu 428 : otwf eig rrpf d^iav
drevlarj (zd) rüv d-ecSvy roxa q)r]atv avrovg fxij Tciveiad-ac
Tceql xh^rjTwVf (og ovöe av i^f^eig Ttegl fiVQfzrpiwv. orav d^
eTtiXoyiatjvaL tiJv Ttoirjrmi^Vy ^nsxai To7g fiid-oig xal
Trjv V7c6x^eaiv lycrqayiifdEi avf^fiaxiag xal d-eofiaxiag Tcaqd--
ytav : —
— XI —
2) Die Keime zu allen späteren Sidlgattungen, poetischen
wie prosaischen, hegen schon im Homer. Dieser Satz be*
g^net öfters unter anderm B 478 avyyQaq>€is fisv to dhj'
S^ig fiezadicixovaij TQayixol di to aefivoTCQOVf x(Ofiixot de t6
ei/xoöovj üLTCBQ OTtavta rtaqa t^ Ttoitjt^ eariv . . : —
8) üebereinstinunen sie dagegen wieder mit Plato und
Aristoteles '^) in der Auffa£eung der beiden homerischen Epen
als grosser Tragödien.
FreiHch wird auch auf den Unterschied und die ver-
schiedenen Bedingungen beider Dichtungsarten hingewiesen
in dem interessanten SchoUon zu 6 69 : Taika fiiv ovv Xe-
yofieva ex^i q>avxaöiavj dQiofieva de oidiv ioTv dia ro
avvfj&eg : —
Beachtenswert sind folgende Sätze :
a) Homer verfährt dramatisch. -^ 16 : a/ro tov dirj^
YrjfÄarniov im ro fÄifÄrjTmov fÄsreioi log ro jjiTrnevai
fiiv TiQiOToig €7teT€ileT0^* (J 301) Z 46. (Arist.
Poet. 1460 a 5—10).
b) Homer hat zuerst stumme Personen und Kinder in
die Tragödie eingeführt, ui 332 nqcjtog ^'OfitjQog
TtQogwTta 'Kwq>ä elg rrjv TQaywöiav naQi^yaye : —
Z 468 : fCQ&vog naiäag iv TQay(fiöi(f elgdyei : —
c) üeber die Unterschiede beider Dichtungsarten ver-
breiten sich ganz gut die SchoHen zu Z 58 ....
6 3e dxQoarrig av&Qionog wv fiiaei to ayav nvKqdv
aal OTtavd-qtonov. o&ev xdv Talg T^ayqtöiacg xqv"
TiTOvai Tovg ÖQwvrag rd roiavTa ir raig oxr^valg,
xal 7] qxavaig naiv e^anovofiavaig f} 5*' dyyiXiov
*) Plato Rep. X. p. 607 a: "OfÄtjQOP TtotfjztxwTaToy elyai xai
TtQiatov rwy TQay(p6o7toid)y ; ib. 595 c sotxe fjtkv ydg taiy xaXojy dnay-
ttov Tovtuiy r^y rgayixaiy ngutos 6i6äaxak6g xe xal fjysfdtoy yeyia^au
ib. 598 d Theaetet. p. 152 e. Arist. Poet. 1448 b 34.
— XU —
VGTSQOv arjjuaivovai zd Ttgaxd-ivTaj ovdiv oXlo ij
q)oßov(ievoL firj avxol av/dfiiarj^wai roig dQWfiivoig.
2 20. 21 wird der Tod des Patroclus dem Achilleus
gemeldet ; da lesen wir in den Scholien : omc «^ij-
hoaav tovto ol TgayiTcot, dXka volg XvTtovf^ivoig
fiaxQag CTcayovai rag dirjyqaeig %wv avfxq>0Qwv : —
4) Mit dieser Vorstellmig des Epos als einer grossen
Tragödie hängt wohl die weitere zusammen, dass im Epos
wie in der Tragödie der Charakter des Erhabenen, das ac^-
vovj gewahrt werden muss. Wie oft musste aber der Dichter
dagegen yerstossen ! Sie merken es an und wissen es auch
zu entschuldigen. £408 nanTta^ova tv : hivd-dvei ro
xajtBLvov xrjg Is^siog nagevred-ev xaJ äid to Xeyov aal
did To dxovov TtQogiüTrov : — / 206 : elg TaTteivrjv rd^iv
fiayeiQixrjv xareQxofievog ovdiv rjftxov rijV '^Qouxrjv qwXdTrei
aef^voTrjTa. Steigt nun der Dichter zu Beschreibungen und
Bildern herab, die weit von dem BegriflFe des aepLvov ent-
fernt sind, da heben sie die schöne Sprache, die auch dem
Niedrigen Reiz verleiht, in hohen Ausdrücken hervor: F 570 :
ETii xd sXdxiOTa naTdyevai ro dqiiodiov x<^ nqdyiiaxL ^rjTcov,
ai de ztoirjrixat Xe^eig emxalvTCTOvai to xaTteivov : — IT 7 :
Xaßwv evTsXig Ttqayfjia pLByaXoTtqBitwg xat jucr' evaqyeiag in-
q)€Qei : — ^ 346 : elg xaTtBivwv TtqayiidTwv dnayyBkiav tf^-
Tteotiv ixdlvtpev avrd Tg avv&eaei tcjv inid-iriov. t6 de rd
/LiiycQd xal ccdo^a iieyakonqenwg i^eveynelv xat aefivwg
aTtayyelXai d'OviiaaLag xal fieyiorrig iaxi ävvdfiecjg : —
P 389 : eari i^ evreXovg piev rj elytciv, irg de evaqyeiq xeKoa-
firjrai : —
Die homerische Darstellung und Erzählung.
1) Homer ist ^i^rir^g r^g dhj^eiag: daher begleiten
sie die Treue und Naturwahrheit seiner Darstellung mit den
höchsten Ausdrücken Z 468: laßwv rotro ix, tov ßiov 6
noirfcr^g ixKqtag TteQieyevevo rrjg fiifii^aecog : — ib 479. M 110
— xm —
fiif^ovfievog de 6 noujrtjg rrjv dXrjd'eiav ^va yovv xov anEt-
d'ovvra elgdyei ib 343 eazi rjd-ixä tdvxa xat iyytjg äXri&eiagy
aTteq axQwg ano^ipLeitaL 6 Ttoirjrrjg : — So begegnet hier
sehr häufig der Ausdruck ßiarcixd.
2) Die homerische Erzählung. Auf einige Eigentümlich-
keiten hat schon Aristarch aufinerksam gemacht, andere
werden von diesen Scholiasten hervorgehoben. Ich möchte
nur auf folgende Sätze hinweisen:
a) Der Dichter schickt das Endresultat voraus und holt
dann die Schilderung der einzelnen Momente nach.
JT 116 bemerkt Aristonicus: 6 fiiv ovv Idqiaxaqxog
t6 aviiTciqaOfJia Xiyei nqouqrjod'ai^ elra '/.ata f^äQog
i/tr^xQißaiad'ac ... : — Eine ähnliche Beobacht-
ung berühren imsere Scholien ^ 8: TOiovTog iaxi
iieq)aXauüdeig Tivdg sxdidovg ntQLOxdg xat i^ dva-
OTQoq)^g xard f^iqog diriyovfievog : — -^ 93 : iv
xeq)aXaioig euiwv wg dvi^qrjvtai t6 Ttwg endyei
Y.axd fiigog : — JT 180: nqoBinwv t6 iieq>dXaioy
ndXiv 87tt fiiqovg i^fiyeiTai : — ib 335 t6 dir^yri^a
nard dvaOTQoqn^v : —
b) Die Erzählungsmanier des Dichters macht sich auch
da geltend, wo man es nicht erwartet z. B in Reden.
Diese ganz feine Beobachtung geht von Aristarch
aus. Aristonicus bemerkt zu -// 747 : ozl ixTveTt-
Tijycov elg Ttoirjtixfjv xataayievrjv to Ttagrjyfiivov
fiqwiTLOv nqogcjTvov xoira tijv noirjaiv. Man ver-
gleiche die Scholien zu Z 377 : tov TtoiTjzov to
enid^Bfcovj oi xov Ttqogwuov : — V zu il 7 : xavta
ex TOV Tvoitjtixov TtqogwTCOv elaiv. TcoXXaxov ydq^
evdverai rd i^qwixd Tvqogwna : —
c) Die Anschaulichkeit, die Plastik feiern sie in den
höchsten Ausdrücken des Lobes. Sie ermüden nie,
immer wieder imd wieder darauf hinzuweisen. Manch-
— XIV —
mal in ganz eigener Weise wie z/ 154: aipele rov
atlxov xat Trjy aaqrr^veiav fdiv ov ßl(>ipeig, arco-
Xiaeig di xi]v ivagyeiav . . . : — Gewohnlicli
geschieht es in den Ausdrücken yQaq>ixüiQ — r evctQ-
yäg, die unzahligemal in den Scholien begegnen.
Das schönste, was ich in dieser Beziehung fand,
sind die Worte Z 468 : ovtcjg df iauv ivagysiag
^eatd rä ercrj^ ort ov piovov dxoverai ra nQdygxavaj
olkd xal oQarai. Man yergl. B 307 fiovov ovxl xai
XqdfiaOLv r^puv rdv Xoyov (an ro/rov?) eai^/iave : —
iC 461 nartaxod'ev inivrjae trjv evaqyeiav. M 465
wCTteQ int yQaqfijg deiTcwaiv : —
d) Von der Lebendigkeit — der iveQyeux der Darstell-
ung handebi ebenfalls viele Scholien. K 369 eveg-
yeiag fieatog iatcv 6 iTtixqadaivtov ro dogv. M461
Ttavtaxo&ev sxivrjae xrp^ eviqyBiav , . ; — 313
Ttavraxod'Bv rrjv ivegyeiav t/v^rjaev . . : — Nicht
selten weisen sie auch auf das Unerreichte und ün-
nachahmliche der homerischen Darstellung hin :
n 104 äfiifjirfua rovra xat yQaq>evaL xat TtXc-
azaig : — O 325 lart änaqapiilXrjfca ravra rov
^OfJiYiQov . . : —
e) Die Mannigfaltigkeit, die Abwechselung in der Dar-
stellung wird ebenfalls oft und fast immer in den
gleichen Ausdrücken hervorgehoben: £ 143 oqa rtjv
noixiXiav T^g eQf^rp^eiag : — H 339 Ttoiallkei avvri^tog
rag TtXrjyag. ib 593 TtoixUug xQfj''^cti TJf ra^ei . . : —
ib 321 vTteQqwiig ij novKiXla . . : — -/f 104 7t oi-
nlXXei to v/ronei^evov . . : — E 167 ixxXivei ro
cfioeidig . . : — H 11 xat diavaTtavei. /ro Ofio-
eidig . . : — / 125 dianoTtvsi ro xov xaxaXoyov
df^oaxrjfiov tcSv äciftov to OfxoBideg inxXivcüv : —
Z 37 naXov enBLOodtov nqog i^aXhxyriv xavTOtTf-
rog : — H 153 T^ärj nqogdoxov^hov xov Tcivdvvov
— XV —
rdiv vetüv dwTteQd-ercag eriQip eTceiaodup i%aivo-
ftoirjac rr)y inod-eaiv. Daher heben sde das Neue
in der Darstellung oft hervor: ui 130 Tiaivov ro
T^g VTto&iaetog : — P 290 ivaQyrig xai xaivOTtQe"
^Tfjg rj dia&BOig : — Dadurch wirkt die homerische
Darstellung nie ermüdend : Tl 394 d^avi^daeiev äv
rig n]v ^OfitjQOv gwaiv Tiotä TtolXoL (xat) ort hxv-
d-avei ro Ofioia Xiytovy äare doxeiv aila aal aiXa
liyeiv : — !P 689 TvaQozi^Qei noacmig elTviüv TveQc
rrjg dvaiQeaecjg Hot^klKov ovöofiov TCQogxogrjg
f) Die unübertroffenen homerischen Gleichnisse beglei-
ten sie mit überschwänglichen Ausdrücken des Lobes.
Auch finden sich andere ganz gute Winke bei ihnen.
Dahin gehören
1) Anwendimg der Oleichnisse in vorbereitenden Momenten:
r 2 t6 iiivtOL diOTievov rrjg noQslag avaTtXr^qovaiv ai
TtaQaßoXai : —
2) Sie beziehen sich immer nur auf einen Punkt :
P 666 ftgog tovto fxovov ij Ttaqaßohq , ta de ev ^iatfi
^Qog ovdev s^eiqyaOTai : — z/ 483 fjiixQ'' rovTov ra rrjg
oiLioiciaecog, ta öe Xoirtä ivaßqvvofievog q)r]ai xat dicinwv
rrjv 'qdov'qv : — JI 391.
3) Die Unübertrefflichkeit derselben :
Wo mehrere Gleichnisse neben einander stehen B 455,
bemerken sie: vvv fidXiata ij dvvafdig rov 7toir]tov, oti
Y,ay htaarov TCQayfia diaq)6Q(ov elxovcjv evnoQel : —
381 dsl kavTOv naQsvdoxif^el 6 ftoitjTi^g ralg öfioiw-
aeaiv . . : — P 263 avTr] ij eluwv nkdrwvog exavae
rd Tpoii^fxaza, ovrcog sveQyeareQov tov OQCJfiivov tc
düovofievov TtaQiattjaiv : —
1
— XVI —
g) Auf das Dichtergemtit des Homer weisen sie in ver-
schiedenen Wendungen hin. Gemütsvolle Teilnahme
des Dichters erkennen sie vor allem in der (xtvo-
aTQoq)rj, JT787 ij dTvoatQOcprj ar^fiaivst tov aw-
ax-ä-Of^evov . . . : — z/ 127 itQognijtov^e Meve-
Xd(p 6 TtoirjrrJQy dio avvexioTBQov avxi^ diaXiye-
rat : — Auch iV 180 eome 6 noirp^i^g irp ixeUtf
avvdx^ead'ai : —
h) Auf die von dem Dichter mit so einfachen und
leichten Mitteln erzielte Spannung weisen sie öfters
hin. In der Figur der dvaqxavrjOig 11 46 :. a« dva-
qxjjvrjaeiq avxai rov dnQoazi^v STtaiQouaiv i^dr] Ttgog-
öoTcaJvra to deivov : — und öfters. M 113 arnicof"
tix(^ ovofxaTi TLbxqrjftaL ti^ vtjniog ev ralg dva-
gxovriaeoi nai Tcdvv dq/iodii^ : — Dahin gehört
wohl auch die Figur der nQoavaq)iüvr]aig. jB 39 ij
TtQoavaqxivTjGig «yfi^txij : — E 662 TtQoavaqxoveiTat
fiiv did TOV €Ti TOV tov 2aQ7tr]d6vog d'dvaxov : —
Aber auch öfters erkennen sie in andern Wend-
ungen diese bawusste Absicht des Dichters: Z 392
Tovxo de g)i]aiVf %va 6 dxgoctri^g dycoviciregog yevij-
Tai, : — J^ 151 Tolg (lev dxqoaTaig skTvlg '^v i^eiX-
xtad'ai JldzQOnXoVf 6 di ndXiv iTCLTagavTet ttjv did-
voiav : — iV 219 de 7toir]Trjg q)iXo7toixilog Siv
dXXa insiadyei . . : — und öfters.
i) Die rjd'OTtoita des Dichters heben sie ebenfalls oft
rühmend hervor. Sie suchen freilich darin auch mehr
didactische Tendenzen, als uns lieb ist. Was die vita
des Sophocles so schlagend wahr von dem g)d6f4r]Qog
2oq)oyd7Jg rühmt: ix fiixgov ruiLOTixiov ij li^ecog
fiiag oXov i^d^OTtoielv nqoguiTtov^ das merkten unsere
Scholiasten auch von Homer an: ^ 348 öid fiiäg
Xd^ewg oloytlriQOv fiiuv xov TtgogwTvov ro tjd^og voeiv
TLaxaliXotTtsv : — Z 62. 360 und öfters. Z 390
*xvn —
Hat i'aviv Idelv avTixelfieva xa ^rgogio/ta ^'Earogog
— l^Xe^dvdgov : — ib 492 Sati de ijd'i] OKOTceiv
iioL(poqa ^le^dviqov xal '^'Ektoqoq . . : —
Ich könnte noch eine Menge von Beispielen anführen,
woraus hervorgeht, dass diese Erklärer denn doch nicht
bloss mit den Augen abgestumpfter Granmiatiker in den
Homer hineingeschaut haben. Manche der hier mitgeteilten
Bemerkungen verraten doch ein anerkennungswertes Ver-
ständniss für Poesie, und wenn wir ihnen auch nicht folgen
können. und wollen, wo sie den freien Fluss der süssen ho-
merischen Rede durch ihre von der Rhetorik der späteren
Zeit getrübte BriUe anschauen und beurteilen, so freut man
sich doch einmal wenigstens einer Aesthetik begegnet zu
sein , die für das , was sie sagen will , einen scharfen und
klaren technischen Ausdruck hat, unter dem man sich etwas
denken kann. Eine ganze Reihe der hier mitgeteilten Sätze
treffen femer auch zusammen mit den schönen Ausführungen,
wie sie uns Bergk in seiner Literaturgeschichte p 781 ff.
gegeben hat.
Es wäre gewiss eine dankenswerte Arbeit, wenn Jemand
den Versuch machen würde, das hier zerstreute Material zu
sammeln und zu ordnen, damit wir ein anschauliches Bild
bekämen von der ästhetischen Kritik der Alten, wie wir sie
in diesen Scholien und anderwärts ausgeübt finden. Aus
leicht begreiflichen Gründen sind diejenigen Scholien in erster
Reihe zu behandeln, die den Versuch machen, den Manieren
des epischen Gesanges, der eigenen Verfahrungsweise des
Dichters nachzuspüren. Es sind freilich nur Versuche und
sie können natürlich nicht mit dem Gewichte allgemein an-
erkannter Grundsätze auftreten und wirken. Dahin gehören
unter andern die Schollen z. B. ^ 449 ä 72 und V zu JT 35.
Verständig hat darüber Naber gesprochen Quaestiones epicae
§ 3. Diese Scholien verdienen desswegen unser Interesse,
— xvm —
weil sie das ehrHche wissenschaftliche Sta-eben ver-
raten , diese Gesetze des epischen Stiles da zu suchen , wo
man sie möglicherweise noch finden kann : also im Homer
selber. Die Modernen sind da weiter gegangen : jetzt schreibt
man dem Dichter ex ingenio Gesetze vor: natürlich nur
unzweifelhaft richtige Gesetze: verfehlt er sich dagegen:
nun so wird er wie ein Schuljunge abgewandelt. »Hoc hodie
saeculum est* meint Naber ganz gut.
Darum greift man bei der Leetüre des Homer gelegent-
lich auch einmal wieder zu diesen exegetischen Schollen : sie
zeigen wenigstens das ehrliche Bestreben, dem Dichter ge-
recht zu werden, sind voU Begeisterung für die Vorzüge der
homerischen Poesie , und wenn sie sich auch nicht auf der
Höhe von Aristarch und seiner Schule halten, so dankt man
ihnen doch manchen schönen und anregenden Gedanken, der
sie uns nicht ganz unwert erscheinen lässt.
München, den 16. Juli 1879.
Adolph Römer.
niJixegetische SchoKen der Ilias** nennen wir der Kürze
wegen alle diejenigen Scholien, welche nicht im Venet. A,
sondern in andern Handschriften z. B. Townleanus, Ventetus B,
Victorianus etc. enthalten sind nnd die es vorwiegend mit
der Erklärung des Dichters zu thun haben. Dieselben be-
rücksichtigen die Auszüge aus den Werken der Viermanner
viel weniger als der Venet. A und stehen daher an Wert
auch den Scholien jener Handschrift weit nach.
Dieselben wurden zuerst von Villoison auf Grundlage
des Cod. Venet. No 455 (Venet B) herausgegeben, (1788).
Bekker hat in seiner neuen Scholienausgabe (1825) diesen
Codex nicht verglichen, sondern ist dem ersten Herausgeber
gefolgt, hat jedoch durch teilweises Heranziehen des Cod.
Victorianus das Material bedeutend vermehrt. Erst in jüngster
Zeit hat uns G. Dindorf durch Vol. III und IV seines gross
angelegten Scholienwerkes die Scholien des Venetus B in der
G^alt gegeben, wie sie in jenem Codex erhalten sind,
(Oxonii 1877). Dindorf zweifelte natürlich keinen Augen-
blick und die allgemeine bisher geltende Annahme bestärkte
ihn in dem Glauben, dass von allen Codices, welche uns die
exegetischen Scholien überliefern, der Venet. B. weitaus der
beste sei und dass daneben den andern Handschriften keine
oder doch nur eine untergeordnete Bedeutung zukomme. In
der Praefat. Vol. IH. p. IX spricht er sich darüber dahin
aus: „Codices scholiorum Veneto B non aequiparandi
quidem, sed similes ei non pauci exstant cum infinita
1
\
— 2 —
scripturae diversitate ....*, und er hat daher den Town-
leanus, Scorialensis , Lcidensis, Harleanus ,^ Lipsiensis höchst
selten und nur zur Emendation der Schollen des Venet. B
herangezogen.
Diesem Verfahren D.'s und seiner Vorgänger gegenüber
sucht die nun folgende Untersuchung soweit als möglich den
Beweis zu führen, dass es von Anfang an ein verfehlter Ge-
danke und ein totaler Missgriff war, die exegetischen Schollen
der Sias auf Grundlage des Venet. B. herauszugeben: Für
die exegetischen Scholien der Ilias ist vielmehr
der Townleanus (Victorianus) die Haupthand-
schrift und die Venediger darf erst in zweiter
Linie und nur mit der grössten Vorsicht heran-
gezogen werden.
Eine scharfe kritische Prüfung der Scholien des Venet.
B und die Vergleichung derselben mit denen des Victorianus
lehrt deutlich, dass wir es bei den Scholien der ersteren
Handschrift mit einem ganz geriebenen, sich auf aUe Kunst-
stücke und Kniffe der Abschreiber wohl verstehenden librarius
zu tun haben, und man darf sich bei dem regen Betriebe
dieser Studien in neuerer Zeit füglich wundem, dass diese
interessante Persönlichkeit so lange imentdeckt blieb. Nun, ich
denke, wenn wir den Schreiber im Folgenden in seiner ganzen
Grösse werden kennen gelernt haben, wird er uns wohl nicht
weiter mehr imponiren. Es ist freilich keine sonderlich an-
mutende Arbeit, in den trüben Kanälen dieser vielfach über-
flüssigen und noch dazu verschlechterten Scholiastenweisheit
herum zu fahren, aber das eine Verdienstliche dürfte sie viel-
leicht doch für sich in Anspruch nehmen, dass sie manche Ge-
sichtspunkte erschliesst, die für die Scholienforschung über-
haupt von Bedeutung sein können, und dass sie zum ersten Male
auf dem Wege des Vergleichs imd der Kritik diejenige Re-
daction der exegetischen Scholien der Sias aufzuweisen sucht,
welcher ein zukünftiger Herausgeber vorwiegend folgen muss.
— 3 —
Viele dieser Scholien, die man bisher immer ohne den ge-
ringsten Anstoss gelesen hat, bekommen durch diese kritisdie
Beleuchtung ein ganz anderes Gesicht, und es ist doch wohl
auch gut, wenn diese exegetischen Scholien denn doch
in der Tat nicht schlechterer scheinen, aLs sie wirklich sind.
Die Scholien des Venet. B. lassen sich leicht und be-
quem in folgende 3 Classen theilen (vgLDindorf,Praefat.V.flF.)
1) In die mit litterae numerales yersehenen Scholien, die
ursprünglich nur allein in dieser Hdsch. gestanden
zu haben scheinen. Gerade wie in andern Hand-
schriften, so sind auch in diesem Codex Buchstaben
über die einzelnen Worte des Textes gesetzt. Diesen
entsprechen dieselben Buchstaben am Anfange der
Scholien, so dass deren Bezug dadurch deutlich
kennbar gemacht ist.
2) Die zweite Classe der Scholien ist mit kleineren Buch-
staben geschrieben und der Bezug derselben ist nicht
durch Buchstaben, sondern durch eigene vor den-
selben stehenden Zeichen angedeutet, welchen die-
selben Zeichen über den einzelnen Worten des Textes
entsprechen.
3) Von diesen 2 Classen ist streng eine dritte zu scheiden,
deren Scholien mit roten Zeichen und Initialen ver-
sehen kaum der Mitteilung wert sind und desswegen
in der neuen Ausgabe Dindorf s in den Anhang ver-
wiesen wurden.
*) Die Ton D. in der Ausgabe angewendete Scheidung dieser
Scholien ist durchaus praktisch, leider aber nicht frei von vielen Irr-
tümern. Durch die Güte meines Freundes Augsberger bin ich in
der Lage, hier auf einige hinzuweisen und dieselben zu berichtigen.
E. 1. musste als erstes Scholion ohne asteriscus angef&hrt werden:
ttXXoi fiiy naQtti ot ydg ^vXaxff i^to y€tSy ifnay zoi/4tifUyoi{ denn
über TfaQa ist der erste Buchstabe in diesem Gesang (^'), der am
untern Rande der Hdschr. wiederkehrt mit dem oben angeführten
_ 4 -
Nor die Schollen der ersten Glasse sind es, welche
ich an der Hand des Victorianns einer eingehenderen Kriiik
unterziehen möchte : denn im letzteren C!odex b^egnen selten
Scholien , die von zweiter Hand im Venet. B geschrieben
sind. Bevor ich aber tibergehe zur Darlegung der Principieri,
nach denen der librarius der Venediger Hdschr. gearbeitet
zu haben scheint, möchte ich hier am Eingange einige
Scholien gewissermassen als Vorspeise behandeln, weil mir
dieselben ganz besonders geeignet scheinen, den Schreiber
derselben würdig einzuführen und vorzustellen.
Von dem zu Tode getroffenen und schwer sich erholen-
den Hector singt der Dichter:
Scholion. Bei nayyvx^ot (2) steht das zweite Zeichen (6) und zwar
mit roter Tinte geschrieben; auf dem Rande und zwar unmittelbar
neben dem Text kehrt das Zeichen wieder mit den Worten Nvp to
— vvxtog, Zeichen und das iV von l^vv sind rot geschrieben imd es
wäre demnach nach D. Praefat. p. VIII ein Scholion der dritten
Classe. In der Ausgabe ist es aber den Scholien der ersten Classe
zugezählt. Unmittelbar naoh J^vy 6k nayyvx^^ — rvxrdc steht ohne
weiteres Zeichen in derselben Zeile von derselben Hand: «2,Xot fiip
TtaQa ytiyaiy aQiatr^fs navu^mtoy; eixoratf, afnporsQa yuQ —
iXdaxovxo. Dies stellt Dindorf an den Anfang mit einem Stern. Weiter
scheint die Anfährung des ganzen ersten Verses der Angabe zu wider-
sprechen p. Vlil: „Lemmata in codice nuUa sunt''. Ein Hauptfehler
der Ausgabe ist es auch, dass nicht überall die von zweiter Hand an
die Scholien der ersten Classe gekommenen Zusätze genau geschieden
sind. So ist K. 156 ränrjg: dvayxulov — dyanavoiro ein Scholion
der ersten Classe, Tanrjg — dfKpoZBQütp ist von zweiter Hand un-
mittelbar daran geschrieben. E. 273 ist (Jteyovxag xal zu streichen.
K. 351. *AQiatagxos — idiat^ar und 353 nrjxtoy ttqotqov (lemma):
ntficTop sind nach der Beschreibung in der Praefat. Scholien der
dritten Art, sollten also je 2 Sterne haben. Doch macht Augs-
berger auch die Bemerkung, dass es zwar leicht sei, erste und
zweite Hand in der Grösse imd in dem Charakter der Schrift zu
unterscheiden,! dagegen ausserordentlich schwierig oder vielleicht un-
möglich, zwieite und dritte Hand, ausser wenn man nur rote Zeichen
für Merkmale der dritten Hand nimmt.
— 5 —
S 437 e^ojAivog d' enl yovva iieXaiveq>€g al^^ dne/ieaaev
Der Schreiber der Scholien des Venetus B erdreistet
sich aber , die klaren Worte des Dichters in folgendes
Bätsei zu hüllen ». . . eaviv ow el^of-tevog de t6 cu^a enl
idv yovaTtov aTtifieaaev dvoUeiog di t^3 y,aiQ(ji ^ ivegysia.
navra di dvvaTwg 7teq)QaaTai, wg xal enl 2aQ7tr]d6vog,'^
Ich habe in den Jahrbüchern für Phil, und Paed. 1878
p. 534 die Lösung dieses Bätsels versucht und ich glaube,
dass mir dieselbe auch gelungen ist ; denn diesen Unsinn, mit
dem uns hier der Schreiber behelligt, kann kein Mensch ver-'
stehen. Im V. lesen wir nach dnifAeaaev: ol de ygagHwaiv
aTtiasiaey und da passt dann die im Obigen unverständ-
liche Bemerkung dvoUsiog di r^3 xatQf^ ^ hiqyeia. ganz
vortrefflich: unser Held mag nämlich von Varianten nicht
viel wissen, er lässt sie also getrost aus und schreibt dann
in bequemer Gedankenlosigkeit die Bemerkung nieder, die
sich gerade auf die ausgelassene Variante bezog. Ich frage
aber: Ist ein solcher Unsinn des Abdruckes wert?
Allein unser Abschreiber ist nun einmal zu dummen
Streichen aufgelegt ; sehen wir uns daher folgendes Pracht-
stück an:
r 136 spricht der Dichter von der Helena:
ij di fiiyav larov vq>aivev
dinXaxa 7toqq>vqerjv, noXeag svanaaaev dld'Xovg
Der Venet. B lässt sich darüber in folgender geistreicher
Weise vernehmen (JtTrAaxa: difAirov yXalvav ro dh ^ocq-
l^iaqerjv rijV Xaf^Ttgdv, avvt^dov di tovto T(^ „lodveq)ig elqog
exovaa^^ {d 135) xat Tiji „q)dQ€' v(paivova dXiTtoQqwQa^^ (^
53. 306. V 108). Er erläutert also den Text diitlaxa iiaq-
liaqeriv\ aber welcher Gott oder Heros könnte uns das
Folgende owciidov — dXinoqq^vqa erklären? Nun so hoch
braucht man am Ende sich nicht zu versteigen ! Man lese
den Vict. : diTtXa'^a lAaqf^aQ irjv: diTcXöida yhxi'^f^v. oi
— 6 —
de difiitov, ori naaat de 7tOQg>vQirjv, aal eavi awiitdöv
y,lodveq)ig sIqoq e'xovaa^^ xai 9y9>a^£* vcpaivova^ aXiTiOQipvQa^* : —
Ich frage wieder: Ist das Scholion des Venetus B weri
abgedruckt zu werden? Die Streiche sind bei ihm im
«Schwang«.
J 339 ist Agamemnon sehr ungehalten und fahrt den
Odysseus an:
xat av xaKÖiai doXoiat xenaof^ive, xeqdaleotpQOv
Unser Orakel berichtet darüber also: xaiiolai do-
Xoiai: iiiaov yaq 6 dolog' xal int /uev rot; xanov /novwgy
ini äi tov aiiqxrceqovg eldotog „eldcjg jcavtolovg xe dohwg^
(r 202) . . .
Das ist doch unzweifelhaft gekürzt aus dem Original:
V: xaxolat doXoiaii fiaoov yccQ d dokog' enl de
tov dfjKfOTB^ eldoTog „eldaig Tvavroiovg ze dokovg xat /uri'
dea nv%va^ {T 202), t6 de %e%aa iisvb ini xanov wg to
^iKixaoTO xleTiToavvrj &''oQyi(p re** (r 395).
Wird man ein solches Fragment, init dem uns der li-
brarius des Venet. bedient, zum vierten Mal wieder abdrucken?
Also, wie wir bisher gesehen, mit Varianten und
Oi taten lebt unser librarius auf gespanntem Fuss imd
die willkürliche Auslassung derselben hat ihm noch manchen
dummen Streich gespielt. Sehen wir uns z. B. £ 83 einmal
näher an: da wird von dem getöteten Hypsenor gesagt:
tov o€ xar oaae
elXaße 7COQq)VQeog d'dvatog xai fiöiQa n^avair,
und der librarius des Venet. B mutet uns in allem Ernste
zu, folgendes Scholion zu verstehen: eXXaße 7voqq)VQBog
d-dvatog : 6 fiiXag wg to „noQqwgeov de k xC^a TidXvipev'^.
»Sicvolo, sie jubeo, stat pro ratio ne voluntas**. Man sehe
dagegen den V: 7toqq>vqeog x^dvatog : 6 f4eXag Tiat
^7COQq)VQeov ö'aga xifia*^ {O 326) ^fxiXav de e xv^a
xdXvxpeu^ {V 693.)
— 7 —
Gtinz Yon demaelben Kaliber sind auch folgende zwei
Scholien:
T 284 heisst es von der um Patroclus weinenden Briseis
Ich wundere mich, dass Bekker wie Dindorf aus dem
Venet. B folgendes Scholion gab: A/'y'exwxt;«: üg tjdo-
vijv /tQoy(,ah)vfi6VTj rovg axovovrag, c^g xat Qetig yyf^iya (?)
yaQ re ytat aXyeai tignerai ayij^" (o 400) : — Was hjit Getig
mit dem folgenden Citat zu tun ? Aber zwei Citate waren
nun einmal hier unserm librarius zu viel : er strich also eines,
liess aber die Worte , die sich auf dasselbe beziehen , ganz
ruhig und imbekümmert stehen. Im V. lesen wir nämlich:
elg 'fjdov^v TiQOxaXovfAevri Tovg axovowag, wg xal Oizig
nyOOV XfASQOV (ÜQGSV^^ (^^14)" Utk. . . : —
Vom x^^^S wird -5 110 gesagt:
dvdqwv ev avi^&eaai 'ai^etai ijiJirfi naTtvog,
B. erläutert das mit folgendem imverzeihlichen Scholion :
rjiJre xaTcvog: dvfiog ioTi ^iaig rov neQi xaQÖiav
aifiatog di oqe^iv dvvikvm^aewg. xovtov de oqov nqüvog
"Ofd¥]Qog Ttagidioytev. xaTtvov de to 7t vq q>r]aiv, wg zo „xa/r-
viadv te xard xXiaiag^^ (B. 399). afonov ydq xaio/iivrj xat
XafiTtovarj q>loyl xanvov eixdKeiv^ C^'^^S ^^ ot*x av Xa)Qig nv-
qdaeiag yivoivo. naQerceTai de avrr] To7g OQyi^Ofiivoig did to
OTteväeiv dfivvaad'ai xov dvrinaXov, : —
Es dürfte sich wohl kaum Jemand bisher die Mühe ge-
nommen haben, zu versuchen, diesen completen Unsinn zu
verstehen : für diejenigen , die mit Bekkers Ausgabe arbeiten,
war es auch ganz unnötig : denn dort ist ja Alles richtig imd
klar : die unversiändüchen Worte des Venet. B : aroTtov ydq
xaiOfiivTj xal ka(47tovarj q)loyl xanvov elxd^eiv sind daselbst
ohne Anstoss : sie beziehen sich nämlich, wie man aus V sieht,
auf den Vers : „wg d^ote xajcvdg Iwv e^ aozeog ald-eq* Xxr^tai^^
— 8 —
{2 207) ; dort wird von Athene gesagt , dass sie über
dem Haupte des Achilleus
£x d' avTOv (pXoya TvafjKpavocoaav
entzündet und diese q)X6^ nafj.q)av6waa wird nifti im Folgenden
mit dem nanvog verglichen, der aus einer Stadt zum Himmel
steigt und diese Scholiastenweisheit fand eben keinen andern
Ausweg, als hier xoTtvog flir ttvq zu nehmen: qtojiov yäq
T^aio^ivrj xal hxfxnovörj cpXoyt y,a7tvdv elytd^eiv.
Man sehe noch i2 52:
ov fiijv Ol Toye ytdiXiov oväs r' af^sivov
B afieivo.v: XeiTtei to iazai rj xov navaaad'ai'. —
ist kaum verständlich,
V: afxeivov: XeLtzbl to eotac ' rd di avynQitmd ävti
arcXciv und nun führt V richtig weiter mit ^ tov Ttav-
aaad'ai : —
„Sapere aude."
Doch lassen wir hier die Einzelnheiten und wenden uns
lieber einer ganzen Reihe von Scholien zu, um zunächst
dieRedaction zu prüfen, in welcher sie uns im Venet. B
vorliegen. Aus dem mir vorliegenden reichen Materiale will
ich nur wenige Scholien geben.
Agamemnon entschuldigt seinen Bruder gegenüber den
Vorwürfen Nestors und spricht K 124:
vvv d' Biieo TtQOTSQog lAoX BTtiyqBTO Tiai fxoi iTteatri
Diesen Vers erläutert nun das Schol. des Venet. B in
folgender Weise: juaA' STt eyqeTO : STteaTri Tox^cog . «dij-
Xwae di (og 7toKU7) TrgovXaßev avrov exslvog dvaatdg : —
und so ist das Schol. bei Bekker und zulezt wieder beiDin-
dorf abgedruckt. Dasselbe ist aber in dieser Fassung voll-
ständig sinnlos; denn in den Worten des Dichters ist auch
nicht mit einer Silbe etwas angedeutet von dem raxdcog
iTtiazT]. Steht nun das Schol., woran sich kaum zweifeln
lässt, wirklich so in der Hdschr. , so haben wir es , wie ' es
— 9 —
scheint, wieder mit einer totalen Verkehrung einer ursprüng-
lich guten und richtigen Bemerkung zu tun. V bemerkt
nämlich zu y 32, wo von Menelaos gesagt ist
ßrj d' Y^ev dvari^aiüv ov ddeXq)e6v
in einem eigenen Schol d'^Xov wg 7tQ0exaQa%&ri Meve-
hxog. Wenn nun Agamemnon dem Nestor gegenüber die
angeführten Worte braucht, so kann die einzig richtige Er-
klärung derselben nur die sein , die wir in V. lesen : xa i
IX L €7t ioT rj: raxicog idr^hxiaev wg TvolXi^ nQOvlaßev
ctvTOV dvaardg : —
Von den Bossen der Rhesus wird K 475 bemerkt:
TtaQ* avrq d' (onhg XnTtoi
i^ BTtidKpQtadog nv^ccTrjg ifidai öidevxo
der Venet. B äussert sich darüber: eniöiqiqidg i^eqog tov
di(pQOv xad-^ snißaheiv eitod-aaiv . iyvioaav öi ij a/ro tov
(leg. tov) ^P^aov fiiaov elvai ldi<je rj dno Tijg tc5v Xitncov
-d-iag : — Ein solches Seh. ist doch wahrhaftig nicht der
Mitteilung wert, wenn tms dafür der V folgendes bietet: I?
en li iq> q id 6 o g : enidiqiqvdg ^SQog tov diq^qov , xa^' o
ercißaiveiv elcod^aaiv. o\ de Ttjg avT vy og . n i & av cü g
d € 7t Qo ST o i ^d^e i avT ovg 6 TtoirjTrjg dTteXdaei.
T d yvwOTixd avT ([ß (nämlich dem Odysseus) tt bq L-
x€ IT a i. eyvo) de 6 ^Odvaaevg 1^ dTt 6 t ov (Prjaov)
fxeeov eivai i] tiov %7t7ia)Vy ottsq edrjXiooe did to
9,0 vg vcoiv TV lg)av axe'^ (v. 478) . . . : — Daraus sieht
man doch wohl deutlich, dass das syvwaav des Venet. B ein
Unsinn ist. Der Cliarakter der beiden in der Dolonie auf-
tretenden griech. Helden ist durchweg mit solchem Takte
gehalten, dass der Schol. hier mit Recht darauf hinweist
und dass die Heroen der nachhomerischen Poesie selbst daraus
hätten lernen können.
Die Scholien des Venetus B enthalten, worauf ich schon
an einem andern Orte hingewiesen, manche gute Bemerkung
— 10 —
über die homerische Darstellung, über das Epos etc., und
das dürfen wir unserm librarius nachrühmen, er hat auch
viele getreulich mitgeteilt : aber für manche feinsinnige Be-
obachtung scheint er doch keinen Sinn gehabt zu haben und
hat sie desswegen aufgegeben.
Den Eindruck , welchen die Ermordung des Dolon und
seiner Gefährten auf den Troer hervorbringt, schildert der
Dichter mit folgenden Worten:
K 524 d-rjevvvo de /^eQfiSQa eqya
oW avÖQeg ^e^avreg eßav noijLag STtl v^ag
Venet. B bemerkt darüber : &rievvTode:T6 x^av^a
Twv d'ecüfievcüv to deivov v7ioq>aivei tcov öqa&evTcov • ay-
voovvreg yaQ o&ev ij iqtj^ia sd'avftal^ov : — ein ganz anderes
Gesicht bekommt das Schol. durch V: t6 d^av^a tüv
d'eco^ivwv TO deivov vnoipaLvH xwv dqad-ivTwv dg x at
To xdXXog T üv oYxojv KaXvxpovg öia Tr^g ^Eq-
^jLOv edi^Xwoe &eag {e 75) : — und das ist eine ganz
feine Bemerkung und von der allergrössten Bedeutung für
die richtige Würdigung der homerischen Poesie. Mehr wie
einmal hat L e s s i n g auf dieses Gesetz hingewiesen, das also
die alten Erklärer schon ganz richtig erkannt hatten.
Ueberhaupt ist das ein hochinteressantes Kapitel und
nur im grossen Stile und von hohen Gesichtspunkten aus zu
behandeln und nach einer Seite hin wohl von einschneiden-
der Bedeutung auch für die homerische Frage; denn so fix
und fertig, wie Pallas Athene aus dem Haupte des Zeus,
steigen nur Meteore auf, wie Lachmann, der da schreibt
Betrachtungen p. 5: „Ich will lieber die Manieren der epi-
schen Poesie erst lernön**. Dass da noch Niemand auf die
höchst wunderliche Idee kam, Lachmann hätte zuerst die
Manieren der epischen Poesie kennen lernen und erst dann
seine Betrachtungen schreiben sollen ! Bemerkungen wie die
eben vom V angeführten können uns zum Teil wieder mit
— 11 —
diesen Scholiasten yersöhnen. Und da kann man selbst aus
dem Eustathius lernen, z. B. bei der Beschreibung der Höhle
des Polyphem macht er zu t 216
TLaQ/vaXi^cog d' elg iivtQOv a(piY.6^ety^ oväi /.iiv Evdov
ev QO fievy dXX^ ivo^eve vofiov xatä nlova firiXa
die ganz treflfende Bemerkung: ei yaQ ivdov ev^iO^r^ 6 Kv-
TcXcoip^ dvaxeQr^g riv TthxG^rjvai ^ ^(pc^S '^^S noir^aeiog neqi-
nixEia,
Nur mit dem grössten Bedauern kann man sehen, wie
in den meisten, ja fast in allen Ausgaben des Homer die
Betonung des künstlerischen Momentes der homerischen Poesie
yemachlässigt ist. Wie ein frischer Lufthauch wirkt da das
schöne Wort Nabers' Quaestiones Homericae p. 55 : „Nihil
tamen hoc pertinet ad cognoscendos mores veterum illorum,
nam qui poeta Polyphemo pastori canem non addidit, credo,
ne in fabula Tvid^avoTtjTa everteret , idem s e r v o s in regia
Ulixis adesse noluit, primum ut magis conspicua fieret in
Ulysse virtus, cui domum reverso nemo opem ferret, deinde
ne quis .forte miraretur, neminem ex illorum numero procos
auxilio suo adjuvare/ Und warum lässt denn der Dichter
bei der Ankunft des Odysseus den Hund Argos sterben?
„Artis est artem tegere".
Doch kehren wir wieder zu unserm traurigen Scholiasten
zurück : •
K 39 spricht Menelaos zu Agamemnon
deidai ^ij ovrig toi V7c6axr]Tcci rode eqyov.
Venet. B bemerkt darüber: cog rjdrj dedeiyfAevrjg rfjg
ßovX^g ijciXoyiOfÄOv elgdyei • elg xivrjoiv de vov äx,QOazr^v
elgdysi did zo övaxeqig : —
Die letztere Bemerkung elg xivrjOiv — dvaxeqig versteht
man schwer, wenn man sie nur auf den einen vorliegenden
Vers bezieht. Sollten wir auch hier nicht die ursprüngliche
Fassung im Vict. haben? deldco fiiq ovvig : dg r^örj
— 12 —
dedoyfievrjQ (sie) Tijg ßovXfjg iTtiloytaftov eigayei . xivriaig
de Tov än^oaTOv . iiov ov y a q ov x^ i n: i fxa Qtv q et a i
(og dvGx^Q^S eTteiaodiov elgd^wv rg Ttoiijaei: —
Und so sind noch manche derartige Bemerkungen ent-
weder ausgelassen oder von diesem oder einem andern librarius
umredigirt worden.
Odysseus und Diomedes haben kaum die Achaeer ver-
lassen : so heisst es X 274
roiat de de^idv rjuev iqwdiov eyyvg odolo
B bemerkt : eyyvg 6 d olo : iyyvg Ttjg i^odov, 7t qo
rov TtOQQO) avTovg aTroßijvai, V: TvaQcc tiJv e^odov . 7t qo^
Xa Q i^et a i de r cT) dxQ o az^ 7t qo av a(p o)v üv
avT üv T rjv Y.ax6q&o)aLv\ —
Der Dichter charakterisirt den Dolon, da wo er ihn
zuerst einführt, in folgendem Verse : Ä 315
.... dokcov^ Ev^rjdeog v\6g
xT^Qvxog d'eioto TtoXvxQi-oog 7toXvxccXyiog
dazu liegen nun folgende 2 Scholien vor:
B ofuog YMiTtSQ ex(^v TtdvTa, di* dXa^oveiav riQaa&fj X6^-
dovg, t6 yoLQ 7tXouTe7v aal \7vTt0Tq0cpiag i/^Ttoiei Ttod^ov, eveX-
7tig de rjv cog, ei Xrjcp&eii], did tovtcov XvTQcox^oexai : —
V: 7toXvx^'^^og; xal o^cog i^Qdavhj xiqdovg ri dC
dXat^oveiav ^xeqov ri Ttaqd x^fcrov. ro ydg TtXovxeXv Y,at i/r-
7toTQoq)iag ifiTtoiei TtOx^ov , ^^ iv a nai (og ev 7tXov -
T (^ T ed' qa ^JL ^iv og av av d qog jj x ai iv a m}eX7tig p
wg el Xr]q>d^elr] did tovtwv XvzQwd'rjGerai : —
Ich glaube die einfache Gegenüberstellung genügt, um uns
zu zeigen, wo die älteste und ursprüngliche Fassung vorliegt.
Man vergleiche femer folgende Scholien. So wird zu
W 502
alel d^^vLoxov xovirjg ^d-dimyyeg eßaXXov
in B bemerkt rjvloxov: rov Jio^i^drjv • xat Tovg \7t7tiag
ydq r^vioxovg xaXet ytat ovx axoTtov: — das ist denn doch
— 13 —
nur ein unklares Stammeln gegen V: rjvioxov xov Jio^jLridrp/
(ig jy& gaavv i^vioxov q>o qiovT eg ^*E%t oqa^^
(0 89). T L ovv aT 071 ov el xat r ov g ^vioxovg
iTtTtijag iv trj ji (151) xaAel; Maxi äi ro „aiel^^
(og To yi aiel de nv Qal venv wv Tca iovx o haftet-
al'' (A52).
Zu W 523
Xei7ceT\ droQ xä TVQcixa Tcal el diaxovQa XiXeiTTXo
bemerkt B : xivig ovo ^egr] (paaiv^ IV j öiaxov ovqaf afÄeivov
de avv^exov elvai : — die genauere Angabe bietet wieder V :
diaxovQa: xiveg dto fieQf] n ax ä avvaXo tq>T^v ,
eTt aidu] q>f]a IV yjoa aa de d ianov ovga" (v 431).
af^eivov de xo ovvO-exov^ aal y ä q an 6 xüv %ax a x äv
vi ikjov q)f]al Kaxcofiadioio (432) : —
Nestor spricht V 632
evd''* (wxig ixoi o^oiog olvt^q yivex^ olV a^ ^Erceidv.
Zu diesem Verse bemerkt B: dei Tta^dely^iaoiv oheioig
XQ^i^ciL bxav, Xivd TtQog TcoXefiov rj TüQog fiovofidxu>v naQOQfA^.
xat vvv ev xoig eni IlaxQOiiix^ ad^Xotg nahxiov enixatpiov
pieiivrjfxai : —
Wir entbehren dieses Schol. leicht, wenn wir im V.
lesen : del Ttaqadeiyfiaaiv olneioig x^ijirai. ox av fi ev y dg
X IV a in l ixov o iidxi-ov e §av a axrj a ai d-ekrj ^ x d
n eqt ^Eqev & aXimv a Xey e i (z/ 319) , ox av de
l^xi'Xkeaentxriv /^d x^v ^ x d n eQi xov^HXea-
xov n oXe fi ov {^ 669) xai vvv ev xdlg enl TlaxqoytXov
ad^Xoig naXaiov inixatpiov (xefjLvrfcai dyüvogi —
Betrachten wir die Scholien zu ^ 743
nolXov^ inet 2id6veg noXvdaidaXoi ev i^axrjoav
B bemerkt : 2id6vegnokvdaidakoi: agiaxoi xexvl-
xai xd xoiavxa ol 2id6vioi. xo de eldog elnoiv x6 yivog inri'
yayev. Aber Bekker hat Recht getan, das Schol. nicht nach
dem Venet. B zu geben, sondern nach V, wo es lautet:
— 14 —
aQiOTOi rexyitai ta roiavta ol JSiSovioi jji^Qycc yv~
vaiTiwv 2idovi(ov^* (Z 289) xai „S i d 6v og 7t oXv-
XaX%ov Bvxopiai clya«" (o 425), ro de eldog etTvwv
TO yivog iTtr^yayev (o g t 6 ,yJovXi%loio Ex iv d & (av
(sie) ^' iegacov vijaftii'" {B 625). Ttgüroi di Ool'
V i%Bg T ä fii y tax a d lejt i qaa av n eXd yrj : -r—
Ich stelle hier noch folgende Scholien zum Vergleich der
beiderseitigen Redactionen gegenüber: sie mögen für sich
selbst sprechen.
2 117 spricht Achilleus zu seiner Mutter
ovde yoLQ ovde ßir] ^HQaxXriog tpiye y^r^qa
dazu bemerkt B : ntqiaari ^ fiia airoq^aig. Tta^yogia di
yiyove to ^Hqa%Xtiov naqadeiyiJialix'^^ *Ofi zj (LirjTQL naqa-
ftv^ia ydq naiv iv avfiq>OQaig ^ Ttegt xqelaaovg drvxloLi —
V : Tteqiaari ?} iila dTtoqnxaig. %al ot i xhvtjTog
'HqaTiX^gy 7CQ6g rä iv tj venvif dd-Btoviteva.
ij Qe liiet di^HQdnXeiov ti aqdd eiy f^a lixiXXeX.
naqafiv&ia ydq taiv iv aviJiq>oqaig rj Tieft zovg XQeiaaovg
(dtvxicc). 7t qog de ttjv ftrjT 4 qa, ort ov 8 iv 7t a-
qdd o^ov 7t e i a BT a i, t d avt d d li 7t d a xov a a
TteqitovTtalda: —
2 378
Ol J' rjtoi Toaaov fdiv e'xov tiXog^ ovata S^cwTtio
daiddXea TtqogeT^eito
findet in B folgende Erläuterung : toggov: dvvt xov oXov.
Ol di iTtt ToaovTov eaxov xo riXog üate tüv wtcov 7rqog'
delad-ai, rivig di xoaaov ro XoiTtovi —
V xoaaov ftiv exov x eXog\ xoaaov dvxi xov okov.
„(og x6 (sie) xo fijv aXXo xoaov q>oivi^ lyy"
{V 454). ovx ojg ydq q>f]a i 7t qog xd ^ aq^ oXiyov
xexeXeafiiva. oi di yXcoaao yqd g^o i xoaov
dvxi xov X 6 a w fjia. ol di iTtt xoaovxov eaxov xdXogy
wate xwv äxcjv 7tqogdeia&ai. xivig di xoaaov x6 XoiTtov: —
— 15 —
2 410 heisst es von Hephaestos
H xat OLTt^ dx^od-eTOio fcihoq aYrjTOP äviart}
und B gibt dazu folgendes Scholion : to tv iXwQ del enl
fAsyid'Ovg xaaaeTai. xo di aXrjTov 6 ^H^wdiavog axfjf^ceri^ei
Ttaqd rö cZ^t, ixov äriTov^ aujrov to f4eya nal dvvneQßXrjtov
xal Ttaqa f^iriSevi ov. rivsg de ro alerrjddv xo}Xevo)V tcJ ydq
V: Tcal'd'edv diayQdq>ei, d- av ^d ti avr ov
elv a i ixay a (prj a ij aar iv ovv t s fag fiiy a. to ydq
TtehüQ ini /^eyix^ovg zdaaerai. to di aX tjt ov 'HQCjduxvog
cxifj^aTi^ei Ttaqd t6 el^i kxov aijtov to fiiya xal dvvTta^TOv
xat na(jd firjöevl ov, ol di luffirifievovj 7t aqd to
jydtxa de ag)iv evl g)Qeat ^vfiog arjTO^^ (^386).
rivig di altvridov xco^ct/y, eTtei to yafiiffdwxa tcüv dijveiov
XotXevei. ol d i 7t afd to aX & cd to Ttvgcideg: —
T 21 sagt Achilleus
MiJTeQ £^1], tä ixiv OTtXa d^eog 7t6Qsv, oV iTtieiKeg
B bietet da folgendes Scholion: OTtXa ixiv 7idvTa tloi"
vüig rd awrelovvTa elg XQ^^^^ ^'^^ ' ^^ ^^ ^^ 7toXefAi7cd
q>r}aiv : —
Man vergleiche nun damit V: vvv rd TtoXef^ixd . xai
T d r rj g vecog ' „o 7i Xa x e 7t dvx a elg avtXov'^
(f* 410) Hat y,0 7tX^ ev x^Q^^'^ ex^v ;faXxi2i*a"
(y 433) : —
T 89 spricht Aeneaa
ov fiiv ydq vvv 7CQwra Ttodcuxeog aW' ^x^^V^S
GTiioofjai, dXX'* ijdt] f,te xat diXore dovQt fpoßijoev
dazu bemerkt B dioXov 7taQavfjQi]Teoyj ozi xard fteQog zd
eqya tov l^xtXXecjg deovvcjg dedriX(axfj^ . ylverai di xat
d§i07tiaT6TeQ0v t6 Ttaqd zov TtoXefiiov iyxiifiiov : —
Aber dieses Scholion durfte nur nach V edirt werden,
wie es Bekker getan : dioXov TtaQaTtjQtiriov, ort xazd ftegog
— le-
rer egya xov Ifixilliiaq deovTcog d€diil(x)/.sv „dddeyia de
^vv vtjvol TcoXeig* Tte^og d' ?vdexa q>rjfii'^ (/ 328).
vvv de y,at ä^iOTtiaroTeQOv vo TvaQo, xov 7CoXeixlov eyxaj-
fÄiov : — erst durch das Citat 1 320 wird das folgende
vvv di Tcal d^LOTtiavoteQOv recht verständlich.
So ist auch das Scholion in B zu ^^ 169
iv de TS Ol y,Qa3Lrj avivei aXxifiov '^toq
durch willkürliche Weglassung eines notwendigen Citates un-
verständlich geworden. B bemerkt nämlich : el ptev sgtiv
evd'Biag t6 xQaditj roiovtov eoriv ovivei tj xagdia^ fJTig
eaxiv rjtoq . ei de domijg, dyyelov Tijg ipuxfig vTCovorjfceov
rijv naQdiav . to de TtQcneqov OfirjQixioTeQOv . q)i^ol ydq {y 18)
^TerXa&i xQadir]'^ dvrt xov tpvxrj : — ■
In V ist das ganz klar und verständlich el ftiv eativ
evd-eiag to Tigaditj to de TtQoreqov
OfÄTjQiyiCüTeQOv ' q>r]at ycq {v 18) „rirXad'i %qadLrj^ nat
e 7t dye i ^nav^aTtrofievog q>iXov rjx oq'*^ (ib. 23).
& eq iJio g de q>v o ei äv eTtl TtXeov d- eq fia iv e^
Tai . dio OTevei : —
Es fehlt mir nicht an weiteren Beispielen, woraus er-
hellt, dass die Redaction dieser Scholien im Venet. B. unge-
nügend oder schlecht ist: soviel geht aber aus dem oben an-
geführten zur Genüge hervor, dass wir, wo uns der V so
gute Scholien bietet, auf die vielfach veränderten und zuge-
stutzten des Venetus B. gern und leicht verzichten können.
Eine Specialität , worin unser librarius , wie wir später
noch sehen werden, gross ist, ^springt hier sofort in die
Augen: Er lässt nämlich vielfach nicht zum Vor-
teile seiner Scholien die wörtlichen Gitate
weg oder verwandelt sie in Referate, ver-
schmäht überhaupt genauere Angaben, notwen-
dige Begründungen u. A.
Dadurch wurde nun zuerst und zunächst die Ursprung-
— 17 —
liehe Gestalt dieser Scholien alterirt und zwar manchmal
durch das besondere Ungeschick, das nun einmal unseres
librarius bestimmtes Erbteil' war, derart, dass dieselben zum
Teü, wie wir oben gesehen haben, geradezu unverständHch
wurden. Ich möchte hier noch auf einige eclatante derartige
Fälle hinweisen. J A51 spricht der Dichter von Antilochus:
Tlqütog d* l4yciXoxog Tfciiav VXev avdga xoQvavrjv
Unsere Scholiasten machen da, wie so oft, höchst müssige Be-
merkungen und B. lässt sich also yemehmen : n: qwt og d*
u4vTlXoxog: tovxo xaqitetaL aittf enu xai aXkrjv ogiaz-
eiav avTOv ov yQaq>ei, iiiXcjg xe %al ^rjXdi tov TtareQa „TtQW'
Tog" yag qnjaiv tfSycav ^Xov aväga^^ (A 738). xai ^cotjjv ocvxdv
£X^i. d-BQiioxrixog de xovxo vecoxeqix^g BQyov, ij TQiHeg naxe-
g>Q6vovv NiaxoQog xat naxd xovxo f^aXkov xo pigog nQioxog
axQOvaav : —
Aber da haben wir sicher nicht den ursprünglichen
Tenor des Scholions: denn die höchst überflüssige Frage,
warum nun gerade Antilochus zuerst einen Feind erlegte,
wurde, wie wir aus V ersehen, von dieser überlegenen Scho-
liastenweisheit dahin entschieden: ^rjXol xov nariqa — viog
iaxt — rj Tguieg und darum ist gewiss ursprünglich , was
wir im V. lesen: dort heisst es nach 'd'eavrjv exei xat „^v-
xiXox\ ov xig obIo vedxegog aXXog l4 xcciiHv*^
(0 569) d-EQfÄOxtjXog ovv vecDxeQiurjg x6 €Qyov rj T^oieg . . : —
Ueber die Apostrophe des Verses ^127
Ovde ai&avj MeviXae, d'eot fidycaQeg XeXa&ovxo
bemerkt B unter anderm: eildf] de x^g ä7toaxqoqn\g xavxa^
x6 TtaQo. ke^Lv oxav ex ^exox^g elg ^^fia fAereX&T], xo rtagd
q^qaaiv^ oxav dno xov ditjyri^axog elg xo gdi^Tjxindv ftexiXdTj
. . . : — aber es unterliegt nicht dem mindesten Zweifel,
dass hier die Citate, die in V stehen, ausgefallen sind:
dort lesen wir nach $^i"a ^eriX&r] „€^ Ofto&ev Ttecpvw-
reg, ^ev^ de" («477), und als Beispiel für die zweite
2
— 18 —
Art ist dort angefahrt „iTtTtevaiv ftev Tvqüta' og de
yC dvr^Q'' (^301.306).
J 249 ruft Agamemnon den Achaem zu:
ocpQa idfjT^ di x' t/^/^iv VTciqaxrj x^^cc KqovIcov
das ursprüngliche Scholion zu diesem Verse steht im V. und
lautet: iitel eXeyev „o^ yaQ iitl yjevdeaoi^^ (v 235) xai
j,avr6g iTtiaoelyGi^^ (v 167), aweigtpeQetv rov oIkcIov
Ttovov 'AeXevEi rfj xov d-eov v/trjQetovvrag ßovX'^Gei, äg cprjai
xat 6 rqayixog evd-ev hxßcov y^aivog xi vvv dq^ %^ovt€o
dal^ovag naXei, r^3 yccQ tcovovvxl xcj d-eog avXla/^ßdvei*^
(Eurip. Pragm. 435). tovto övv TtQWTog ^'Of-itjQog elnev: —
in B sind die Citate , auf welche es hier ankonmit j^aiTog
htLOOBirjGt^*^ und „aizog — TidXei^' weggefallen.
Nicht selten wurden auch längere oder kürzere wört-
liche Citate, die unser librarius in seinen Vorlagen fand, der
Bequemlichkeit wegen oder aus sonst einem andern Grunde
in einfache und kurze Referate umgewandelt. So lautet das
Schol. K 335 in V : 'AQaxl d^ erti yitLdtrjvx oi dvva-
Tai eivai Ixriderjv ro reXeiov' attog yoQ cptjai „rov ö^CLTtd
fiiv TCTidirjv nvverjv^' ^QiaToraXrjg di qyrjaiv ,,r/,rtg t(^ov
fÄö lov Kvvidi(p M eX i T a iip , 6 qv i'd' o q>d y ov
roig a ixr^v e.G IV ivt rj QedKov. 1 6 de al3 olov
6 CT ovv xa i laad'aiaTQayyovQiiüvag^', l'awg
olv na^ ^O^T^Qip 7iaT^dq>aiQeGiv iati rov 'i: —
Statt des wörtlichen Citates lesen wir in B „ixrig iott
nat^ l/iqiaxoTeXriv ^(pov oQvi&oqidyov , o^oiov ^itlqiI) Tcvvidici),
ov ro deQfia q)OQei,
K. 291 bietet V: Sg vvv ^o i ed-eXova a 7t oq i-
ar aa o: y,aXd}g tjg awercDTegog ^Odvaaevg exoivoTtoir^aB xiqv
evx'^v i,d 6 g d i n dXiv enl vrjag evTL^alag dq>i'
xecr^at" 6 di „a/teio fio i^^ . . . : — Kaum ver-
ständlich ist, was B daftir hat: oga Ttwg 6 ovvetioteQog ^Odva-
aevg rijv evx^v inoivoTtoirjcev , ovxog di Idifjc %ai aXkwg : —
W 10 V: T et aQ7t ci fi€ a-i^a yooio: u^laxtlog
— 19 —
(fr. 382) „o? TOI ar evay fioi t lov n 6v (ov la-
f.1 aT a^^: — B : u^laxvXog q)r]aiv oxi OTivayfiol twv Ttovwv
td/LiaTa ov /.litgia rvyxavovatv i —
So lesen wir auch K. 75 in V die wörtlichen Citate der
homerischen Verse, während in B wieder Referate begegnen.
Hand in Hand damit geht eine weitere Eigentümlichkeit,
die wir bei dem Schreiber der Scholien des Venet. B. nicht
'selten beobachten: die Quelle nämlich, woraus er
seine Weisheit geschöpft hat, gibt er nicht
gerne an und hilft sich darüber durch andere
Mit t eichen hinweg.
So lesen wir zu J 132 bei B Xd^vvey od-i ^cuair^-
Qog oxijeg: %va , , . vtvo xov ^coaTrJQog: . — So liest auch
V, aber er giebt seine Quelle an, denn im Anfang bemerkt
er : ^vrox^cov ovTcog ' %va , . . ^(oatrJQog : — Ebenso ist
es mit J 133. Da wird D. p. 204. 31 eine weitere Erklär-
ung von diTtXoog ifyrcro «^w^iy^ in B. mit den Worten
gegeben ij otzcog, während V hier wieder hat: u^vzo-
X^iov ovtiog. So ist auch J 319 in der von B gegebenen
laTOQia der Name des Gewährsmannes ausgefallen. V bietet
am Schlüsse \a'voqE'i IdQvaid'ogi —
Ich darf hier einen Punkt nicht imberührt lassen, der
wohl nicht in das Bereich dieser Untersuchung gehört, der
aber doch für die richtige Charakterisirung unseres librarius
von Bedeutung ist. Es ist schon längst beobachtet und wieder-
holt hervorgehoben worden, dass Auszüge aus den Werken
der Viermänner in Venet. B. nur spärlich vertreten sind — am
häufigsten begegnet noch Nicanor. — Allein die Art des Aus-
zuges ist ofb eine ausserordentlich mangelhafte und durch die
vielen stattgefondenen Kürzungen hindurch ist es nicht selten
schwer, die ursprünglich wertvolle Bemerkung herauszukennen.
Indem ich auf E 487. 506. &56. 683_verweise, wo LV. voll-
ständig übereinstimmen, will ich nur wenige Scholien be-
handeln. Achilleus spricht V 806
2*
— 20 —
OTCTtoTBQog x€ cpd^oiv OQE^afievog XQoa yiakov
tpccvor] d^evdlvcDv 3id r'IWca xat iiehxv al/^a
Der zweite Vers wurde schon im Altertume athetisirt und
V berichtet uns darüber: a&exEi rov orixov l^QiaraQxog. ov
yccQ elg to äyciv (sie), evdivcjv de axovei k'vdov tov
XQOJTog. t6 Te f,did T^evrea xat f^eXav at^a*'^ fÄeziJTiTai
ano /Johovelag (K. 298) , oi di ev divtov rwv svTog
OTtXcDv . l4qiGToq)dvrig de ovrcog yqaqiei j^OTtTtoxtqog tcsv TtQO"
ad-ev eTtiyqaxpag XQ^^ i^akov (p^ijrj enev^a^evog (!) dia
T'evrea vmI q)6vov dvdqiov^^ : — Wie bescheiden klingt da^
was wir in B lesen: eväiviov: twv evdov tov ;c^ccnrdg.
oi de Tiov evTog otiXwv CLTto rov evdov :
Wie der librarius aber seine Quelle verstand und behandelte,
davon nur noch ein Beispiel. F 18 wird von Paris gesagt:
avTccQ 6 öovQe dvo) iiex,OQv&^eva x^^^V
und V bemerkt : avrccQ 6 äovQe dvco: avev tov oQd'QOv to
j^avTccQ doüga" iv ndoaig ycat x«?'C^^«V^'5 > ^ de (cod. eläi)
avv T(p (XQd'Qcit yQaq)ri xaiTOi fi^ ovaa I^qigtoqxov ofACog exet
"^OfitjQmrjv avvi^&eiav, ed-og (igog cod.) yccQ avTcp Tteql tov
avTov diaXeyoiJLtvi^ /xeaohxßelv to aq&qov (og TteQi aXXov XeyovTi
(og erci tov ,,2aQ7tr]dwv ccvtov /xev ciTn^fißQOTe, 6 de Ilrjdaaov
ovTa^^ {n 466). Das ist doch klar und verständlich.
Dasselbe gibt uns in etwas anderer Weise B : to avTccQ
TTaqd ZtjvodoTc^ xat TÖig akXoig ovk ercayerat to ccq&qov.
0f.ia)g ovv eoTai xal tovto Trjg ^O^rjQfKrig avvrjd-Eiag, e&og
yccQ atTcJ TteQi tov avTov diaXeyo/xevq) [leaohxßelv to aq-d'Qov^
(og xat tteqI aXXov Xeyiov Ttoiel „SaQftrjdcov — o de
ÜTJdaaov^^ . . . : —
Giebt es denn ein köstlicheres Missverständniss als die
Worte verraten wg aal neql aXkov Xeycjv noiell Das cog neqi
ixT^ov Xeywv oder liyovTi seiner Quelle fasst unser Bitter,
als ob damit gesagt sein sollte, der Dichter wendet diess
nicht bloss bei Paris an, sondern auch bei Sarpedon !
— 21 —
Wenn mich nicht Alles tänscht, haben wir es mit einem
ähnlichen Missverständniss 2 275 zu tun, wo zu dem Verse
aarv di nvQyoi
vifjfjhxl re nvhxi aaviäeg t' ini t^? dqaqviai
in B bemerkt ist : TtvXaii vvv al diodoi. dXkaxov di irtl
TÜv JtvXüv „iv xeqai nv)Mg l'xerfi" (O 531) „eQQTj^e di nvlag
ymI iaokqov oxrja^^ {N 124) : — Was sollen diese Citate
ffir Ttvlai tiprilai beweisen? Wegen des folgenden aavideg
enl Tjg dqaqvlat erklärten die Scholien wohl vvv al dloiot
und nun kann man nur fortfahren mit V : ciiXa%ov di hti
T lov d-vQüiv jjiv xß^cTiv Ttvlag l^fiTfi" jt^'^Q^S^ di nvhxg
xori ^ceycQOv ox»7of."
Aus diesem Allen ergiebt sich doch zur Genüge, wie
der Schreiber der Scholien des Venet. B. seine Aufgabe ver-
standen und seines Amtes gewaltet hat. Sein erster und
oberster Grundsatz scheint ja der gewesen zu sein, sich seine
Arbeit so leicht als möglich zu machen, und wären uns nicht
zum Glück andere Handschriften erhalten , wir hätten einen
schweren Stand mit den Scholien, die durch diese handwerks-
mässige Gedankenlosigkeit vielfach in einen ganz desolaten
Zustand geraten sind. Doch greifen wir ihn hier einmal
direct an und begeben uns auf dasjenige Feld seiner Tätig-
keit, auf welchem er wirklich Grosses geleistet hat: auf das
weite Gebiet der Streichungen und Verkürzungen. Da ist
die Frage ti nqü^ov %ov eTteiTa %i d^vardriov xaTole^o) ge-
rechtfertigt und die xaxa sind da so viele, so offenbar und
handgreiflich, dass man sich billig wundem muss, dass dies
nicht schon längst an der Hand von Bekker's Ausgabe, so
viele Fehler sie auch enthalten mag, erkannt worden ist.
Auch sei hier von vornherein bemerkt, dass wir das Fehlen kri-
tischer Bemerkungen, die wir in V finden und in B vermissen,
nicht auf seine Rechnung setzen wollen: wir begreifen und ver-
zeihen ihm gern seine Abneigung gegen alles Gute, ohne
— 22 —
dabei der Ansicht zu huldigen, unser librarius habe die kri-
tischen Scholien des Venet. A. geschrieben und da sich an
dem Guten etwas übernommen.
Wir werden daher hauptsächlich nur solche Bemerk-
ungen heranziehen, die ganz in dem gewohnlichen Geiste
dieser exegetischen Scholien gehalten sind und vor den Augen
unseres Hbrarius keine Gnade gefanden haben. Und das ist
sicher und unläugbar, dass wir es hier bei diesen aus dem
Victorianus gewonnenen Bereicherungen nicht etwa mit den
wertlosen Niederschlägen breiter byzantinischer Geschwätzig-
keit zu tun haben, während die Scholien des Venet. B uns
die ursprünglichere, kürzere xmd präcisere Passung bewahren,
die dann etwa später erweitert und verbreitert worden wäre :
eine solche Annahme ist schon desswegen ausgeschlossen, weil
ja die Spuren seiner summarischen redactionellen Tätigkeit
in vielen Scholien offenbar und handgreiflich vorliegen. Man
betrachte nur die oben behandelten Seh. B 437 und F 136.
Wenn sich nun also der Schreiber der Scholien des Venet.
B, wie wir nun einmal annehmen müssen, da zu willkür-
lichen Kürzungen seiner Vorlage entschloss, so werden wir
auch bei allen denjenigen Scholien, die ausführlicher im V
enthalten sind, nicht umhin können, dieselben Kürzungen
zu constatiren, wenn er dabei auch manchmal glücklicher ge-
wesen ist, als in den beiden angeführten Fällen. Dafür spricht
ausserdem die eine hochwichtige Tatsache, die ich durch Ver-
gleichung der Scholien mehrerer Bücher gewonnen habe , die
Tatsache nämlich, dass die Kürzungen am allerhäufigsten am
Schlüsse der Scholien stattgefunden haben, seltner in der
Mitte,' am allerseltensten aber jim Anfang. Und was ist
natürlicher als das ? Auslassungen und Verkürzungen am
Anfang und in der Mitte tangiren ja zu oft die ganze Fas-
sung des Scholions und wollte da der Schreiber seinen Lesern
nicht den baaren Unsinn auftischen, so musste er oft mit
seiner selbständigen redactionellen Tätigkeit und Aenderung
— 23 —
eintreten, wozu er eben nicht immer aufgelegt gewesen sein
mag : aber dergleichen Beschneidungen und Kürzungen Hessen
sich vortrefflich am Schlüsse anbringen, wo mit einem kühnen
und glücklichen Schnitt ein gutes Stück lästiger und imbe-
quemer Arbeit abgetan war.
Es gibt wohl keine gröbere Verkennung dieser ureignen
Specialität unseres librarius, als wenn Dindorf dasScholion
jB477 also herausgiebt : k'veifiev: ovrcag al ^QiaTagxov. %6
(XTtXovv iariv el^ev. Ttäv de ^^cc o^vo^evov ev TJf avvd-iaei
dvaßißd^ei tov tovov : — und dann in der Note bemerkt
dvTCjg a\ !/iqLOTaq%ov om. Ja wohl ! So lesen wir in I4 V. :
aber wir kennen unsem Mann besser : denn wenn die Worte
in seiner Vorlage wirklich standen, so war es nur dem von
ihm vielfach eingehaltenen Principe entsprechend, dieselben
nicht mitzuteilen.
Es mögen hier nun einige Scholien folgen, die im An-
fang verkürzt erscheinen. ^ 248
devTBQOi ev vT^eaai noXvuXi^iai Xtnrja&e
erläutert B durch folgendes Scholion : devregoi: eaxccroi
ysi'vaicog de rov eavrov ovx olycTi^erai d^dvarov: — aber <J«;-
CEQOL kann man doch unmöglich mit dem Superlativ ecxarov
erklären ! Man prüfe wieder diesen glücklichen Griff an V,
dort heisst es: devreqoi: vaxeqoi nat „devT^aTog ^A-
^fij'" (T 51) civTi tov eayjaxog. yevvaliog ovn olurtCeTai
Tov d'dvarov: —
Man betrachte W 452
Toio d' dvev&ev eovxog o^o^XrjT^Qog dnovoag
erläutert B avev&ev iovTog: rovreovi fiangdv aTtovxog
Tov fjVLOXov : — das ist ganz unverständlich — der Scholiast will
erklären, dass avevd-ev eovtog ofiOiclrjTiJQog zusammengehören,
und das geschieht in V : to7o d' avevd^ev: x^'^Q^S ovrog
TOV ofÄOxXririJQog j rovriauiv ixayLqdv dnovxog tov ijvio-
xov : —
— 24 —
Man betrachte noch die Fassung der Schollen zu folgen-
den Versen:
^'EüToga devQ' iqvaag dwaeiv xvatv cifiä daaaad-at
V: daaaad-ac: Xelnovrog xov X (xarayayßlv?).
Ol de fiegioacd^ai, eidd'aai de ol xvveg ailog ailod'ev aTto-
OTcäv xat fieQi^ead'ac t6 acSfia : —
B: wf^ä daada&ai: wfxdig aTtOf^eQiaaad'aL. elci^
d-aoL aiüpia : —
W 173:
ewia Ti^ye avaxTL TQaTte^^eg nvveg rjoav
V: Yacog ro cofiov avrov eldaig yial 6 TcarrJQ
fiovainrjv avxov id ida^ev, TtXeov de avrov 'qyQiioaev
6 iTair^oxAot; d-avarog (og rovg Ttvvag xat Tovg Tqwag naiecv.
dco cjg ayavaxTwv 6 TtoirjTtjg cprjai ,y'Kaxd de q>Qeal (jLtßeTO
eqya'' (v 176).
B : xat TiQoreQOv XLav dfiov ovra nXiov rjyQiwae . . . : —
W 184:
wg gpar' aTteiXilaag, tov d^ov xvveg dficpenevovro
V: aTtecXi^aag: cvvt] d-wg iqf^lv wg t6 „ärtei-
Xtjoav ydg ol aXXoc^^ (B. 665). did de zrjg dvacpiavriaecüg
ed-e^Ttevae xov d'/,qoaTr[v • ^'dij ydq avvejtaaxe Ty %ov ''£x-
xoqog alY,i(jc : —
B: did T^g dvaq>wv7]aecüg aliil(je: —
K 141 :
Tlq>d'^ ovTco xaxd vrjag dvd azqaxdv oloc dXSa^e'
V: TtQocpeQead'e (Glosse), Tai» ra de dvaxexa-
lievrj rj qxovy xal wg axexlid^ovxa (sie), oxi d^OQvßovai
xovg axqaxiwxag fjLOvoi oi ßaoilaig wnxog Jtequovxeg. didu
ydq (jLTj XL vewxeqov iaxcv ev xqj axqaxi^ : —
B : xavxa wg axexlid^wv oxi oxqaxi^ : —
— 25 —
Ä164:
2xhXi6g iaaiy yeQaci, od ixh tcovov ovrccrve Arjyeig
V: iqäv en LTtisTi^ig q>iXo7toviag xat aQeTrjg.
axixXiog .... neQiaaoregov : —
B: axexXiog 6 a^ia dyavanTriaeiog .... Tteqiaaoreqov : —
J 24:
^Hqrj ovx %a(Jfi az^d'og %ohiv^ aXha TtQogrjväa
V: evi^eiag iart (ako *'H^i;, nicWH^g), ^^q>aaig
de ioTL TTig diä tov OTOfiarog vrc€}ixeof.ievr]g oqyrjg: —
B : ef-icpaoig eari Trjg OQyiig : —
Von den um den Tod des Patroclus trauernden Rossen
des Achilleus heisst es, dass sie ruhig standen, wie eine
Grabstele, P 434
aiU' woTB ari^lrj fxevsc sfiitedovy ^V STtt zvixß(^
dviqog eotrjur] ze^rjorog t^t yvvaixog
Das erläutert uns B mit folgenden Worten: äaze arrjXr]:
TtXeov TL l'xei rj naQaßoX'q. ov ydq tijv ardaiv (iqvov arj(.iai-
veiy dXXd xat rriv noioir^ca zt]v Eni t(^ -rcevd^ei, ngog ydq
r^v xazTjcprj otdoiv ^ naqaßoXri : — Wie will man hier den
Comparativ ttXsov verstehen? Man kann ihn zur Not durch
das folgende ov (jlovov — dlld xai gerechtfertigt finden.
Anders und entschieden besser ist aber das SchoKon in V:
Tovg ^iv uiani^ag dqvoiv eqqL^oafjLavaiq ei^aasv
(M 132). ivd^däe de l'/et rt nXeov ij Tvaqa ß oXri . .
aiJLa de ozl Kai daeßeg yciveTv ozt^Xtjv: —
Doch begegnen uns dergleichen Kürzungen, wie schon
erwähnt, seltner am Anfang der Scholien: häufiger dagegen
in der Mitte derselben.
Die Reihe der hier zur Sprache kommenden Schollen
möge eröffiien K 450. Dort sagt Diomedes mit unwider-
stehlicher Logik zu Dolon unter anderm
— 26 —
f] xe i^ai vaieqov eiod'a d-oag im vrag lA%ai(üv
Das erläutert uns B: eTtei ovyj ^EXXtjvixov to tov ixeTrjv
dvaiQeiVf TtQOcpdaetg dvayuaiag TteQud^tjxev, a/^a de xat ccto-
7t ov T]v avtov ndXiv V7toatqlq)€iv elg rag vavg, a^ia de xal
(jjg TtQoäorrjv dvaiqeX. vno ydq ixeivcjv fÄEfiiarjrai nqcirovj
oig Tovg olxeiovg TtaQedwxev. Da versteht man doch zu-
nächst wegen des varegov elad-a das avtöv von Dolon und
das geht doch nicht leicht an: klarer und deutlicher und
gewiss, auch ursprünglich ist die Fassung dieses Passus in V,
wo auch ausserdem eine andere vorgebrachte Möglichkeit
zurückgewiesen wird.
Nach TteQie&TjTcev heisst es: dfia öe xai azoitov rjv
ndXiv VTtoaTqecpBLV elg rag vavg ayovrag Jo'kcuva
'Aal delv ev ^iofi rfj oäq), (ätj 'Aal riveg dtd Xdcpvga
eXd'OVTeg fidd-coai t6 ttuv naq^ avxov, dfia de xat nqo-
doTTjv Ttaqidcoxev : —
Am gewöhnlichsten fehlen so in B Citate, aber auch
andere Bemerkungen, Es mögen hier zum Belege einige
ähnliche Scholien folgen: die fehlenden Citate und Bemerk-
ungen sind durchschossen gedruckt, wertlose und unbe-
deutende Varianten werden nicht angegeben. Statt der lem-
mata will ich hier lieber die einzelnen Verse vorsetzen.
K 255
Tvdeidt] ^iv dßxe ^eveTtroXefiog @Qaavfii^Srjg
V.: iva /AT] drtiovTeg ndXiv elg rag axvjvdg xqovorcQL-
ßoiev, cprjal ä^ „ix ie fvXaxrrJQeg avv revxeaL^^ (/ 80). *
OTiXiC^ei de avtov @QaavfÄridrjg wg vewoTl rov NioToqa ow-
aavra : —
Ä 436 :
TOV de xaXXiorovg Irtftovg Xdov rjöe fieylarovg
V. : (og q){XL7T7tog ' -Aivdvvevei yovv öl* tnnovg r) (og f^e-
yiOTa xccQi^o^evog dvrl trfi Idiag ipvxrjg. (prjal yovv „dXX*
ifie fiTJv äijaavtsg^K toaovrov de dniaxe tov Xaßelv Tovg
— 27 —
%7t/tovg, OTL xai rwv ev rq) arqatOTiedii) xaXXiarcov iTtTtcov
rtQodoTTjg ylyveTaL : —
V 24:
^H ^a xat ^'EKXoqa diov deixia fir^dero eqya
V: dnBOixota öievid-ec eqya. zovto äi sori to enl
üTOfia eKTeTvai rd acdf,ia xal IvvßqiZeiv tiT) ov% dvriXafÄßa-
voixevij) „'KCüq)r]v ydq (Jtj yaiav^^ (ß 55) rj xovxo deixig to
Tov (^ell^co Ttaqd ttj tov rjoGOvog eqqlcpd^at ay.r]v^ : —
V 120:
rag fxev BTtei/ta äia/tXi^aaopTeg Hxaioi
V: äcäxonTOvzeg nqog rrjv av^fÄerqiav xal „T(p oi
drcoTcXri^ag xeq)aXrjv^^ (x 440. Camuth Ariston.), to de
öiankr^aoovteg (sie. leg. diaTrXiaaovzeg) noai dtaßdvteg: —
W 243 :
ycat Ta fiiv iv xqvöiri cpidXrj %al dinXaxL dr^f,uT}
V: dyyeii^ Xeßrjroeiäel BY.7CEnXaTva^lvq) ävcoO-ev. cprjalv
ovv y,df4,(pid^eT0v (pidXriv ajtvqov^^ (v 270). ^ijiwr^IJ dh tcl
OOTCL TLaXvTCTu Ttqog TO XiTtaivofAEva ^arjTtra fxrj ttvai : —
'F 485 :
ÖBvqo VW ri rqiTtodog TteqidcjfieO-ov iy^ Xißrjzog
V: äevqo xat elg rovrov tov rönov „i^ devqco fjiev
ETiovxo (F240) xat fyxcAfitar^xcüg „(Jct;^' ay' tcJj/" {ji 184).
avoTaXxaov äi ivd^dde ro yvv did to /.liTqov : —
V 568:
Xsqot axiJTttqov ed-rjxe oicojtfjaai ir' exeXevaev
V: axi\7trqov dexsvai äid xd fiiXXeiv örjfiTjyoqeiv „axrJTt--
xqov de o\ sfißaXe X^'?^ ijqcog Ileiarivcüq'^ {ß 37). 6 ii
UvTiXoxog Ttqog fiovov MeviXaov diaXiysxai : —
J 49:
Xoißrjg re ytviarjg rc. ro ydq Xdxofiev yiqag ij/uclg
V: xal avxoig ydq Sf^ieqi^ov ol d^vovxeg „nat "^Eqfx^
— 28 —
MaiccioQ vleV^ (? 435). xaXdig de 7tQoavayiva:axeL vofAov
dasßeiag. %va de fir] (Joxjf 6/r' oXiyoig ayäkkead-at^ q>T]at „ro
YCCQ hixofĀv yiqag i^fisig^^
E 92:
TtoXXa d' t/r' avrov eQya xaTi^^CTte '^ctV al^rjcjv
V: dvrl tov äv^qiäTtojv „fÄivvd-et de re eqy'* dv-
d-qtJTvwv^^ (JZ 392). eiKpavxiTciog de xal rd vTto veaviüv öl-
nodofÄTjd-ivta Ttaqaavqeod^ai (prjaiv : —
Bemerkungen fehlen in der Mitte:
K 158:
Xd^ Ttodt xcvTiaag üxqvvä te veixeae t' cxvttjv
V: elycog avrov did rovg /ue^' iqfiiqav novovg ovk ala-
d^aveod^ai. xaXcSg de ort ov /Äovoecdwg icdweg
diVTtvi^ovtat, dvowTtrjTcxov de rd vito yeqovxog dviara-
ad-at, dio xat Xd^ avrov dviarr^aiv, rrjv dnqövorioiav dvei-
di^cov : —
Ä515:
Ovd^ dXaoaK07tii]v ßl^' dqyvqOTO^og ^InoXhov
V: TCiog orx dXaog eari roaovTiov Tteifovev^ävtjv ; ov
XeysL ort ecpvXaooe rd nqaoooixeva, dTcoxey.T^QVXto ydq VTto
Jiog rolg &eo1g exarfi^j OTQaTsvfÄari ^araßorjO-elv dlX'* wg
eldev eX&ovaav ^4d^rjvav Jtqog jJiOfifjdrjv xal avrog riX&e,
TOOovTOv de avrov ^ lid-rjva TtQovXaß ev, oaov
eq)x)-r] r^ J io iirjd ei rrjv dvaxioqrjOLV Ttaqaiveaaiy
IdnoXXtav de xareX^civ ovdev eTtqa^ev dXV ?T€-
qov iyeiqei. ßqadetjg de iveqyel dediwg Jia, fj de Ldd-rivd
eicDx^vla evmXäv ri^ J il „ort vorjaet^^ (0 402)
xai TtQoreQOv naqd nqogray iia rovrov xareX-
d-ovaa elg rr^v (jLcixrjv Y.at vvv r<^ J LOfirjdet
Ttaqiararai: — Für die letzteren Worte elcodvux —
TtaQiararai ist wieder eine kürzere Redaction in B einge-
treten : ^ de ^d^Tjva raxecog. eiwd^e ydq naqaßaiveiv rdg
evroXdg Jiog : —
— 29 —
K 567:
cpdtvr] iq>* irCTteirjf o&i neq ^lOfii^ieog Xtcttol
V: avtov yaq t6 xaTOQd^ioiaa, nat vrjoicoTfjg oiv
ov'K oldev %7t7tovq*Odvaaevg^ 6 de dciaiäalficjv ^Odva-
aevg xa dg>ieQW[xiva Ty d^eij) Xafißavei : —
Citat und Variante fehlen W 692 :
wg S'^od'^ VTCO q)Qiyidg Bogicj dvaTtaHezai Ix^vg
V: orav ägxofiivov nveiv dvs/ÄOv iTtiari^rjTai to ni-
kayog, rote aJiXovtai ol Ix^'veg ävio xai naTO). nai €y,€i
y,fA€Xalvav q>Qtx^ V7tai,v^ei^^ (O 126) ol di YQa-
(povoiv „VTtai ^mfjg*^ ivagyeg di ro rrjg elxovog. dva-
nrjd^ yaQ exdrsQog xai TtdXiv naracpäQerai : —
V 767 jubeln die Acliäer dem Odysseus zu :
vinrjg lefiivt^f fidXa di OTtevdovri liiXsvov
V: TtQog t6 evvoiKOv tvjv ^ßJhqv(av. x^etctidfcxre^og
yct^, 6 di nqog rtdvzag dnrjvrjg, xaXüg di TiQüaed-rfAB
To fjfÄaXa de OTtevdovzi neXevov^^, xdlg ydq dfieXovaiv axo-
nov Gvvaycjvi^ead^ai : —
Man entbelirt niclit gern den Zusatz, den wir F 6 lesen:
dvdqdai JIvyfÄaioiai q)6vov nat x^^a tfiqovaac
V: xa/- ry ^eV^ti rijg laioqiag xpvxciyjoYei xai tov d-Qovv
av^ei, TiQordXoig yaQ avxdg dXe^ovTai» q>'qot di
avzdg ^E^avalog irrt oxrjfKx xav x^tcSv (sie) i^iovxag dXe^a-
od'ai avvdg, xdg di ytaTaq)QOvovaag xov jUijxorg noXe^eiv
Ttqog avxovg : —
Beachtenswert ist auch F 148. Nachdem zuerst gesagt
war 0« d^dfiq>t n^iafiov^ fährt der Dichter in anderer Weise
fort:
Ov'/.a,Xiycov xe xat I^vxt^vwq, 7tenwfjisv(a afiqxj)
Dazu bemerkt B. : fiexaßcg int exeqov yivog nat rijv tttcS-
üLV rjXXa^ev, ^Axxv^dv di x6 dnd alxiaxiKrlg elg evd-eiav fiexa-
ßaivsiv : — aber da scheint mir ein Zusatz ausgefallen, den
— 30 —
wir in V lesen nach ijXXa^ev: alavvrov ydg ovroi^ dafür ist
wohl zu schreiben ^lavrjtov yäq ovtoi.
Allein hier bei den Kürzungen in der Mitte der Scholien
ist der Schreiber noch ziemlich maassvoll verfahren : viel kräf-
tigere Schnitte bemerken wir dagegen am Ende derselben und
da erkennen wir vielfach wieder den Feind Alles Guten, wie
wir ihn schon früher kennen gelernt. Das Material, welches
man aus der Vergleichung von nur wenigen Rhapsodien
gewinnt, ist so ungeheuer, dass man sich mit der Bewältig-
ung desselben schwer tut. Ich beschränke mich daher nur
auf Scholien in K und W y und diejenigen mögen voran-
stehen, denen man sozusagen den Schnitt noch ansieht.
K 378:
ZcjyQeiT'* , avraQ iyav ifAS Xvaofiai. toxi yaq Ivdov
V: ßaQßaqvKOv xo evd-vg Tteqi kavvov diaXeyeaß^ai Tcat
iva (ig dyevovg avrov xaTaq>QvrjaavTeg firj Ttaqaviä g)OV€V''
awaiv avTov, dXXd (4 d& co a cv : —
K 387:
7] Tiva avXTJaiüv vekicov xajaveß'vrjciTCJV
V : iTtivrjdeg ivdoaifiov avt<p (ycaiQOv om V) xpevafxd-
xcjv äidcüoiv, 07t wg avrov doxi/ndar] Tovg Xoyovg . tl ydg
TtaqäTQBxe xovg ve^QOvg , ec7t€Q OKvXevoai &iXei ; iv a el
a a fi ev g % r^v n q6 q)a a iv Xa ß wv xp ev d o cz o %ai
7t e Q l T äv Xo iTtwv dTttOTolTo: —
^ 462 :
ijroi ydq xdg TtQWta cdov Tteql xiqixa ßaXovaag
V : xafi/tTOvaag ^ev ydq avxdg aide, ^std de to ^dfiipai
ovxhi. ixeX ydq avzog €7teaev: —
^ 468:
al (J* i^rjqcürjaav, htü fiivog eXkaße &vfx6v
V : e^(o Tov dqofiov ojqfirjoav nov q) la d- e%o ai t ov
r V 10 xov : —
— 31 —
Es mögen hier einige SchoKen folgen, in denen Be-
merkungen über den epischen Stil, über den Charakter der
Darstellung, über Aehnlichkeit und Verschiedenheit derselben
ausgefallen sind.
K 5:
wg d' ot' av doi^Ttrrj Ttoaig ^'Hqrfi "qmofÄOio
V : TCQog TO didjtvQOv y,ai o^u xat f.ietd GnefXjjarog
ylvea&ai roig azevayfiovg. pLEyakonqejTtug de %ov %r\g *£Ua-
8og azQazijydv eYxaae r^5 fieyiat(^ züv d^ewv, etvl de
^Odvaaeiog tvx w%ov o xi](Äa tv eg tu ei fiev ov % a-
7t e ivqv ed-Tjxe r ij v eluöva „(og d' or e y aar e q^
a y ij p" (i; 25).
K 299:
Ovöe f,iev oväe Tgcoag dyrivoQag eiaö^ ^'Eiccioq
V : vuo Tov avrov xqovov dfi<p6zeQ0L rovg xcrraaxoTrotg
nifiTtovai, awjvyxdvovGc ydq dXKrikoig lovzeg. dXT 6 noir^-
rrjg ecif^irjae to ^EUtjvlkop tj TtQOTeqff zd^ei tov Xöyov,
eoxi de olxorofiixov ro Tcaqd J oXtav og xal
7t tat IV Ttoiovv Tolg vvxr e q iv olg rwv^Ellr^'
V o)v % at q x^ (jj liaa tv i —
K 321:
d}X aye /^ol to anq/trqov dvdoxeo ymi /äol Ofioaaov
V : eig to artiOTOv Ttiv ßaqßdqcovy otl rag 7tiöTeig oq-
xoigy ov Tqo/toig dyad'olg ßeßaiovvrai, 6 ä e J lo ^ridrig
oi d e fie fjLvrjT a L T fig do o eo) g: —
K 323:
dwae/jev, oS q^oqeovoiv d^vfxova IlrjXeicjüva
V : ^ev "EiTwq TOt^g dqioTOvg %7t7tovg dwaeiv vTtiaxevo,
ovTog de Tovg i^jf/A^ewg ahei^ rovTOvg eldoig dqiotovg, cfi-
q)OT^qcüv de tijv droTtiav xat avoiav edijXwae. cpiXi7t7tov
Xa qaKT rjq {^e L tov J oXiav a vvv fiev Tciv l^xi'X-
Xewg %7t7t(av iqävTa^ ev de Toig l^ijg ertai'
V ovvT a T ov g jPijcxot; 7t€qtTTdig: —
— 32 —
K 500:
V: md^avcug xat dvd'Qcoftivwg, %va Toig Xomoig Ttiarev-
ocofAEv* ov yccQ aroTCOv ev roiavzT] xaqaxy Ttageiad-ai tl xat
Tovro ov Twv dvay^aiwv j aXkd xat dvz^ avrov ^Oövaaeig
f.iefi7jxdvr]Tai, aal ij Xi^ig' ov yccQ elrvciv eneXad-eto
eTtTjyaye t6 to^iiJ, dXXd TOvvavTiov. tovtc^
ofioiov iari xat ro STtt 2aQ7trjd6vog „ßdqvve
de fiiv ÖOQV fiaKQOv kXKOfievov, to fiev ov Tig
e7teq)QdaaaT0^^ (£664).
W 697:
alfia noXv miovra, KaQi] ßdXXov^ krigcoae
V: TtoXv, TO ydq oXiyov t<i) auXiif XeTtrivetai . ivaQywg
ÖS avrov 7t aqioTijaev \ —
Mit Citaten versehene Erklärungen und Verweisungen
fehlen :
K 75:
evvfi ivt fAaXaxfj^ Ttaqd ö^tvtBa 7toiY,LV eyceizo
V: ovöe ravra 6^, dXXd to nqijiov avTolg aci^ei. fia-
XaxT] yaQ otqco^vtj sari Tqj yeqovTi cog xat tiT) 0oivLY,i
„xwca TE ^ijyog ts^* (/ 661), tc^ de /Jiojuijdet vecoTeQci)
ovTL vTveavQCüTO ^ivog ßoog (v 155) tov öe ^Oövaaea xave-
7,Xiv€v iSuf-iaLog vitoßaXcov ^wnag Y,ai „dig/iia iov-d-döog
dyglov alyog^^ (^ 50) yial tcT) J lI ttjv veod-tjXea
Ttoiijv avad licüoi ,jXcjtov r' eQO'^evT^ i^de xqoxov
i^d' vdytivx^ov^^ (S 347) : —
K 122:
ovT oxvcp eYy,cov ovr' dq^Qadirjac vooio
V : q>iXa5eXq)iüg aTtoXoyelrai, ovo de iari di* wv yqdq^ei
TTjV ^ad^u/^iav^ d^iXeia xai avoia, xat ev ^Odvöoeiq
yjvrniog ij« xaXiq>Qü)v rje Ixar fied^let^^ (rf 371)
— 33 —
(ig za äoTcovv afjKXQtrj fia elg iyxwfiiov r^g ^rei-
^•aQxiciS neQiiar aTai : —
K 138:
i^ vTtvov dviyeiQe requiviog InnoTa NeartoQ
V: ovdiv eri tcolbl ^yafiififwv , diX ^Tcetai avTq,
TOVTO ärjXovvTog %ov noirjzov dg sv taig XQBiaig 6 dwarog
(Aoy<^ om. V) ocpeiksL ndvta TtqaxTBLVy ovx 6 ßaaikevg tc al
^Oävaaevg „xotQavewv eTcenwXelzo^^ : das letztere
ist ein Irrtum, der Schol. meint „cög oye noiQavicjv diene
OTQaTov'' {B 207).
K 206:
eX&elv; ei zivd tcov drjttjv i'Xoi iaxccrowvta
V: ^wyQi^ooi nqog x6 nv&eo&at td Ttaqd (sie) tc5>/
Ttolef^icjv. äid di tov „icxctrocovra^^ to duivdvvov VTcifprjve
T'^g TtQa^etjg xal dvz iTtaqeßaXe xo ,jfxeya nev ol
VTtovqdviov nXiog eXrj^^ (v 212): —
K 415:
ßovXdg ßovlevei &eiov Ttaqd orj^axi ^'Ikov
V : aTQaTr]yixiog tov xonov toitov arceki^axo f^iaov ovxa
TOV TtedloVf iva /uj} ot ^'EXKrpfeg dnoTv^elv ßovXo^evoi Xad-oiev
avTov, jyfitj Xoxog elgeXd-rjOi tvoXlv Xawv djteov-
Twv" (0 522). q)r]ot yovv „o« äi Ttaq^ ^'iXov arjfia
fxioaov KaTt Ttediov^^ {^ 166)
K 422:
ov ydq aq>iv naläeg oxsädv e^aTat ovdi yvvalueg
V: elg to davfiTiad-eg tüv ßaqßdqwv. evXoycjg de dno-
xqiverai. rjqwTi^&r] ydq jyTtwg de a\ tcüv aXXcov Tqcjcov
(pvXaycai Te xat evval^^ (v 408), ov fiovov neql
Twv (pvXaaoovTiJv \ —
'F 33 :
evo/devot TavvovTo did cpXoyog ^H(paiaToio '
V: ^vetv TO Tdg xqixag dTiOKaiecv „evae ftioTvXXev
Te xat dficp^ 6ß eXola iv erceiqev^^ (^ 75)
8
— 34 —
"F 79:
dfiq>€xccv9 ovvyeqtj ijjteQ Xaxe yeivofXBvop tzbq
V: xatiTtiev „€t^' afAfie xavot neql Ttdvrag
oXed-Qog^^ avrl tov maxaTt lol: —
W 90:
€TQaq>i z'ivdvxeojg xat adv d^eQaTtovv^ ovoiirpfBV
V: naXelad-ai iftoirjaev o eotiv eivai „aij TcaQaxoiTig
nixXfjfiai^^ {J 60) cvtI tov eifjii: —
W 304:
TLvXoiyevieg de 6i InnoL
wxvTtoöeg q)€QOv oQfia
V : 'yQaq)eTai xal j^Ttahxtyeveeg^^. „of^q^o) ydq drifißovTai
veoTTjTog^^ (v 445). to de WKVTtoäeg int veotrpcog c5g ro
„evfieXirig ÜQiafAog^^ xat „nediqt dvd-efioevTi^^ (B 467)
T^ 2xaiÄavdQi(p,
W 566:
ToTai di xat Mevihxog dviararo dvfjidv dx^vcuv
V : ov did OficxQoXoylav eq)ieTaL tov ^ei^ovog ad-lov,
dild qrvaei Ttdweg vixav d-iXo^ev. q)iX6Tifiog /xiv ovv iari
Tteqt rijv vixrjVy ort de ov dvaegig, k'dei^e TtaQaxQtj/i^cc Sia-
Xvadfievog. (Äe/Acperai de avvi^ djtazrjaavTL xat Tcaqd Ttiv
r^QCüi'xrjv dTtXottjza navovqyiioavTi. xat läxtXXevg ,,€x
ydq (Jij fi^dTtarrjae xat ijXiTe^^ (/ 375)
^ 635 : -
!dyxaXov di TtdXrj JJXevQiüviov, og fioi dviatrj
V : Ttagd t6 „dyxdg dXXi^Xiov Xaßexrp>^^ (711). fieydXag
ydg elxe X^^ßoff. l'oiog de xat uaqd rag TtXevQog IIXevQcivcog,
Locog de dno Ttjg d-iag dvaardg rjycJviaaTO röv xriQvxog ßo-
TiaavTog xat ev ^Odvaaei(f „fiij rig tol dfieivtov
aXXog cvaav^^^ (a 333) : —
r^\
— 35
"F 885:
xäd de keßrift* OTtvQOv ßoog a^iov avd'BfioevTa
V: dv&efÄoriaiov ij noixikov avrt (sie) Tc3y ivretoqev'
liivvDv dvd-üv aneq nat avd^efia nalovacv. aal Tlivdaqog
(Ol 2. 271) „Sv^fijua de xqvoov'': —
Den Schluss derartiger Scholien möge machen das merk-
würdige SchoKon, das wir in V zu Ä 247 lesen:
Totnov y*ea7tofĀvoio xat ix TtvQog aid'Of^ivoio
afxqxo voazT^aaifAev
y : TtQog TO q>iXdXk7]lov ovx el^te vooTrjaaLfiL xat VTto-
(falvec wg ei ixilov etkero, aitiog av. &avatov dfiq>OTiQOig
xad-eOTi^xei xat eoixev tY.eiv to d-eloio „fiovovg yccg
d-sovg ovn dvallaxei ro rcvq^^ (?)
Ausserdem sind auch sonstige Mitteüungen, die auf gute
Quellen zurückgehen, ausgefallen.
Ä 85 :
q)&€Yy€0 fxtjd* dxiwv irt^ efjC eQxeo» TiTtre de ae XQed ;
V: TaQucoofievog q>r]acv. eine Jt' tjv alxlav Ttqog pie
riXd-eg. af^a de nai die z^g q)cov^g d-eXec f^ad-elv,
fxrj ex&qog eHrj' ovito) yaQ elxov owd-rifiara. rj
Vaiog VTtovoel iiri QQaavfirjdi^g ea%l rijy xa^iv
exkeXoLTtaig q)vXdxo)v : — das ist wohl in B zusammen-
gezogen exrcXr^TTevaL ydg inovoüv rijy rmv TtoXe^ioiv eq>odov ?
Ä 510 :
firj xat 7teq)oßr]fiavog eld-fig,
fiT^ jtov Tig xat TQükxg eyelQrjaiv l^eog aXXog
V: ov fÄOvov did tov ,,7teq)oßrj/Äivog^^y dXXd xai did xov
„d-eog^^ ixdeiiiaTdi. x6 de ,,aXXog^^ eail^avep otl xat ovtj]
d-eog iariv. r^drj di xat TtagoifÄiiudeg yeyove „^>;
reg xat Tqwag eyeiQr]^^ : —
3*
— 36 —
y 100 :
ovd^ kXaße. xpvxij de xara %d'Ovog ^t/iB xoTtvog
V: diä To kenrov xai Ttvevfiarwdeg. rl TtQog ri^v
xivtiaiv. ZcitXog di q>f]aiv ort dXX^ 6 xaTtvog avio
Man vergleiche noch die SchoKen K 149, 394, V 271,
730 bei Dindorf mit denen von Bekker.
Begründungen, eingehendere Erklärungen etc. fehlen sehr
häufig :
K 140:
hi d^^Xd-e TiXiairjg xal ag)eag Ttqog fiv^ov eemev
V: SvawTteiTaL yoQ Niotoqog xaXovvrog. ov deiXog de
oTi ivtog T^g aycTjv^g Tcad^evdei. ov yaq Ttqog aaq)dXeiav ai
anTjvai, dXXa Tcqog OKiTtTjv avrolg TtenoirivzaL, 6 yovv
l^yafiifivtjv elg rijy Gxrjvrjv eigaqxBTai Nearo-
qog (?) ovdev ixvqov exovaav nqog eq)odov noXe-
ßiliov : —
K 192:
ovTit) vvvj fplXcL reuva, g)vXaaaere, ^rjde tiv^ vrcvog
aiqetTCJ
V : Tex^ixdig did xov TtaqayyeTXai avtolg Sfiolcjg qwXdr-
reiv in'jßveae tb a/ia xal nqogera^ev dvB7tiq>96vo}g, ev de xal
TO y,q>iXa Tf'xya". Tqi ydq avyyevixt^ ovofian zrjv an 6 rot
v/tvov vevixrpiev iqdovriv. xov de Tcaidog ovä^ oXtog
ifivtjfiovevaev : —
Ä 233 :
Tolai de xal (jLeteeinev ava^ dvdqäv Idya^ifjivixtv
V: Ttavra Niazwq dKiixrjoe xataTtXrfx&ivrog xov ßaai"
Xt(og. dtOTtov de f^v t6 acpwvov avxov fAelvai. vvv ovv r<^'5
l^dqaei Twv dqiazitov üoTieq dvaa<pi^Xag qnrjal neqi xov ddeX-
— 37 —
q)Ov^ OTOTtov yccQ ijv NioToqa xai tovxo igelr
ytaraßaXXovva rov MeviXaov z —
K 243:
nag av CTceir^ 'Odvaatjog iyaH ^eioio laihoifitpf
V: Tj eavTOv &a^^wv avdqlff avfdßovlw aiQEtrai. dio
Ttagltjai ^Yavra: —
K 427:
TOiyaQ iyd xat ravra (icV äxfjBxitag xavali^o}
V : xai TtXeiova wv r/^r?]^ij Xiyec avfAßovlog yivo/dsvog
rov oXed-QOv Ttüv avfi/iaxtov. lovxo ie deiXiag xai
XctvvovfjTog avfißoXov : —
Ä 433 :
ei yaq drj fÄSf^arov Tqcjiüv naradvvm OfJiXov
V : Ol fiiv TteQi *Odvaaia ov TQavorerov i^iqrrjvav %iiv
ßovXrjaiVj 6 äi avfißaXXetai avTciv zf^ axiil^ec xat fiiag ipvx^g
aüv^iff nqodidiüöi, oXcyp z6 ov^^axinov, oi de xal Inai^
vovatv (v 448) wg OTCOTQexpafievov avrovg ^'E%%OQog
diä rov inaLvov tüv @Q(je>i(Sv : —
V 30:
TtoXXot fiiv ßoeg aQyoi dgex^^eov auqü aidri^
Ausser den von B gegebenen Erklärungen lesen wir
noch in V : ?/ otqyüg^ o eazi Taxi(og wg „raxeeg
d^lTtTtrjeg ayeqd-ev^^ (287) viveg öi dqyol avvex^lgy
raxelg^ ädidXeiTCtoi rj dqyi^ aidi^Qq) rtp TtoXiif : —
^ 139 :
aiipa de oi ytevoeixia vr^ecyp vXrjv
V : TijV aQeOKO/Äivrjv l^xiXXei f] rriv TtQenovaav tj nvQ^.
cprjat yovv ,yfcaqd re axelv wg iTtieixeg^^ (50). /ustcv^-
vextav de OTtd räv ^civTwv, xvglwg ydq av etTtoi
Tig fievoemeg ro t^ re fxivet dqeorov xat xara-
&vfiiov : —
— 38 —
W 301:.
livxih>xog de zitaqtög ivtQixccg (OTtXlaa^^ trCTiovg
V : ov (jLCLtrpf lircikoxog dytovi^erai. IfCTiiTcov yaq ioTi
TiaTQog xai nagi^ei acpoQfirjv z^ rcaxql VTCO&rjuag aiz^
fjvLoxBiag Ttaqadovvai. &XX(ag ze nat djtoyovog iaziv
iTtTtiov d-eoi Iloaeidcjvog : —
W 336 :
jyx' ^tt' (XQiözeQa zouv, ardg zov de^iov %7tnov
V: i^Q^fia nXidijvat. nqog z6 fi'qze ozQd}pai (sie) zov
di<pQOv yial zov de^iov Xjtnov xerzgiaai nqog z6 dgafieiv,
äXld xai %ovq>iod-rlvai zov diq>qov xal Tvegi-
ÖQafielv, 6 di dqiozeqog axoXoclzeQOv ävvei: —
V 537:
diX' aye (5ij ol dwfiev di^-liov, (og STtieixeg
V : diödaxei zovg naqd zr^v d^iav dzvxovvzag iXeelv xai
lirj Z'^g dQBT'^g iav vitsqreQeiv zrjv zvxfjv (dUrjvY). aXXaig
ze Tcai OeaaaXog 6 EvfirjXog : —
V 599:
Xr/tov dXäi^OKOvzog, oze q)qiooovaiv aQOvqai
V : oz€ zeleiovvzai ol azdxveg : zoze ydq q>avtQd ylvezat
ij dQÖaog, ovx^ St« eiat zaneivoL ii dvoQ&ovvzai 1^ Tcivovvzai,
k'azL de xai Ttqog TtoXefiiovg jtq^og MeveXaog: —
W 612 :
^H ^a, xai udvzikoxoio Norj^ovi dwxev ezaiqif)
V: ovofjia {yuvqiov o. V) o xai iv ^Oövaaei(f (ß 386)
ffviog Ogovioio Noi^fiCJv^^, del de zovovzov elvat ^v-
ziXoxov ezaiqov : —
W 720 :
ovt' ^tag ävvazoj xqazeqri S*exev ?g ^Oövafog
V : ij /lercf zixvrjg, zovzip ydq ivixa, tazi de TtaXatazi^g,
— 39 —
cl'yc xat xov Oikofir^keldrjv xareTtdlaiaev {d S42): —
dafür hat B kati di nahxiat'qg e/tiari^fMov,
Man vergleiche noch die SchoKen bei D. V 353, 649,
666, 736 mit den SchoKen bei Bekker.
Diese Beobachtung hat sich mir durch alle Bücher
liindurch bestätigt und ich könnte das hier Gebotene noch
um Reichliches vermehren. Leicht kann sich davon ein
Jeder überzeugen an der Hand von Bekkers Ausgabe, wo
die Zusätze aus V vielfach angegeben sind. Doch ist hiebei
zu bemerken, dass nicht selten für die Sigla V bei Bekker
fälschlich A steht. Auch sieht man daselbst nicht selten
Scholien mit der Sigla BLV versehen, die nur einzelne
Teile mit einander gemein haben, wo also die Zusätze aus
V nicht eigens kenntlich gemacht sind.
Aber das Hauptübel, woran diese Scholien des Venetus
B leiden, ist nicht etwa mangelhafte und ungeschickte Re-
daction, willkürlich^ und unverständige Kürzung, so sehr
dieselben auch dadurch verschlechtert wurden: am gröbsten
wurde denselben von unserm librarius mitgespielt durch ein
anderes Verfahren, das ein würdiges Seitenstück bildet zu
den oben dargelegten Principien dieses Schreibers : es ist das
heillose Verfahren der Cont amination.
„Verkürzen und Zusammenziehen** sind die Losungs-
worte dieses gedankenlosen und handwerksmässig arbeitenden
Gesellen gewesen: und er hat damit gearbeitet und Pracht-
stücke in die Welt gesetzt, die noch bis auf den heutigen
Tag in unsem Scholienausgaben glänzen — ja bis auf den
heutigen Tag, obwohl der Schreiber nur zu deutliche Spuren
seines unsauberen Verfahren« zurückgelassen und Irrtümer
begangen hat, die gross und mächtig sind „wie der, der sie
gezeugt.**
In der Recension von D.'s Scholia Vol. HI u. IV (Jahrb.
1878 p. 536) bin ich der De scholiis Victorianis Homericis
— 40 —
nur constatirten Tatsache etwas näher getreten, und eine
eingehende Beschäftigung mit dieser für die richtige Gestalt-
ung und Herausgabe dieser Scholien so wichtigen und ein-
schneidenden Frage hat mich voUständig belehrt und über-
zeugt, dass eine neue Ausgabe nur gewinnt, wenn sie jenen
Codex erst in zweiter Linie heranzieht; denn es lässt sich
mit den triftigsten Gründen erweisen, dass wir, wenn heute
im Venet. B ein einziges grösseres Scholion steht, wo der
Vict. 2 oder mehrere durch Lemmata geschiedene Scholien
bietet, in den Scholien der letzteren Handschrift die ur-
sprüngliche und älteste Gestalt derselben erblicken müssen.
Denn es ist nicht anders: der Schreiber der Scholien
des Venet. B — oder ein anderer vor ihm — hat,
um nicht immer neue litterae numerales über
die Worte des Textes und an den Anfang der
Scholien setzen zu müssen, der Bequemlichkeit
wegen 2 oder mehrere Scholien in ein einziges
zusammengezogen. Anders wüsste ich mir diese Tat-
sache nicht zu erklären ! Mit dieser Contamination allein war
ihm natürlich noch lange nicht gedient : treu dem früher
gezeichneten Verfahren hat er viele ihm vorliegende Scholien,
an denen er diese seine Hauptoperation vollziehen wollte,
sich zuerst zurecht präparirt durch kräftige und kühne, am
Anfang, in der Mitte, insbesondere aber am Ende ange-
brachte Schnitte, ganz so, wie wir es eben dargelegt haben.
Dass durch diese grossen und kleinen Operationen diese
Scholien nichts gewonnen haben, ist vollständig klar. Nun
sind freilich noch andere Annahmen über diesen Punkt
denkbar und zulässig , so dass man vermuten könnte : nicht
die Scholien des Vict., sondern die des Venet. B repräsen-
tiren die älteste und ursprünglichste Gestalt dieser Scholien.
Z. B. Es war ursprünglich ein zusammenhängend ge-
schriebener, mit de vermittelter Commentar : diesen schrieb
nachher ein anderer — vielleicht ein byzantinischer Ge"
— 41 —
lehrter — in einer andern Redactionfjform so ab, dass er die
einzelnen Erklärungen sonderte und sie mit eigenen lemmata
versah. Oder: was schon viel wahrscheinlicher klingt: dieser
ursprünglich zusammenhängende mit äi vermittelte Commen-
tar ward zunächst hinübergeschrieben mit Auflösung der ver-
bindenden Partikeln an ein Exemplar des homerischen Textes
— an den obem, mittleren, unteren Rand — über die Zeüen
etc.: diejenige Redaction tmserer Scholien nun, welche noch
am meisten an den mit de oder anderen Partikeln verbundenen
Commentar sich anschliesst, repräsentirt also die älteste Ge-
stalt derselben. Ich muss gestehen : auf diesem Wege kämen
wir direct zu dem librarius des Venet. B: Aber wir wollen
ihn uns so fem als möglich halten: denn kein Gedanke
im Entferntesten daran, dass' wir hier in diesem un-
seligen Wirrwarr vieler grösserer Scholien die älteste Quelle
des ursprünglich verbundenen Commentares vor uns haben :
die Beweise vom Gegenteil sind ja zu offenbar und sprechend :
die ursprünglich getrennten Scholien wurden vielmehr von
unserm librarius zu einem oft geradezu unverdaulichen Con-
glomerat in unverantwortlicher Weise zusammengeschweisst.
, Facta loquuntur.*
Man betrachte einmal folgende Fälle.
r 201 sagt Helena von Odysseus:
og TQdq>f] iv dr^fjKp-^Id'd'Krig nQavafjg neq eovarjg
Dies erläutert nun B unter anderm mit folgenden Worten :
ijdsi de Tovrovg c5g ^eviad-ivrag Ttag* ovtj, o did to yr^og-
Tioqeg eTtt fiovov ^Idof^evewg earjfiavev. ote ydq ix Tevidov
eTtQEoßsvaavTO ol Tragt Mevelaov, rote 14vti^vcoq 6 ^iT^etaovog
vTteöe^aro avrovg Kai doXocpovela&ac fieXlovvag eacoaev. o&ev
liexd T'^v Tfjg Tqoiag aXioaiv Idyaiie^vwv eniXevaev q)€iaa-
ad-ai Tcov olxeiwv IdtvTT^OQog, TtaQÖdXewg dogav e^aifjag nqo
Täv OLTLiav avTov : — Wenn das Jemand verstehen könnte !
In den Worten ^det äe tovtovg dg ^eviad^evrag rcaq' avty
— 42 —
•
— iar]iittvep will der Scholiast sagen: Helene kannte dess-
w^en den Odysseus , wie den Idomeneus , von welchem sie
V 232 sagt :
TtoXXdytL fiiv ^eiviaaev dqrfCq)ih)g MeviXaog
ol'xf^ iv '^fieriQip, otiotb KQ^Ttjd-ev Ilxolto.
Von einer Bewirtung beider in Troja kann also gar
keine Rede sein! Was haben nun die ersten. Worte da zu
tun mit dem Folgenden ore yaq ex Tevidov — olxwy
avTOv : — ? doch wohl gar nichts ! Sie beziehen sich ja,
wie Jeder sieht, auf etwas ganz anderes: nämlich auf die
Worte des Antenor
V 205:
ridt) yccQ xal devQO Ttox" xiXvd^t diog ^Odvaaeug
aev Jrfix' ayyellrjg avv aQrjicpiiÄif Mev€Xd(i>
Da haben sie Sinn ! Doch wie kommt unser Ritter dazu ein
solches monstrum von einem Scholion zu produciren ! Ich
dächte, das ist einfach und natürlich. Hatte er nämlich
mehrere Scholien flir seine traurige Operation ausersehen
und durchgemustert, da wurde ihm, wie er denn ein Schlau-
kopf war, sofort klar, daas er z. B. hier von sich aus keine
verbindende Partikel, kein de oder xai etc. einzusetzen
brauchte: das zweite Scholion lautete ja mit ydq an und
spricht von ^evi^eiv wie das erste und da hat er beide fried-
«
lieh nebeneinander gestellt!
Bekker hatte da£i schon richtig erkannt und daher die
Scholien nach V gegeben :
a) nQavarjg neq iovatjg: xai XvTtQa ydf %o)qia
TtigwTtev aqicxovg avdqag iiiq)€Qeiv. jßdei de tov-
Tovg C(5g ^evia&evTag Traq^ ccvrfj, o did ro Tcqog'KO-
qeg int fiovov ^Idoiieviiag eo'qftavev „TtoXXdxi
fiLv ^eiviaaev^^ (232)
b) ¥^07] ydq nai äevQO (205) : oze ydq
avTOv : —
— 43 —
In einem prächtigen Gleiclinisse schildert uns der Dichter
J 422 ff. das Anrücken der Danaer :
wg tot' iTraaavTBQai Javaoiv -klvvvto ^layyeg.
Da bemerkt nun B zu dem Gleichnisse: ov ngog tov tjXOVj
aXla rr^v STtdXki^Xov tüv q)aX(iyyi()v (pOQdv noQBvovzai yccQ
jiOiyij äeidioveg arjfidvto^ag^^ (431). Ziqivqov yäq naqihxßev
av(od'ev iftiuvkiovra rd KVfiaTa, iqe^aiuig re aq^^ai y^eTtL"
relvezai de vareqov, dio xat ro vtco xivr^aavrog, xat ovT(x)g
xard fjiiqog av^ei rd rov TtoHfxov, TtQoawipoi de xat vvv
To Jiofii^dovg TtqogcoTtov : — Wie kommt, so frage ich, Dio-
medes zu der Ehre, in diesem Gleichnisse verherrlicht zu
sein ? Nun sehr einfach , durch die Dimmiheit unseres
Schreibers ! Bei der vorgenommenen Durchmusterung der
ihm verfallenen Scholien begegnete nämlich seinen Augen
ein grosseres und ein kleineres : er seufzt über die Arbeit :
beginnt aber mit dem harten Stück derselben zuerst : atmet
nach dessen Beendigung hoch auf und setzt dann ,,den
Pferdekopf** daran. Ich habe nämlich sehr häufig beobachtet,
obwohl es bei diesen Schreiberlaunen auch Fälle vom Gegen-
teil gibt, dass er gern bei seiner Contamination mit dem
grösseren Scholion beginnt, dem er dann das kleinere an-
hängt.
Hier ist es unzweifelhaft so V :
a) raXaaiq>QOvd 7t eq: Tcgogawipöl (sie) ro jtQog'
(OTtov JiOfjLridovg : — (421)
b) (ag rf'oir' iv aiyiaX^: ov Ttqog tov rffpv . . . .
TtoXefiov : —
Hätte man früher nur eine Ahnung davon gehabt, wie
die meisten grösseren Scholien des Venet. B entstanden sind,
man hätte kaum den in ihnen oft breit daliegenden Unsinn
zum Abdrucke gebracht. Davon noch einige Beispiele :
Helena sagt F 180:
dariQ atr' fijtiog saxe KvviOTtidog, ei Ttoz* erjv ye
_ u -
B lasst sich nun darüber in folgender geistreicher Weise
vernehmen: if^og eane xvvciTtidog: n^g ti}v arjf^aauxv
VTtrivzrflB Tov xvvdTtiäag xal t6 ifzog. dai^Q yaq ifiov rrjg
xwcjTtidog. T] ovtwg et tcox* erp^ <Jö^)?> ßi"Og eijv. tovtov de
TO dTjXvTcov ov ddei^af dXKct yaXiog, Sid di rov daiqog Xtkrj-
d-ortag tov avdqa oXoqwQezai : — Das ist nun wieder voll-
ständig sinnlos ! denn was hat das ri ovitog ei rcort' %rj[»
dai^Q, i^og erjv mit der vorausgehenden Erklänmg des Genit.
-KvvtaTtidog zu tun? Wie kann man da von einem rj ovrcjg
reden? Sed vide »quid distent aera lupinis*. V bietet:
a) da'^q ifidg nvvtiTtidog: Ttqog rrjv arjfiaaiav
VTtr^vTtjae, to ydq dariq ifzog drjXöi ro da^q ifiov
TTJg xwdftidog, Tovtov de t6 dTjXvxov
TOV avdqa oXoqwqerai : —
b) fil'TTor' srjv ye: ii Ttove r^v dai^q, ifiog riv darfi.
Aus diesen beiden Scholien ist das eine in B in höchst
ungeschickter Weise contaminirt worden.
Dass der Sinn oder vielmehr der Unsinn, der durch
eine oft so geistlose Gontamination entsteht, unsem Schreiber
nicht im mindesten genirt, davon noch ein Beispiel.
Helena fühlt Sehnsucht F 140 :
dväqog re Ttqoreqoio nat aateog rfie Tox^wy.
Zu diesen Worten lesen wir in V das eine kurze Scholion
dvdqog Jtqoveqoio: ayvoel ttjv Orjoicog dqTtayi^v OTtcog
(lege : 6 Ttocrjti^g). int dvo yovv Ttqoreqoio qrrjat : — Ein
ähnliches Scholion, wohl aus dem Werke des Aristonicus
stammend, lag auch B vor: er schreibt: ayvoel rrjv Orjaetag
aqnayriv 6 TtOir^xrjg, i^ (»^ ist zu streichen) to nqoreqoio eTtl
fjLOv&v MeveXdov red-emev^ (og elvai devreqov ^Xe^avdqov : —
Man ist ordentlich froh, einmal Etwas Gutes bei ihm zu
lesen, aber was thut er, der Unglücksmensch ? nachi^Af^ay-
dqov fahrt er allen Ernstes fort : eTtai nqäxov ftiv VTto
— 45 —
l4%üJiA(aq iv ovelQq) ow avrdg ov fiifjivr]Tai : — ! ! !
K 257 heisst es von Thrasymedes , der den Tydiden
zum Auszug rüstet:
df^q)i de ol xvvhjv xB(paXfjg>iv edirpuBv
TovQeirjVy aq>al6v tb xai äiXoqtovy ijre xctvaiTvi
i^iuXrjxaiy ^etai de xdgi] d-akeqtüv ai^rjciv.
Worauf mag sich aber das Scholion beziehen, das wir
in B lesen? Dindorf setzte das lemma ^verai de xaqv}
vor: deinwaiv ori TtQog fiovrjv aximjv, ov TtQog noof^ov Tte-
TtoiTjrai, wate rg /ley ifi7th>x'^ tcüv Ifidvrwv dvadidXvrov
elvai To TiQavogy T?]y de e^(x)d-€v e7tiq)aveictv ansTtead'ai fiecä
Twy odovTwv TTvxvcUg eqeiod-evcwv : —
Wer könnte je, wenn er die Sache ernstlich nimmt,
diesem Scholion einen Sinn abgewinnen ? Es ist unmöglich :
die Worte beziehen sich eben auf verschiedene Verse und
im V sind sie wieder ganz richtig geschieden :
a) ^verai de xagr] (259): ort nqog iiovrjv aninr^v
7iejtoLr[catj ov Ttqog xoa^ov, (faXog de eati fiiTtQog
Ofiqxxlog, ov devcai 6 X6q)og : —
b) ^ivov TtoiriTi^Vy TtoXiaiv d^evroa&ev i^fi-
aiv (262) : wäre t jf ifirrXox'g xiHv Ifidvtcjv dvadid-
XvTov fielvaL %6 v.qdvog^ xiv de e^iad-ev i7tiq)dveuxv
axi7tea&ai xard (sie) rtiv odovrtav TCVTivcüg egei"
a&ivTCJv : —
Da ist Alles klar und verständlich.
E 407 lesen wir :
ovTi fidX* ov drjvaiogj og dd-ccvdtoiai ^dxrjxat
B bemerkt: ^crA' ov dr/vaiog: ov (idhx drjvaiog
xal xQOviog, elg evaißeiav de rjfAag did tovtwv TtaQaxaKel : —
das ist so kurz und sieht so unschuldig aus und doch ist
es contaminirt. Man sehe V :
— 46 —
a) om fiaX^ ov drivaiog: ov fidla drjvaiog, eis
evaißeiav ^f^Sg diä rovtcav TtaQaxcdei: —
b) ov drjva Log: noXvxQoviog: —
Das ist sicher da£i erste und ursprünglichste, a gibt die
Erklärung von der Stellung des ftaX" ov für ov fidk\ woran
sich noch eine andere Bemerkung angeschlossen, b ist eine
Glosse, die mit dem ursprünglichen Scholion nichts zu tun
hat. In B sehen wir nun Glosse und Scholion zu einem
Ganzen friedlich vereinigt. Ich denke daÄ ist ein hochwich-
tiger Gesichtspunkt für die Betrachtung, wie die ursprüng-
liche Gestalt dieser Scholien zuerst verändert wurde.
Ich möchte nun zur Besprechung eines Scholions über-
gehen, das wie kaum ein zweites die Kritik herausfordert
und das in mir schon früher den Gedanken an eine Conta-
mination wach rief. Es mögen zuerst die Scholien folgen,
wie sie im V stehen. N 367 ff. ist von Othryoneus die Rede.
V hat da folgende Scholien :
a) r^ (J'6 yiQO)v Tlqiafiog (367): q^ovevcov avrov
diddaTcec firj rd vneq dvvafxiv eTtayyeiXBö&ai firjre
firjv Toig Toiavraig TtcaveveLv V7ioa%eaeoiv : —
Nun das ist vollständig klar : diese Scholiasten spüren
ja bei dem Dichter immer moralischen und didactischen Ten-
denzen nach , eine solche nahmen sie auch hier wieder
an : zu diddaxei ist also Subject 6 TcoirjZT^g und g)ovevü)v
heisst ^ indem er ihn tötet d. h. töten, sterben lässt** gerade
wie wir E 635 vom Dichter gesagt im Seh. lesen : äio xai
TXrjTroXeiiov dvaiqei. Der Scholiast meint, man solle nicht
das Vermögen übersteigende Versprechungen geben , wie
Othryoneus , noch solchen prahlerischen Versprechungen
glauben, wie dies Priamus tut. Also kann das Scholion
ganz gut bei diesem Verse stehen.
— 47 —
b) 6 ö^iTtev^aro gxüvrjaiv %b (v 373): tlvb^ de
xeQTOfiewv €7tog rjvda, ov yäq Tiavxriftctviav
aiQei Xoyov, dXXd oaQxaa^ov dvanXectiv : —
Das hat seinen ganz guten Sinn und wird Kenner dieser
Scholien kaum befremden , da wir ja Varianten zu den eine
Rede einleitenden Worten genug haben; femer ist auch der
Charakter der folgenden Rede mit aaQxaafiov avanXBiag voll-
ständig richtig getroJBfen.
c) cu ^OS-qvovevi rj dno avrofiohav Iq ertl rqf enay-
y^Xfiari TtecprjjiiaTai railg fiev e/r' eXTtidi vUrjg,
Tolg 5' "EHrjaiv ijt^ dßeXrrjQiav : —
Dieses Scholion ist corrupt, aber wenn man die Worte
auch nicht sicher emendiren kann, so ist doch der Sinn von
dem, was ursprünglich hier stand, unschwer zu erraten. Das
lemma zeigt uns den Namen ^OS'Qvovev und nun war wohl
bemerkt, Idomeneus konnte den Namen wie das Versprechen
des Othryoneus entweder von Ueberläufem gehört haben
oder die Sache war überhaupt öjBfentlich bekannt gemacht
worden, um die Troer mit der HofiBiung auf den Sieg zu
heben, die Griechen einzuschüchtern. Was nun das erstere
anbelangt , so bemerkt Aristonicus zu S 45 i^dytovOTa de
iylvero TtaQa tolg noXefiloig wg nat rd neqi tov ^OO'Qvovea
und zu K 447 elxog di rivcov yivcoaxeod'ai xd ovofjiaTa, (og
av öe^ahovg yeyovorog xQ^^^^ . . . : — vgl. Arist. zu
Y 389, so geht also die Bemerkung in V teilweise auf eine
ganz gute Quelle zurück.
d) alvi^o^ai : i^ eTtaivü nagd tov alvov ij (poßov-
fxat Tiaqd t6 deivov (sie) r/ dirjyrjalv oe noii^aofxai
naqd to cuvov „alvog ftev toi dfxvfxmv^^ (^ 508)
Tiveg di alvl^Ofiat: —
Dieses Scholion bedarf wohl keiner Erklärung.
— 48 —
Statt dieser 4 Schollen bietet nun B zu iV^ 374 ein einziges
mit folgendem Wortlaut : r[ inl räv avro(i6hav rj im 7tavx(av
alxf^ahitiüv ij iTvt rcHv en iXTcldi eTtayyeXfÄatütv ai ävaqxo-
vrjoeis xatTOvraL, o\ fiiv ovv TgiSeg avrov skTridi vUrig
d'avfid^ovai xat avaiQOVfiivov q)oßovvxai, 6i de ^'EXkrjveg STti
dßektrjqi(f €7tLg)Cüvovaiv \ q)ovev(ov de avtov 6 ^Idofxevevg di-
daaycei firj xd vtveq dvvafiiv irtayymead-at ii'^tb ^tjv tolq
Toiavraig TCiareveiv VTtoaxeaBaiv \ ov xavx^f^ctriav de TtqO"
(piqei Xoyovy a}Xd oaQxaauov dvccTtlecov \ Xiyei ydq alvi-
to(iat ijroi ertaivü naqd xov alvov rj (paßov^ai TtaQa ro
alvov : —
Ist liier auch nur ein einziger vernünftiger Gedanke ? !
Meinetwegen der Scholiastengedanken : ol fiiv ovv Tgoieg
avTOv eXniöi viiir]g ^av^aC^ovOi ycai dvaiQOVfiivov cpoßovvrac:
denn ol de "EkXrjveg enl dßelTtjQiif iTtiqxavovaiv ist schon
wieder unrichtig oder ungenau! Doch folgen wir lieber unserm
Dunkelmann in's Einzelne : es ist eine lohnende Aufgabe :
wir ahnen also zunächst, dass unserm Schreiber 4 ähnlich
oder gleichlautende Scholien, wie wir sie aus dem V mit-
geteilt, vorlagen: Nun, was hat er damit angefangen? Er
hat sie zu einem wunderschönen Ganzen verbunden. Doch
wie? Zunächst hat er mit dem Scholion begonnen, welches
er zu dem v 374 gelesen :
^OO'Qvovev^ Tceql örj ae ßqoxüv aiviCo^'* äjtavxcov
Nun wir konnten aus den Worten des unter c mitge-
teilten Scholions doch wenigstens annähernd einen Sinn
eruiren : aber wer deutet uns dieses Orakel : „»/ ini xüv
avxofioXcov 11] enl ndvxcjv alxfiaXcjxwv ai
dvaq)covriaeig xdxxovxai ; ? doch mag vielleicht schon seine
Vorlage corrupt gewesen sein und wir wollen ihm daraus
keinen Vorwurf machen. Aber warum hat er nun gerade
mit diesem Vers angefangen ? Weil er ein Schlaukopf war !
Er sah ja, dass von den Scholien, an denen er seine beliebte
— 49 —
Operation vollziehen wollte, 2 sich auf den Vers 374 be-
zogen, also hat er praktisch in seiner Art gerade damit an-
gefangen : das war natürlich das Ttquivov ifßevdos l Hatte
er also mit der Rede des Idomeneus begonnen, so musste
notwendig das unter a mitgeteilte Scholion, das nun zunächst
unterzubringen war, in einen falschen Zusammenhang und in
eine falsche Stellung kommen und das war die Veranlassung,
warum der Schreiber den Namen ^[dojispevg einsetzte und fort-
&hr: g)ov€vcov da avrov 6 ^Idofievevg diddaxet. Aber damit ist
nun gerade dem Geiste dieser exegetischen Scholien, soweit
man da von Geist reden kann, auf die gröblichste Weise
ins Gesicht geschlagen : denn es ist doch eine der trostlosesten
Wahrnehmungen, die man bei diesen f(ir Poesie so wenig
emp&nglichQU SchoUasten macht, dass sie überall in die ein-
fachen, natürlichen Worte des Dichters die lacherlichsten
didactischen Tendenzen hineintragen: darum ist nur einzig
richtig, was in V steht oder zu ergänzen ist ^'OfitjQog oder
jroifjtrjg.
Mit dem Einsetzen des Namens ^Idofuisvevg war aber für
den Schreiber viel gewonnen : denn passend oder unpassend
musste er ihm die beiden folgenden Scholien b und d zu-
sammenhalten : ov 7iQoq^€Q€i Xoyov — Xeyei yag. Wir müssten
xmsem Variantenfeind von früher her wenig kennen, wenn
wir nicht im Voraus bestimmen könnten, wie er mit den
unter b mitgeteilten Scholien umgeht: das Grundprincip
heisst Streichen! Er lässt also die Variante weg und fahrt
dann fort Xeyei yaq alvl^Ofiai r/noi hcaivü .... Ttaqä
t6 alvov : — Aber es ist geradezu lächerlich, uns zuzumuten,
den Sarkasmus der nun folgenden ganz vortrefflichen Rede
nur einzig und allein in dem alvl^ofiai zu suchen. Auf
die allerungeschickteste Weise hat unser Ritter die unter d
gegebene Erklärung von alvi^OfxaL, die mit dem Voraus-
gehenden gar nichts zu tun hat \m^ nur für sich besteht,
natürlich wieder mit den nötigen Kürzungen angeflickt.
— so-
wie nun zunächst durch diese bequeme und geistlose
Gontamination dieses dunklen Schreibers eine ganze Reihe
von Scholien vollständig unklar und unverständlich geworden
ist, so wurde dadurch wieder in andern die ursprüngliche
Beziehung und Bedeutung derselben total verändert und ver-
kehrt, was ja ganz natürlich war, sobald dieselben einmal
aus ihrer richtigen Stellimg verrückt mit Scholien verbunden
worden, mit denen sie gar nichts zu tun haben. Sehen wir
uns daher einmal einige an :
J 228 ist von den Rossen des Agamemnon die Rede :
EvQVfiidwv, viog nTol€f,iaiov TleiqaCöao'
Das erläutert uns B in einem Scholion : JleiQaiog IleiQaidrjg,
TleiQdidrjg 'Kara didoTaaiv. dvanaveL de avröig rrjv dvvaixiv
elg Tfjv liiiXovaav Tafiievofievog fddxtjv : — Unter dem avzoig
kann man natürlich nur die Rosse des Agamemnon verstehen
und das klingt doch sonderbar genug. Wenn wir nun im
Folgenden lesen 229, 230 :
r^ liahx TtolX inereXle Ttaqiaxifxev, OTtTtore xev (ziv
yvia hxßjj xa/iarog, TtoMag did TLOiqaveovra
so sieht man deutlich, dass dem ursprünglichen Stholion eine
andere Beziehung gegeben wurde, dass das, was von Aga-
memnon gesagt wurde, durch airoig unpassend auf die
Pferde desselben bezogen wurde. Gewiss lesen wir wieder
das Ursprüngliche und Richtige in V, wo 2 Scholien stehen :
a) IleiQatdao: rieiQaidg IleiQaldrjg %al ev diaaxdau
xov L 6 IleiQdi'drjg wg uiXyiatdrjg : —
b) T^3 (idXa TCoXX^ STcirelXe Ttaqiaxi^Bvi
sdei ydg dvvafxiv elg trjv (lelXovöav rafiievea&ac
f^dxTjv :
— 51 —
Ganz ähnlich scheint es sich auch zu verhalten mit
dem Scholion, das wir zu E 141 lesen
Da bemerkt B : ov%coq ydq avv€Qxovrcci dXXT^Xaig , iTteiddv
Ttforjd'coaiv, i/jtoi de rag ^tiaag q)r]aiv rj Tag xctraßaiXo^ivag,
did de Tov Tiexvvrai to TtXijd'Og drjXot wg rö jffieXiaadiJv
ddivä(jt)v^^ (B 87) xat „iU^A' ddiva^^ (a 92). ivaQywg de twv
öediotcjv eai]fiave oxfj^cc : —
Ich nehme hier Anstoss an den Worten Ivaqydg de
rüv dedioTcov eaiq^ave axfjf^cc: — Sie scheinen mir unrichtig
auf die Schafe bezogen ; aber der Scholiast lässt es ja un-
entschieden iiroi äi rag ^ciaag q)f]aiv rj rag navaßaXkofiivag,
ob sie lebend oder todt waren. V bietet hier 3 Scholien :
a) dlXd Ttard ata&fiovg dverai: ivaqycdg de
tov dediOTa eai^fxavev : — So hat es Verstand,
wenn man es von dem Hirten versteht.
b) al II ev — Y,exvvT ai: ovxwg ydq avveQxovtai
dXkiijXaig iTtLTttorjd^e'iaai ijzoi de al ^waai f) al
nazaßaXkofÄevaL : —
<i) 'Kexvvx ai: to nkrld-og drjXoL dio xai ro „/uc-
Xiaadiov däivdcjy^^ (B 87) q>r)at xat „^u^A' ddivd^^
{a 92) : —
üeberhaupt sind in diesen Scholien nicht wenig Ver-
stösse gemacht worden durch Einsetzen falscher Worte, so
dass die ursprüngliche Beziehung derselben ganz verdimkelt
wurde. Das ist natürlich am meisten bei den contaminirten
Scholien geschehen, aber auch bei nicht contaminirten ist
mir der Fall mehrfach aufgestossen. So lesen wir zu dem
Verse E 171 :
ndvdaqey nov toi to^ov Ide TtTeQoevTeg oioTol
in BL : oixcia ra eyndfiia t&v oiütojv r jf TtQOTQOTty, ag eig
avTov dq>0Q(6arig fiovov T^g tüv Tqcuiov aoJTfjQiag: — Wie
4*
— 52 -
kann man von dem gewöhnlichen TtTegoevreg oiaroi so
sprechen : olneux tä ayxtoixia vcov olaxüv ? WaÄ ist denn in
dem Tfcegoevteg gerade besonderes ? Man sehe Y :
nov xoi TO^ov : ij to^eia, olxela de rd iyxco^ia rjf
TtQorgon^ tog eig avtov /lovov aaXevovotjg rrjg aanrjQiag rwv
Tqciiov : — So beziehen sich ganz natürlich die eynwfzux auf
To|ov — oi'avoi — xXiog.
So sind also zunäclist, wie wir bisher gesehen haben,
durch das Contaminationsverfahren diese Scholien oft bis zur
Unkenntlichkeit entstellt worden: aber diese so zusammen-
geschweissten Scholien haben, worauf ich schon oben hin-
gewiesen, noch mehr gelitten durch die starken Striche und
Kürzungen, die in denselben angebracht sind. Uebersieht
man nämlich ein beträchtliches Material, so ist die allerge-
wöhnlichste Beobachtung, die man macht, die, dass die
meisten dieser Scholien in derselben Weise Kürzungen er-
fahren haben wie die oben angegebenen. Wie dort, so sind
auch hier Citate, Erklärungen, Begründungen etc. ausgefallen,
so dass wir unsem alten lieben Bekannten von früher auch
hier wieder treffen. Im Zusammenhange damit steht ein
anderes von ihm beobachtetes Verfahren, dass er sich nämlich
oft wenig um die richtige Reihenfolge der zu contaminirenden
Scholien kümmert, also hier mit diesem, dort mit jenem be-
ginnt, wie es scheint ganz nach Belieben, ohne Bücksicht
zu nehmen auf die Aufeinanderfolge der sich nach der Stel-
lung der einzelnen Worte des homerischen Textes richten-
den Scholien. Denn ob er dabei ein Princip und welches er
einzuhalten flir gut fand, das zu ergründen ist mir nicht
gelungen.
Von diesem dunklen Treiben unseres librarius möchte
ich nun im Folgenden ein recht anschauliches Bild entwerfen
und beginne zunächst mit denjenigen Scholien, die aus 3
Scholien zusammengeschweisst wurden : Alles dasjenige was
im Venet. B fehlt , ist durchschossen gedruckt : der Kürze
— 53 —
wegen lasse ich die homerischen Yerae weg und schreibe
lemmata.
a) K 151: dy,(pl ä^itaigoi avdovj ino xqaalv
d^exov aOTtidag: diä tt^v ^c^'
r^^iqav xaXaiTVuqiav xoifitLvrai.
arQaTitJtixov yäq Tciig avTCÜg onXoig XQV'
od-ai xai ngog növovg xal nqog ava^
TtctvXav : —
b) K 152: eyx^^ ^^ atpiv oqd'^ erti aavQiO"
tiiqogi TQonov zivä Tteqixaqomovvca %dv
fiyB(i6va. qxxveQOv (leg. q>oßeQ6v) di t6
Gxrlf^a xat noif^wf^ivaiv y iacDg €fiq)aivovTog
TOv TvoirjTov xai did tovrov to dvdQeiov
Jionridovg xai ^toifiov elg f^axtp^. ö i6
xal rd ivawia e^^g g)fjai Ttegt
Qgffxwv dg ipiycov „cvrca di aq>i
naXd Ttaq* avTOiGi x^ovt xi^XitOy
ei ycaTd noof^ov^^ (471) : ^—
c) K 153.4: r^Xe de x^^^og XdfAnei yQaq>ixag
T(p anid^ovri Tfjg wxvog dvTiTteQuarr^aB
Tjjv ex Tiov alxfÄiSv dvaXdfÄJcovaav avyijv
xai xavtriv xfiXe: —
Diese 3 SchoUen sind nun in B in Folgendes zusammen-
geschmolzen :
tqoTTOv Tivd TteQixccQaxovvra tov r-yefiova, ifiq}ai'
vei de xai 6id rovtov 6 rcoirjtrjg to dvÖQeTov Jioii'q-
dovg xat itoifiov elg l^dxrpf. öTqaxictycLinüg de roig
avxoig OTtXoig xQfJt^cci nat nqog novov nai TtQog dvd-
7cavXav. t(j5 de axidtflvcL tilg ^^^"^^S dvTineQiiarrjae
TTjv ix TÜv alxf^cSv dvaXdfiTvovaav avyrjv : —
Beleuchten wir nur mit wenig Worten sein Verfahren : Alles
was hier in B ausgelassen ist, ist ganz dem Geist dieser exe-
getischen Scholien entsprechend: ich habe schon früher darauf
— 54 —
hingewiesen, wie diese Scholiasten bemüht sind, überall die
Unterschiede in der Darstellung aufzuspüren und hervorzu-
heben : daher hat die unter b mitgeteilte Bemerkung und das
yQaq>ixa)g bei c nichts Ueberraschendes. Der librarius von B
hat nun auch hier wieder mit dem von ihm gekürzten
grösseren Scholion b begonnen, wohl weil er zu den Worten
dieses Verses 2 Scholien vor sich sah und hat dann die 2
andern ebenfalls ein wenig beschnitten und daran geflickt ;
den wüsten Unsinn, den er damit seinen Lesern vorsetzte,
hat er natürlich nicht gemerkt: denn wenn wir hier lesen
TQOTtov Tivä TVBQixaqanovvTa tov iqyefÄOva, so muss man das
doch auf eyx^^ beziehen und wenn er nun fortfährt atQa-
TiioTixcoQ äi Toig atTÖig ojtXoig xqwvzai xat nqog tcovov xat
TTQog dvonavXav, so muss man doch bei tcc avta onXa auch
an die eyxea denken. Das ist aber eine lächerliche Unge-
reimtheit : denn man kann darunter wie in V nur die äaniöeg
verstehen.
Wir werden gewiss unsem alten Freund wieder erkennen,
wenn wir sehen, was er mit folgenden 3 Scholien angefangen,
die wir in V lesen zu K 258 :
a) acpa'kov re: 6 qxxXog 6fxq)a}j6g eari fxinQog, döTttdi
f^iytQ^ TtaQaTtXi^aiog y xeiTai de nard to fxenanov
vfceqixiav räv 6q>QV(ov, dnooKid^cov ttjv ai5yijy tov
ijXioVf olai x&v KoQvßdvr cov eiatv al xo-
Qv&eg Tiat xüv IlaXXadiojv, otc de xard
r iiexiOTtov ioriv 6 q>dXog, drjXov i%
%ovx(i)v j,t6v $' eßaXe TtQcÜTog y^oqvd-og
q>dXov^ iv di fierwTttp tt^^c" (/^459), xax
TOV „xpavov ^' iTtTtOKOgMOt TtOQv&eg Xafi-
TCQolai q>dXotoi^^ (^132): —
b) aXoq)Ov: Ttqog t6 Xavd-dveiv. aq>aXov di (aXo-
q)OV?) dvayxaiwg ix ydq taiv q)dXa)v eicu-
&aOLV ixdelo&ai ol X6q>0L: —
— 55 —
c) TcaTaiTv^: Ttaf^a ro xarco zevvxd'cci. X6q>ov yäq
ovx exei.
B : 6 q>dlog 0fiq>aX6g lariv danldi fiirtQ^ naQaTchqaiog,
neitac di xard ro fxirwTtovy VTteqixojv x&v 6q>^a)v, äfco^
axid^cjv Tijv avy^v tov fiUov. rjv di aqxxXog xai akoq>og did
tÖ hxvd^avtiv. xarahv^ de naQa ro xavu) Tervx&cci. ov ydq
ixBi X6qx)v : — Köstlich ! wie er mit dem Schol. b umge-
gangen : denn was das aq>aXov zmn Xav^dveiv beitragen soll,
sieht man doch nicht ein.
Viel leichter tat sich natürlich der Schreiber, wenn er
kleinere Scholien zu contaminiren hatte, die sich auf einen
Vers bezogen: F 242:
a) olVxß« deidioreg: atvyovvteg wg „^^y^"
davfjg ^EXevTjg^^ (T325) arvyrjz^g : —
b) xal ovalSea: lig to oveldea otmxeovj iTtiidr^
TO fto^Xa owaXeiq>6fxevov ov d^^crat aTty/xriv iv
c) TtoXX^ a II Ol iari: dvrt %ov ÖC i^i iavi. eav-
trjg de xarrjyoQOvaa e%eov eTtianarai : —
B: OTvyovvteg, elg de to oveldea arvKreovj iTteidrj t6
7t 6 XX* avvaleiq>6fievov ov dixevai ariyiir^v iv fiera^vxrjTi.
TO di TtoXX^ a fioi iari avtl %ov a ifiov x^Q^^ iativ,
eavr^g di narrjyoQOvaa elg eXeov iTviaTcSrai: —
Manchmal sind auch die Scholien so zusammengeschlossen,
dass man sie wirklich für ein ursprüngliches Ganze halten
könnte. 10:
a) ov d^av iydv äitdvevd-e ^ecHv: ro e^g' ov
av iywv l'do) tüv d-ewv x^Q^S ^^ov iX^ovra eig
TTJv fjictxrjv xai &eXovTa Tolg Tguatv ij ^'EXXrjUi
ßorjO-fjoai : —
b) cLTtdvevd'e d'ewv: ^Qiaroq>dvr]g aTtateqd^ev*
X^Qig if^ov dlxcc ifÄfjg ijtitqOTtrfi : —
c) ri TQwea aiv aQrjyefiev: ro xotvov ov Xvrtei.
— 56 —
Diese 3 Scholien sind nun in B so verbunden: ro h^g
ovTcog' ov av iyw idw zuiv d^eciv xioqig ifiov xai dixct rijg
ifirjg iniTQOTvrjg ii^ovra eig rtjv fioxtp^ xai d-iXovta %oig
Tqcjoiv tj Tciig ''Ekkrjoi ßorj&iloai' t6 yag xoivov ov XvTvei
xiva. Man sieht: es ist hier Alles ganz gut untergebracht
bis auf die in Y angegebene Lesart des Aristophanes , man
konnte fast dem Schreiber gar nicht beikommen; aber eine
Ungeschicklichkeit hat ihn doch verratene nämlich das aal
dixa T^g Bfirig iTTiTQOTt^g: denn in a wird uns nur mitge-
teilt, wie die Worte des homerischen Textes zu verbinden
sind , wobei QTvavBvd-B mit xci^Qig if^ov wiedergegeben ist :
in einem solchen Scholion hat absolut keine Erklärung Platz^
wie wir sie in B lesen xat dixa T^g €/M^g iftiTQonfjgj die
darum auch in Y in einem eigenen Seh. behandelt ist.
Gehen wir nun zu andern Scholien über, die aus 2 ur-
sprünglich getrennten Scholien contaminirt wurden. E 16
und 17 :
a) i]de äi oi %axa &vfi6v : ro TtQOvorjtixdv avrov
xal h raig avfxq>OQaig drjXovTai fii^ aTtogxxanovrog
ToTg öeivoig : —
b) NioTOQ^ int Ttgcirov sXd-ifiev: ort öei %at
iv Toig xanöig hei aocplav xaTaq>evy€Lv, avrovQyei
di dva(i)7tu}v avrov, oniog rov ßaaiKitag xai rov
yeQOvtog diaq^oixwvTfov vTtomovaoiöiv 6i XoitvoL txqo
oXLyov di x^Q^^ ^^^^ ^S ^^ ^i^ latgov
voaciv, d-iXei q)oitäv TtdXiv wg xal Ev--
q>0Qiü)v q>7]al fyTtoXXäyci ol TcXiairjai nv^
Xrjyeveeaa l re vrjvatv ivvvxi'Oi TtiTvavro
v6a(p (XTttQ irjTrJQeg^^ (sie) : —
B schliesst das nun also zusammen : ro TtQOvorjrindy
avToi xal iv Toig avfxq>0Qdig drjXovTat ^ij d7toq>aa>LOVTog
toig deivolg, deUvvai di ort Sei xal iv rdlg xaxoig
VftaxoiatoaA ot Xoinoi : —
— 57 —
Nun dagegen ist am Ende nichts einzuwenden, da man
dieses Schol. wenigstens versteht: genau genommen hatte er
doch schreiben müssen : äiä de xov NioToq^ ejti tvqwtov
deUwaiv OTL . . . xrA., da es sich ja doch auf den folgen-
den Vers bezieht. Und dieser Gesichtspunkt ist gar nicht
so unwichtig, als es den Anschein hat; denn dadurch dass
der librarius bei der Verbindung manchmal die lemmata
hinweg lässt , werden die SchoUen oft schwer verständHch,
so z. B. E 153 (Dindorf p. 240. 11) ^ue^ ovg ovx inaido"
TtoirjOev 6 TtarriQ, ol r^Äc T^g '^Xixiag yevoiiivi^ riji naxqi
rtxd'ivTBg. iliyx^i di rovg ijti yi^Q(jf oiofiivovg äeiv naiäo-
noieiv, oncog diadoxoig xQrioaLvxo wg xaxdig olofiivovg, vix^
yoLQ ri Tc^Quaig (?) : — Dieses Seh. ist ebenfalls aus 2 con-
taminirt :
V: a) aiiq)(o rrjlvyitü): fi6^' ovg ovx .... yevvtj'
d-ivTBg : —
b) 6 d^izeigeto ytJQa'i lvyQ(p: iXiyxBi . . . . ij
TtejtQiüfiivTj : —
Gewiss wäre es flir die Verständlichkeit des Scholions
besser gewesen, wenn er noch geschrieben hätte diä de tov
6 ö^eTeiqBTO yrJQaL Xvygt^ eXeyxei. Aehnlich ist es
auch mit dem von ihm wie wir oben gezeigt, so sehr ver-
ballhomten Schol. zu J 339 : da schliesst er an roi^ro de
qyfjaiv , ort xat Tijg ßo^g ja^cro xal äveßaXevo : — Ja
woher weiss denn dieser Schreiber, dass Odysseus das Ge-
schrei gehört? davon ist doch in diesem Verse Nichts an-
gedeutet! V kann uns da wieder Aufklärung schaffen: dort
lesen wir time nataTtrwaaovTeg: ya&eTo yag Ttjg
ßo^g. 3i6 dveßa'kexo. äio %ai doXiov aözov xai iiSQdaXe6(pQ0va
xakei. oveidi^ei ovv rijg fiovrjg : —
Natürlich jetzt passt das eher : denn wenn wir hier
lesen xaTaTttdoaovveg : da kann gesagt werden jja&ero yaq
— 58 —
T^g ßorjg etc. Und so hätte auch unser librarius schreiben
müssen, wenn er Etwas Klares und Verständliches geben
wollte : did öi ro xataTtTciaaovteg delxvvatv , oti etc.
K 32:
a) ßrj d^cfÄEv dvari^acov: d^Aoy dg TtQoezaQdxO'^
Mevilaog, 6 de (rtoitjTrjg xavarcX^^ai 'qO'iXrjae did
Tov ßaaiXvKiaxiqov Ttgoatiitov ' did x ov ^ t o
dv o TT] a wv
b) og liiya TtdvxcDv xtX,: did rdxovg iviq>r]VB ro
a^iiofia Kai xovg aQxof^svovg OTtcog Ttqog rovg aq-
Xovrag diaxelad-ai deov nai rovg aQxovtag OTCoiovg
ocpeikovaiv ecevrovg nagexBiv tdig oQxofiivoig, %va
(dg &eoi Ti(jL(üVTai : —
Das hat nun B so zusammengeschweisst : did rdxovg
€V€g)rp^e t6 d^icofxa Kai rovg aQxof^svovg OTtwg S-eot
TifdüivTai. driloy de (og TtQoeraQax&r] Mevilaog
TtQogcüTvov : —
Er hat also hier wieder, wie so oft, mit dem grösseren
Scholion begonnen, das zu v 33 gehört, und dann das kleinere
zu V 32 angeschlossen. Aber ich möchte wissen, wie sich
nmi aus diesem Verse 33 ein df^Xov de ergiebt — So konnte
und durfte er unmöglich fortfahren, wenn er verständlich
werden wollte. Also die Angabe, wodurch sich ergibt wg
nqoeTaqdxd^rj MeviXaog durfte hier um so weniger wegfallen,
als ja eben in B dieses Seh. nicht bei dem Verse steht, zu
dem es gehört.
K 151:
a) TOV de Kixavev eKXog aTtq KXiairjg: atqa^
TiioTiKOv (sie) TO ald^QiOKOixe'iv, deiKvvöi de ort
ov Xoyij) iiovov eaxl &Qaavg: —
b) Gvv rev^x^^'^'^j dfig)t d^eralgoi: ovy^ c^fcXia-
fievog (deilcüv ycfg), dW oiov 7cX7jaiov exo)v rd
— 59 —
q>vXdTTOvaiv retayfiivoi neql top ßaaikea : —
ist in ^ in der Weise verbunden : oü^' iü/rXia/iivog
neQiaroixovvTeg tov ßaailia. OTQaTrjYindv (sie) de
Tiai ro al&QioxoiTeiv : — Aber die ausgelassenen Worte haben
ihren ganz guten Bezug auf den Schluss von /•
Was ist nun aber aus folgenden 2 guten Scholien des
V geworden ?
K 249 :
a) /J^ii]T^ OQ fie fidX^ aYvee: ivrev&ev 6 XiXwv
t6 fiTjöev ayav q>rjalv, aQiorecjg de t6 &eXeiv
fAev evq)rjfiiav, ovx dvadex^o&ai de avri^v. Tivig
de TOV koyov ävaxeivovaLv eig to „^5 qpfiv-
yceg" (0 94). ovn av de exelvov tov xaiQOv
ilAVT^od-rj enl NeaxoQog oaov t6 xa^' avzov
nqodovvai avrov : —
b) eldoai ydq rot Tavra: Tteqiaaog ydq 6 fiera^
» Twv q>iXtov eTtaivog, nQog de tovg dyvoovvrag
„el'ix' ^Odvaevg ^aeQriddrjg^^ {i 19)
Die Reliquien in B lauten : ivrev&ev ro fÄtjdev ayav
dnjXovrai, dqiaxiwg de to d-ekeiv fiev evgyrjiuiav^ ovx dvi%eod^ai
de avT^g, TveQiaaog ydq 6 fxera^ twv q>IXwv ejiaivog : —
Ist dieser librarius nicht der Feind Alles Guten? Bei der
Verbindung hat er sich diesmal leicht getan : das zweite
Scholion lautet ja mit ydq an und im Vorausgehenden war
ja auch von der evq>rjfÄia die B/cde: und so liess sich das
ganz leicht zusammenschHessen. Dass es hier aber auf den
Hauptbegriff eldoai ydq ankommt, sieht Jeder.
Mitteilenswert scheinen mir auch die Schol. von V zu
Ä 303:
a) TAg xev fioi Tode eqyov: 6 fiev ^'ExTwq fiefcd
TtqogTa^ecog tov ivcaxovaofxevov t^ XQ^^V ^^tAcI.
— 60 —
de NiatcjQ VTtOTi&erai, Kai oi ^iv a ix^vaiv inay^
yiiXovxai di fiev dwQOv, 6 de or ifÄCog piiad'Ov. xat
TCQWTVv sra^e tov ßia&ov. dio deX^al^e-
Tai 6 vlog TOV TtoXvxqiaov : —
b) oi y,Bv dqiaTBVioOi (sie v 306) : a\ uiqiOTaqyiw
yyaqiaTOi iüiai/^ ZtjvodoTog öi ^^avTOvg o5J q>oqi-
ovaiv a/ivf,iova IlrjkBUova^^, o\ fiiv^'Ekltjveg a k'xovoL
öidoaai „olv vTioQQrjvov^^, 6 de ^'Ektcjq ovg ovk sxsi
%7t7tovg. uiQiazocpavrig yQdq>€i „xaAoi)g oi q>0Q€0vaiy
üfivfiova Tl/jXeuova^^ : —
B : 6 fiiv ^'ExTcoQ fieTa TtQoaTci^ecog tov VTraKOvoofievov
Tp XQ^^V TcaXei, 6 de NeoTcoQ inoTid'exai, nat oi fiev a
exovaiv eTtayyeiXovTaiy 6 de a ovx eyei. %ai o\ fieV äcjQOVy
6 di aTifdCjg q>Tiai (xtod'ov : —
K 350 hat V folgende 2 Schollen :
a) TCaqedqaiJLe dg)Qad ifj a iv : Ttagedgafiev»
av iiqxavov TtT) ,jßrj $' ctv odov /xe/xadg^^
(339). BTtt de Twv ^Elli^vcjv „ßdv $' livai\^
(273)" 'qqefia ydg dei x^^Q^*-^ Tovg xaTaaxoTtovg rrjy
oipiv TieqiayovTag nqog eTciyvcjaiv dxQißrl : —
h) dq>Qadi7j(ji: ov d^eaod^evog avTovg o/xolug
Ti^ „TOV de q^qdoaTo TtqogtovTa dioyevqg
'Odvaevg'' (339)
In beiden Schollen wird also wieder, wie so oft auf den
Unterschied der Darstellung hingewiesen — auf das unge-
schickte Benehmen des Dolon und auf die fast an das In-
dianerhafte gränzende Geschicklichkeit des Odysseus. B hat
folgendes Schol. „naqidqa^e q)7]alvj dovveTwg, ov d^eaad^evog
avTovg, dei de Tovg xaTaaxoTiovg Tr^v oxpiv neqidyeiv nqog
iniyvtoaiv oxQißrl : — Die Hauptsache TtaQedqa^e , was den
Scholiasten zu seinem '^qipia ydq dei x^Q^^^ veranlasste , ist
wieder übersehen und dann das Gkinze in eine andere Be-
dactionsform gebracht worden.
— 61 —
Leicht tat sich dagegen der Schreiber bei der Conta-
mination folgender 2 Scholien, eben weil sie sich auf einen
und denselben Vers beziehen und desswegen auch in Y unter
gleichem lemma stehen : K 369 :
a) dovQi d^iftataacjv : irtovotav didovg oti ßdXfj
avTOv. Oovaaevg oe ov rogevei, rj yaq av
iq>6vevae ij TtQOTveTtrjyog (^CQoßeßriTiiüg??)
ovx av elde to ßekog 6 JoXcdv diä ßQcc-
XvzfjTa: —
b) dovQi d^inataacov : iveqyeiag fieoxog 6 XQadai"
viov TO doQV xal ßotSv dq>r]0(üv in^ avTOv ei fXT^
arg : —
B : VTtovoiav diöovg ort ßcLky avtov. ivegyelag de fi6-
OTog iaziv 6 ijnnQadalviov . . , . ^ij arjf : —
In geradezu lächerlicher Weise ist aber die richtige
Ordnung folgender 2 SchoHen des V verkehrt worden K 389 :
a) rj a^avTOv d-vfiog dvrixev: al avvexeig nev-
oeig ovn eüaiv elg ipevdog ZQanrivat : —
b) V7cd d^ eTQef^e (390)* 'KatdaxoTcog iqHüQad-rj Tcat
ei fUTj äXrjd'eveif eXnida (acarrjQiag) ovx OQcav : —
B : xavdaxoTrog ydq ecpwqdO-ri y.al ei fdt^ dXrjd-evoL, aco-
TTjQiag eXirida ovx ^QV- "* ^^ avvexeig nevoeig orx eujoiv
eig xpevdt] TQajtr^vai : —
Dass die zweite Bemerkung al de avvexeig — TQaTtrlvai
hier ganz past festum kommt, das sieht auch ein Blinder.
Ich habe noch zu wenig schlechte Scholiasten gelesen,
um eine annähernd richtige Vorstellung von der breiten Ge-
schwätzigkeit dieser durch und durch hohlen Wortmacher
zu haben : und bei diesen exegetischen Scholien der Ilias
tut man vielfach gut, mit verständiger Resignation und
mit kaltem Heroismus sich einzuleben in den „Geist*, der
uns aus ihnen entgegenweht. So weit man das billig
- 62 —
verlangen kann, habe ich es versucht, aber dabei kann ich
den Gedanken nicht los werden , dass wir bei diesem
Schreiber der Scholien des Venet. B es manchmal mit einem
argen „Impostor'* zu tun haben.
Ich lasse mich da sehr gern von Kennern belehren —
denn ars non habet osorem, nisi ignorantem — und bringe
das folgende daher mit allem Vorbehalt vor.
H 433 ff. schildert uns der Dichter in kurzen und
bündigen Worten die Errichtung des TVfißog — des Tsixog
etc. In 9 Versen ist die ganze Beschreibung abgetan und
er geht dann mit v 442 zu Etwas Anderem über. Da lesen
wir nun in V zu 435 folgendes Scholion:
TVfißov ä^dfi^' avTT^v Sva Ttoieov: rä dva^ia
TTJg TjQOJix^g fieyakovoiag TtaQarQsxei xai ovdeig avrwv ^fit-*
QCDvanTwv OQaTaL. Hat man sich etwas in diese Scholiasten-
weisheit eingelesen, so kann man das Seh. schon verstehen.
Diese Herren haben nämlich eine merkwürdig hohe Vorstel-
lung von der ijpwixij aefÄVorrjg — Beispiele könnte ich die
Menge anfahren. Wahrt nun der Dichter diese „heroische
Majestät**, dann heben sie es immer hervor ; verfehlt er sich
aber nach ihren Begriffen dagegen, nun, da merken sie
das an und in der Regel wissen sie es auch zu entschuldigen :
also meint der Seh. : das , was der '^QajLUTJ fxeyalovoia nicht
entsprechend wäre : diese handwerkmässige Tätigkeit bei der
Errichtung des rv^ßog — reixog etc. „das behandelt der
Dichter rasch, geht schnell darüber hinweg** und wenn ich
die Worte xai ovdeig avraiv xeiQiava'KTuiv OQarai. richtig ver-
stehe: so meint der Seh. „bei dieser banausischen Tätigkeit
wird auch keiner der Heroen namentlich angeführt** x^^Q^'
vaxTüiv wird von Passow nur hier citirt, der Ausdruck
XeiQoyyaxTixdg kommt dagegen häufiger in den Scholien vor.
„Wir sehen also — meint der Seh. — keinen der berühm-
ten homerischen Helden zu dieser banausischen Tätigkeit
— 63 —
erniedrigt.^ Aehnlich spricht sich Eustathius zu den Versen
ans: "Ort tijV Teixortoiiavj rfv 6 Niatwq yevia&ai VTteri"
^ero, (v 336 ff.) ovx(a vvv (pqaCei ddiaoxeviog aal iiti-
TQOxadrjv 6 Ttoirjzi^g did to /m»J dvayxaiov Trjg TtoXvloyiag,
d. h. er erklärt die Kürze der Behandlung von Seite des
Dichters nicht wie der Seh. in V als nicht entsprechend der
i^QCüi'Kri fieyaXopoia, sondern um wegen v 336 ff. die noXv-
Xoyia zu vermeiden, aber bemerkenswert ist der Ausdruck
ßTtiTQOxdörjv !
Das ist nun gewiss Alles ein müssiges und überflüssiges
Gerede ; aber am Ende verzeihlich , wenn man in BL Fol-
gendes liest : ou TtQogti&eirac &Qrjvog evtav&a. xd ydq
dvd^ia T^g rjQwiKTJg fÄeyaXoq>vtag naqatQexei. xat ovdeig
avTÜv xBiqoiv bqaxai tcjv dxdyiTWv Ttal d-OQvßtJÖcüv ixelvcov (?)
Also : ov TTQoatixyeiTai d^Qrjvog ivrav&a ! Das sieht
wirklich aus , als ob es Verstand hätte : aber dem ist nicht
so: denn dass der &Qrjvog bei Errichtung des xvfxßog statt-
findet, ist undenkbar — man sehe W 255 ff. — und der
^Qrlvog soll dvd^iog x^g T^QOJinTJg fieyaXoqwtag sein — nun
das zu glauben, wird man doch wohl kaum Kennern der
Dias zumuten. So beschränkt sind auch diese exegetischen
Scholiasten der Ilias nicht gewesen ! Aber ein byzantinischer
Schwätzer und Wortmacher hat die ursprünglichen und halb-
wegs verständigen Worte seiner Vorlage „tö ydq dvd^ta xrjg
^QcoiKrjg fieyaXovoiag TtaqaxQexei^ die sich auf etwas ganz
Anderes bezogen, nicht begriffen und hat nun da den &Qrjvog
erfunden und hineinmanövrirt !
Dass er das ovdeig avxaiv x^i^j^orxrojfi' OQaxai in
seiner Vorlage gehabt, will ich nicht einmal zu behaupten
wagen : aber dass die Worte „xot ovdeig avxaiv x^^Q^^
OQaxai xäv dxdyLXCJv nai d-o^ßwöwr ixeivcjv Tqcjcjv^^ — ein
wüster Unsinn unter diesem lemma und bei diesem Verse
sind , das steht fest. Da kann doch von dem axaxxoi und
— 64 —
&oqvßiod€ig TQcHeg absolut keine Eede sein. Möglicherweise
sind es die Ueberreste eines Seh., das ursprüngHch bei
V 430 ff. stand, wo die Achaeer nur mit dxvvfxevoi k^q
charakterisirt sind, während es von den Troern heisst y 428 :
ddxQva d-BQpid xiovxtQ^ dfda^dcov i7cdeiQav.
ovö^ eia xXaieLV Ilqia^og fiiyag.
Mit diesen armseUgen Erfindungen und willkürHchen
Zusätzen haben wir mehr als einmal zu rechnen: und sie
erstrecken sich nicht bloss auf einzehie Worte, sondern ganze .
oder halbe Scholien scheinen das ureigenste Werk unseres
librsirius — aber es sind „Worte, Worte, Nichts als Worte.*
Betrachten wir einmal folgenden interessanten Fall. Hector
ruft dem Diomedes zu 165 :
oiü yvvaixag
a^eig iv vijeaai. ndqog roi daifiova dciaco
Dazu lesen wir in B folgendes Seh. zu v 166 : Xoyov
naxov xal dyytUav. doiacj ydq aoi gpjja^v vTtOfÄvrjOLv , orav
iv raig vavaiv TLQaxiqao) aov, ij fxaiXov ttjv daifdova ijrot
TrjV Tov d^avdxov ipfiq>ov : — das zweite r] fiaXlov — \pi{q>ov
scheint die richtige Erklärung von daifdOva zu sein imd wir
lassen es bei Seite, um uns mit dem rätselhaften Anfang zu
beschäftigen. Dieser Seh. hat ja wie es scheint den homeri-
schen Text ganz anders gelesen wie wir : denn in den Worten,
die uns heute vorliegen, ist auch nicht die Spur von einer
Andeutung zu finden, woraufhin man zur Erklärung kommt :
Xoyov xaxov xgcevT^ao) aov :
Höchstens sieht man, dass der Seh. in höchst unge-
schickter Weise das iv vt^booi zu dem Folgendem construirt
hat. Ich glaube, wir plagen uns vergeblich ab, um hinter
die Lesart zu kommen, die in jenen Worten 'erläutert ist:
sie scheinen mir das traurige Product unseres oder eines
andern librarius zu sein! Aber wie kam er dazu? V hat
— 65 —
hier das Schol. : tvoqoq toi daifiova: daifiova Xoyov
xaxov, 6 di Zrp^odoTog „rtorfiov iqn^act)*^ : — Nun daraus
wird man eben so wenig klug, wifi aus B. Es muss wohl
auch verdorben sein: ich denke, das dai/nova war ursprüng-
lich hier erläutert mit: daiixova: Xoiyov, xanov. Dieses
koiyog ist dann schon früh verderbt worden zu Xoyov und
so fand es der Schreiber der Seh. des Venet. B vor : schnei^
ist er fertig und um zu zeigen, dass er sich darunter etwas
gedacht, erweitert und erläutert er das Verderbniss mit den
Worten Xoyov xaxov „xai aTtayyeUav dtoaco yaQ aoi, fprjalvy
VTtofivifjaiv OTov iv raig vaval xQavT^ao) aov^^ ; woher aber
das folgende : die halbwegs richtige Erklärung von dalfiovaj
stammt ri ^aiXov rr^v äaifiova ijToi xr^v %ov d-avdrov \piiq>ovy
das anzugeben hält schwer, wenn nicht etwa dem -d^avdrov
xf)iiq>ov eine ganz andere Vorstellung zu Grunde liegt.
Ein ganz eigentümliches Scholion lesen wir auch in B
zu T 208 :
afÄO ä^i^eXlip xaradvvri
Tev^ea&ai ^eya doqnov
^ fierd xo fxerd evq>Qoavvf]g xal xagag rijg ix Trjg fjaorjg
Twv nolefÄiwv yevrjöofiivrfi. Die ünverständlichkeit dieser
Worte braucht man wohl nicht erst zu beweisen. In V lesen
wir dagegen: fierd doqnov (sie): ^Bxd xo fiera. evipqo-
avvYjg. Ol de yqdq>ov(Si ^exa dvxt xov fiexd x6 vmiiGai : —
das kann nun ebenfalls nicht richtig sein, denn die letzten
Worte Ol öe yqdq)Ovai fdevd zeigen deutlich, dass vom etwas
anderes gestanden haben muss : ich denke , das Wort , das
wir heute allgemein im Texte lesen: fieya^ und das Schol.
ist wohl so zu schreiben: fiexd doQTtov: (xiya. xo fiex'
evq>QOOvvrfi (wobei man an t 6 denken kann). 6i de yqd-
(povöi fiexd dvxi xov fiexd xo vmrjaai.
Ganz imzweifelhaft haben wir es aber mit einer dreisten
5
- 66 —
Erfindung und Täuschung unseres librarius zu tun T 325.
Dort sagt Achilles von sich
b d'dHodaTK^ ivl örj^Afi)
Da wird ^ly^dav^g folgendermassen von B glossirt : aTvyrjrrjg'
ra ydq Xvnrjv Tg xpvx^ neQißdXkovra xai XvnrjQa naXoivrai.
xat fiiatjTd öid ro ßXdmeiv : — Wo ist da in den Worten
des Dichters auch nur der geringste Anlass gegeben, um die
XvTtTj der xpvxri oder die kvntjQa zu erklären. V möge uns
wieder den Schlüssel zur Lösung des Rätsels geben, dort
lesen wir : ^lyeäav^g: GTvyrjTfjg, id ydq XvnrjQd xpvx^i^
TtaQaßdlXeL >ial ntql airrjg (prjal „dv&c' efielo xvvog xaxo-
l^irjxdvov oxQvoiaarjg^^ (Z 344) : — Das bedarf wohl
kaimi der Erläuterung. Wie aber der Schreiber d^r Scholien
des Venet. B zu seinem Unsinn gekommen, ist leicht zu
erklären : er verstand nämlich das ipvxei seiner Vorlage nicht
und, um nicht müssig zu sein, hat er dann auf eigene Faust
ein Scholion über die i/^«^x^' construirt, das uns D. ganz un-
verfälscht mitgeteilt hat. Aber bei diesem Impostor heisst
' es die Augen aufinachen !
Mit einer eigenen Erfindung unseres librarius haben wir
es auch zu tun , wie es scheint, y^ 53. Da sagt Achilleus :
ocpQ^ i^TOi Toviov fdiv B7VLq>XiyTß d'AafAaiov nvQ
x^äaaov dft' 6q)i^aXf4ÜVy Xaoi d^iirl agya Tga/icovrat.
Das erläutert V in folgenden 2 Scholien:
a) iy&aaov djt^ 6q>d'aX(xüv \ dvzt xov %va Ta^v-
Teqov SKTÖg zrjg bipeiog '^f.iwv yavrjrai : —
b) €7ct tqya rgaTVCüVTai: wg d/ct zifx^ tov vexQov
dqyijLg xazexovarjg t6 axQdzBv^a : —
B O-daaov dn^ oqi^ aX^iüv \ %va xayyxtqov dno zrvg
oipecog fj^wv yivrjvaiy ti/ijI] ydg tov vexQOu idoxei to rdxioy
. — 67 —
%aq>rjvaL : — Ob wohl diese zigMrj des taxiov Taq>^vai der
Kürze wegen nicht erfunden worden ist, um das zweite
Scholion leichter an das erste anzuschliessen ?
Und so sind wir wieder auf dem Gebiete angelangt,
das wir durch weitere Beispiele noch erläutern wollen. So
scheint K 499 in B nicht ungeschickt zusanmiengeschlossen
fOr die 2 Scholien des V :
a) avv d^^eiQBV if^aaiv : log /ii^ Y,at^ löiav rüv
ijtnwv eld^iofdiviüv '^rioxeia&ar q)r]al yovv yyXn^
7ta)v eneßi^aero^^ (v 513) xat f,eQv^e äil-
(fi'kog cixiag %7t7tovg" (527 immo 529 „iTte-
ßrjaBio d' %7vno)v^^) : —
b) ovv d^rjeiQe d^lfiaai: ovve^ev^e de avroig roig
\fxaai, TOvziaTi ovvrjfifxevovg xat ov xa&^ eva e^i-
q)€Qev. xat i'oTL vifjoicütr^g f,uv, tj neiQif de ov dev'
T£Qevei Tivog : —
Man liest ohne Anstand das daraus gewordene Conglo-
merat in B : avve^ev^e avTOvg roig iiaSol. xovxiaxi avvrjfi'
fievovg xal ov xaO-^ ?va i^eq^egev wg fir] xar^ Idlav xtiv
tTtncov eld-iOfÄevcDv Yivioxeiod-ai. xai eati fiev vrjouovijgy zj
^6 7teiQ<jc OV devxeqevei vivog : — Allein die Beziehung und
Erklärung, die in a gegeben, ist in B nicht mehr verständ-
lich und hatte auch ursprünglich einen ganz andern Sinn.
Man konnte es doch auffallend finden, dass von Diomedes
zweimal gesagt wird 527 Xnn tov ineßijGeTO (527) und
eTießriaezo ö't^c 7t uv (529), wo man %7t7vov erwartet hätte.
Diesem Einwand wollte der Seh. durch obige Erklärung be-
gegnen, und in B ist durch ffinweglassung der Citate und
durch den Anschluss, der sich unserm Schreiber von selbst
empfahl, jede Spur dieser Beziehung verwischt.
Ein tüchtiger Schnitt ist wieder gemacht worden an
folgenden Scholien von V zu Ä 559 :
di) %7t7tOL d''o%d e &Qritxioi: änd tüv i/tTtiov
aQ^df^ievog di'Aaicjg ^Ffiaov xai Qqci'Kag avvrjipevy
5*
— 68 —
eiTa Johavaj ovaGTQ€q}Cüv rrjv öirjyrjaiv. afia de
Tiat av^ßi, ro yaq Xiyetv ort rtagd Jo-
Xiovog fia&ovteg ro nav eiQyaaavTO
fAelcjaiv elxß. t^'' dmaioloyiav Tiequ-
üTCLfievoq ro Y,e(pctXoi lov ev övvt 6 ^(fi
ein ev : —
b)To'v de aqiiv avaxT' aya&og ^lo/xi^drjg
e\rave: ovöe iv ry dneldaei twv XTtncov eavrov
üv^neqika^ßdvei : —
B : and tcov Xnntov aQ^df^evog diTialiag dva^
OTQiq>ü)v rrpf diijyi^aiv, ovöe ev TJi d7cekdaei de tüv Xnncjv
eavTov avii7ceqUXaßev : — ,
Zugleich sei hiemit auf die geschickte Verbindung ovde
— de hingewiesen. Diese Verbindungspartikeln , die ihm
seine Verkleisterung zusammenhalten sollen, hat er manch-
mal höchst unglücklich gewählt. Ich habe schon Jahrb. f.
Phil. u. Paed. 1878. p. 535 auf 11 40 hingewiesen. In
ganz imerträglicher Weise begegnet aber häufig xa/, das die
allerverschiedensten Dinge firiedlich zusammenfügen muss.
Man fordert ovv, wo er de oder yaQ hat, und umgekehrt,
wo er de oder yaQ bietet, erwartet man olv etc. Man sehe
wie die 3 Schollen in T 22 zusammengekleistert sind :
q) f.ieyaX(^ int ad^aTi xvQoag: aäf^a fiev
"OfXTjQog int vexQOv, oi de alkoi ycat int ^civTiov,
rj avTog veytQOv el^ydaaro rj xo xo^evd-ev wg xo
ff^weg ^iv xe dtixQeaav^^ {A 481) rj xq>
neivdcjv Xvexai : —
b) evQCüv 7j eXaq>ov: 6 fiiv eXdqxp yiat xedvewxi
6 de keovxi xat neivtjvxi naQeUaaxai fieya de
ngog y}qdöog nat deikiav avveidog (sie: deiXiag
oveidog B) : —
c) ayqiov aJya: 7caTiüq)eQT^g xat xqayog xat xeQaa-
^OQog. xo^oxtjg de %at 6 üdgig : —
— 69 —
B : To cdifia ^'OpttjQog fiiv enl veycQOVy oi di aXXoi xat
int ^civTCJv. Xeyei di ixBivov (?) r^ ov avvog vßxqov elQyd-
cazo T^ xov To^ev&ivra xal 6 fiiv iXd(p(p deiXiag
oveidog. Das Folgende ist dann mit di angeschlossen ....
ndgig : — Das xat scheint nach dem Vorausgehenden geradezu
unerträgUch.
Es kann nicht meine Absicht sein und es würde mich
auch viel zu weit fuhren, wenn ich im Folgenden alle die
Mittelchen und Kniffe, die sich dieser librarius för das Con-
taminationsverfahren geschaffen und die er denn auch recht
fleissig angewandt hat, im Einzelnen aufzeigen wollte. Viel-
mehr müssen wir für die von uns verfochtene Ansicht ge-
wissermassen die Probe machen ; denn es wäre ja doch nicht
undenkbar, dass der Schreiber eben nur hie und da und
nicht durchgängig die Scholien in der angegebenen Weise
contaminirt hat. Erst wenn {nachgewiesen ist , dass dieses
Verfahren gleichmässig in allen Büchern der Ilias eingehalten
ist, halte ich den Beweis für die willkürliche und oft un-
glückliche Zusammenschweissung der ursprünglich getrennten
Scholien für vollständig und evident erbracht. Ich werdo
daher versuchen, im Folgenden aus den bisher noch nicht
herangezogenen Büchern der Ilias einige Scholien zum
weiteren Beleg meiner Behauptung anzuflihren.
Die Worte des Thersites B 225 :
erläutert uns B folgendermassen :
ro afietfov iTtiäeUwaiv a dk inl rrjg TtQOziQag in-
xlrjaiag Xeyeiv edei, ove sleyev Uyafiefivcov ^^dyiqaoTog la>"
{A 119) xat jyva&ai devo^evov^^ (ib. 134),. vtv TVQoßdXXeraiy
iacog rote T(p Trgog ^xiAAeo q^d-orij} pixcifievog. TOiavta dk
rpr xai Ta naqd, i/^^^^wg „ara^ r^v Ttore daofidg ixi^a/,
col TO yifag noXv /ifil^ov" (ib. 166). tovtov di to äxaigov
fiezä T^g nriQwaecjg eig xatacpQovr^aiv ayei : —
— 70 —
Es sind dies wieder 2 Scholien, die in V geschieden
sind und auch geschieden werden müssen : denn mit zoicevra
di kann doch nur ein dem obigen ähnlicher Gedanke be-
zeichnet sein :' ein solcher erscheint aber nicht in den ange-
führten Worten „ora^ r^v tvotb — — — ^eJ^ov^^, Darum
müssen beide Scholien nach V edirt werden :
b) ^TQeidrjf reo d*ai;r' eTtifiificpeai: tov
(sie) afiezQov iftideUvvaiv (Venet. A dfierQoenrj kaum
richtig), a yaQ Idet hd Tijg jtqoxiqag eTcxlfjalag
XäyBOv^ai ftQog Id^iXKla viTcdfisvog : —
b) nXelal toi xak^ov nXiaiai: Toiavva fziv
rjv Hat ra naga IdxilXivjg tovxov {de
om. V) ro aycaiQOv xaTacpQOvrjaiv ayei : —
Zu E 803, wo Athene von Tydeus spricht:
iyo) Tvoleiil^eiv oiy, etaOKOv
otd* iüTvaiqxicaeiv
hat uns D. mit folgendem Seh. aus dem Yenet. B beglückt:
iyi7caiq)dooeLv: qxS t6 q)aivo) , qxxaaw , avadtnhx-
aiaafiqf Ttaqxiaao), jtXeovaa^i^ naiqxiaacjf olovet q>aveQ(o dg
ntü TtTaivo) rcctTtTaivo), eKTcaigxiaaeiv de ro q>aveQOvv ?ca;-
Tov, dXV ev dyyekov ^aHm^ elvai ax'ijfiari, dvvatai de elg
ro ix7taiq)daa€iv elvai ar^y/uij, elra drto aXktjg dgx^S ^<>
St' i^Xv&ev.
ove rild-By q>rjaiv y elg Qi^ßag, iyaü fiev iüiXevov daiw-
a&aif 6 de iTtoXifisi. ineQßoXfi de ev ye ycal vno xrig ftoXe-
fiixcjrdTrjg &eofl xeXeverat fiovxd'Qetv lag av a^erQOv exifxv
dvvafiiv : —
Selbst aus dieser Handschrift konnte Dindorf auf eine
bessere Anordnung der Worte gefßhrt werden; denn die
mit ote ^Av^c - ertoXeinei gegebene Paraphrase des homeri-
schen Textes gehört doch unzweifelhaft zu dem Schol. des
— 71 —
Nicanor. Ganz unverstandlich sind dagegen die Worte VTteQ^
ßoXri de et ye — divaiiiv : — Wie kann man, wenn Athene
den Tydeus zur Ruhe ermahnt , von einer vneqßoXri , einer
dlieTQog dvvafiig auch nur reden ? Das ist doch hier voll-
ständig unpassend. Die ursprüngliche Beziehung und die
ursprünglichen Worte hat uns hier wieder V und diesmal
auch L bewahrt v 806 avtag 6 d-v fiov axiav ov xaq^
TEQOv: VTteqßoXri ii ye xat v/to rrig ftoXeiinictordtrjg d-eov
xeXeverai '^avxd^eiv, 6 di otx eWei, alXd ttoAcjucT,
wg av afieTQOv txwv OQfitjv : — Wir begegnen auch hier
wieder demselben Redactionskniff , den yrir schon früher
beleuchtet. Da nämlich der Schreiber das Scholion von
V 806 mit V 803 verband, so musste demselben doch eine
Redactionsform gegeben werden, dass es zur Not in dieser
Nachbarschaft bestehen konnte. Diese erreichte er durch
die Streichung von o de ova iixu dXkd TtoXefiel, welche
Worte nur passend bei 806 zu dem Scholion von v 803
nicht beigesetzt werden konnten. Das andere Schol. lautet
in V:
ov3^ eK7taiq>dcaeiv: q^avegovv eavrov, dXV ev dy-
yeXov axrjf^ari ^sveiv, dvvatai ds elg to iurtaKpäoaeiv eivai
OTiYf^iri^ elra dno aXkrjg dgx^G oV i^Xvd^ev enoXeiiei,
To de Ttaiqidaaw Ttanraivu) : —
Besser ist auch entschieden die Beziehung folgender 2
SchoUen in V Z 450. 451 :
a) dXX^ ov (AOL Tqdiav toooov ^iXei: ineq-
ißaXe Ttjv zrjg yvvaixog q)iXoatOQyCav, i] fiev ydg
dvzt tüv ovueti ovTCJv olneiußv ed-exo avzdvy 6 de
xai Twv negiovriov avTtjv ngozi^^. Sfia dt eXeeivri
xal ^ f^XiKia xat ij dovXeia, ^ifneitai de %al ßaq-
ßdgov (sie) q>tXoyvvaiov rjd-og, o? TreQi nXeiarov
Ttoiovvrai rag yvvalxag : —
1
J
— 72 —
b) 451. {dXV ov fioi TgtüCDv) ovT^ avTr^Q^Exd'
ß rjg orte Ilgia f^io'o: snei iyteivoi exovreg idv"
arvxovv , e/tiTgircoweg jUe^dvögi^t ddixelv , ij de
^vÖQO^axrj did zag iyceivcjv äfdagviag n^tjTvxrp^Btj
ToaovTCJv olxelojv axe^d^eioa iv r^fieQtjc ^iiq : —
In B sind beide Scholien verbunden in nmgekehrter
Ordnung :
ov fxov Tq (icjv TÖaaov fxeXei: STtet inelvoi kycovreg
idvatvxovv, in:tTQ€7tovveg l^le^dvdQqf döixeiv .... '^f^^Q^f
^i^f VTtegißaXe de ttjv tijg yvvaixog (piXoaxoQyiav . . . .
TCOiOvvTai Tag yvvainag : —
Allein hier ist mindestens doch das SKeivoi — und iTti-
TQenovTeg ^^Xe^ävdQc^ ddixeiv auf die Troer v 450 bezogen
unpassend. Was konnten sie gegen Alexandros tun? V deutet
durch das grössere lemma die richtige Beziehung des Schol.
an. Es passt nur zu v 451 auf Hecabe und Priamus, und
von ihnen konnte gesagt werden : inel exeivoi enovreg edva-
Tvxovv, iniTQenovreg u4Xe^ccvöq(^ ddmelv : —
Kein Mensch versteht das Scholion, das D. zu JH" 332
gegeben hat :
(xvroi d'^dygofievoi nvxXiijaofiev ivd-dde venQovg
rovTO nqog jtaQafiv&iav fiev tcjv twvxiav el'QTjTatj ovx ovtcjg
Si TtinqaxTai did rijy axdotv twv Idrqeidüv. ro di %v -
ycXrjo fiev dvri rov ini Tag dfid^ag &i^aofiev. ycvxXa ydq
Ol tqoxoi : —
Wie xvxXriaofjiev zeigt, ist dies Seh. nicht etwa durch
ein Versehen des Herausgebers an diesen Vers gekommen.
V scheidet 2 Scholien:
a) 'AvxXriaofiev: 6g>' afjux^äv xofiiaofiev: —
b) o^ytad^ ayrj (335): %ai nüg iv ^03vaaei(f
{co 80) q>rjatv „dfig)'' avzolg eTteira fie^
yav^^; tovxo Ttqog naqa^vd-iav xciv l^mvroiv evQfj^
— 73 —
Tort ^ivy ovx Otto) öi niTcqaxtcn diä njv azdaiv
raiv u4.XQBi5wv Kai tov aTco&VQiov {?) nXovv : —
Der Gipfel von Ungereimtlieit scheint mir in B erreicht
zu sein in dem Scholion zu @ 104. Diomedes spricht zu
^Nestor:
i^nedavog de vi tov d-eoaTvcov, ßgadeeg de toi Vtvtcol
Nach einer etymologischen Erklärung von i^Tiedavog
fährt der Schreiber also fort : v/coygaqxjDv de avco ro da&eveg
TOV yeQOVTog ovdev Ttegt tov idlov ad-evovg dvd-vni^yayeVf
dXX* eXnida ovt^ v7toy^q)ei acjTtjQiag did to Taxog. elxoTwg
de oka avvr^yaye Ter xoxa, oniog Ttelarj t<^ ldi({) incß^vai
aQiAiXTi TOV einovTa „og de yCdv^q dno lov o^i^wv" (^ 304).
£v de TO ^ij TOV NioToga (?) TavTa nqoßaM(r&av elg to
xvxelv ßorj&eiag. eynditiiov de NioTOQog exei 6 Xoyog og oide
rqj yriQai drj TQvxofievog dfieXel: —
Ich sage der Gipfel von Ungereimtheit ist in diesem so
unglücklich contaminirten Scholion wieder erreicht. Was
sollen die Worte VTCoygdqxiJv de avco to dad-evig tov yi"
qovTog hier bei diesem Verse bedeuten? Das do&eveg des
Nestor, das nicht allein auf den Mangel der physischen Kraft
des Nestor zu beziehen, ist ja gerade hier 103 und 104 ge-
schildert. Ganz notwendigerweise musste also, dieses Seh.
mit vnoyQagxjjv avcj auf dasjenige folgen, in welchem die
Schwäche des hülfiosen Greises geschildert war imd so ist es
im Vict. :
a) ßir] XeXv.Tai, rjTtedavog de d'eQaTtov, ßqa-
deeg de toi itvtvoi: elKOToig oXa owqyaye
xand o/Kog neiorj e'xei ö Xoyog, dg
ovde T(^ yrjQav JneTQeTtev eavTov: —
b) dXX^ ay^ ifiwv ox^wy (105): VTtoyqdq>iov avu) to
aad^eveg tov yeqovTog ovdev negl tov Idlov ad-evovg
Ctv&v/trjyayev. dXV eXitlda avT<^ VTtoyqdq)ei acj-
TfjQiag did tov Taxovg : —
— 74 -
Unverständlich ist auch das Scholion zu I 14, wo es
von Agamemnon heisst :
tararo dccy^Qvx^cov äaxe ycQ'qvr] jieXdvvdQog
iataxo iayLQ'ü%io)v : did tov ßagicog areva^eiv to da-
TiQvxseiv öyjkovzfxi (j^g to y,€^6f4evoi XevKaivov üdw^" (jw 172).
TOVTO 3i Tcoiei %va iXeeivdg yeyovaig firj x,aTaXeiq)d'y tzuq*
avtüv : —
Dass dieses Scholion zu v 16 gehört, ist sofort klar,
allein dass unser librarius das, was er schrieb, wie so oft,
wieder nicht verstanden hat, liegt ebenfalls auf der Hand.
Er bezog es auf v 14. Das erhellt daraus, dass er unmittelbar
auf dasselbe das Schol. zu v 15 dvoqfegdv folgen lässt!
V hat hier wieder 2 Scholien :
a) Vararo ö axgvx^cov (14) : iVa eXeeivog yeyovcig
fit] nataleicpO^ na^ avTwv : —
b) (og 6 ßaqv axevaxtov (16): aü' cIttc ^^öa-
xQvx^cov äaze x^ijvi;" el ^ri Myoig ori 3id
TOV ßaqicog azevaC^eiv ro daxgvx^tv drjXovtav wg
TO „€^6f.ievoi XevY.aLvov i?dw^" (ji 172) : —
Man prüfe auch einmal näher das ganz erbärmlich zu-
sammengekleisterte Scholion zu 1 626 :
ov yaq (aoi, öoxeei ^vd-oio reXevTi^
T^Ö€ y^6d(^ KQavhad^ai. djtayyelXai de tdxiota
an folgenden 3 Scholien des V:
a) Tg y'odqt: eoixe drjXovv (og oti %tv (?) devtigag
arcdvtiov d&fjaei Ttqeaßeiag : —
b) dnayyelXaL 3e rdxtora XQV f^^'^ov: ra-
XiOTa VTtonvi^ei iirj xctl TtoqiadiiBvov firjxctvijv oio^
TrjQiag ov derjd'ioaiv avrov. Sfia de xal %d TrXrj&og
TÜv xaQado'üovvTiov övaiojtei IdxMAct* ^rjot ydq
— 75 —
yydTtayyelXai 3i taxiora xpij fiv&ov Ja--
vaoTci^^ : — (Javaoiai meint der Scholiast :
daxum hat er nicht gesagt 'Ayafiifivovi)
c) xai otJx dya&ov Tteg: eXey%H %o d/iriveg did
Tov „xat ovK dyad-ov^^ : —
Wie friedlich stehen diese Scholien nebeneinander in B
dTtayyel'kaL de raxiOTai VTto'Avi^ei juij nore Ttoqi"
adfiBvoi firjxavriv acoTrjQiag ov detjd'öiaiv avvov. a^a de xa«
ro TcXrid'og rtZv TiaQadonovvTcov dvaianel yi%i}Xia. soixe ^i
ör]h)iv wg Sri devtegag ajvdvTiov dei ngsoßeiag t] iXiyxei t6
dTtrjvig avtov did xov „xat ovt^ dyad-ov^' : —
Ganz köstlich ist es wie hier wieder das unter c mit-
geteilte Schol. mit ii angeschlossen ist.
Ohne Anstoss ist die von ihm vollzogene Verbindung
der 2 Scholien zu P 5 :
äg Tig Ttegt noQTaxL fn^TtjQ
nQioTOTOKog xiwQrj, ov nqlv eldvia roxoio.
TCQCJTOvoKog: nqog xo fi^ eivai da&evfi, dUd nat q>ik6^
üTOQyov, nivvQtj de olyczQoqxovog. TtgogycetTai öi did zrjv
Msvehiov Xvnrjv. vy' tv de IV j ev xc^ TinTeiv d'Qrjvovoa,
ei d via de dvzl tov eyvioxvla x,at eTtiOTafÄevrj : —
Die 2 ursprünglichen Scholien hat uns aber V bewahrt
a) TCQCJTOTOxog: ftqog to fir^ elvai dod'evfj , dlXd
%al g>iX6atOQyov, xivvQiii de oiyLxqoqxavog. vq>* ^ev
de iV rj ev r(p rUreiv d-qrpfovaa : —
b) ov tzqIv eldvia vöxoio: eyvcoxvla „vriTtiov
ovTtcj eld6&^ ofioitov noXifioio^^ (1440).
TO de xivvQi] TtQog xr^v Mevekdov Xvnrjv : —
Für das gute und treffende Citat in b hat B hochweise,
wie er nun einmal ist, de suo eTtiOTa^evr] gegeben, und
wir werden später noch auf diese ureigene Spedalitat unseres
librarius zu reden kommen , statt guter und treffender
— 76 —
Citate oder Erklärungen platte und blasse Allgemeinheiten
zu geben.
In einem prächtigen Gleichnisse P 53. singt der Dichter:
olov de TQerpei egvog dvrg igid'rjXeg ilairjg
X^Qi^ €v oloTCohif
und B bemerkt gewiss zu x^QV ^^ oloTtoXi^i qwatxov
iati TO xoTLVOipoqovg eirai rovg viprjXovg zoitovg. dfislsi
ixei y,ai ravxrpf Xaraad'aL ßovketai jrqog x6 ^ij exuoTtreod-ai
VTto tüv odoiTtOQCJv xal OTi avvTQoq^a ovra xd roiovra gwvd
dXXriXcov xr^v evcpvtav dq>aiQOvvrai : —
V bietet hier wieder 2 Scholien:
a) X^QV ^^ oloTtolfp: qwaiyLOv iavt yLOZivoq>6Qovg
ilvac Toig vifjrjXoig Tonovg, dfieXei iv dngO"
TtoXei ^TTtxijg TtQiJTov iq>dvf]: —
b) aXXiog: x^QV ^^ olo7t6X(if: TVQog ro fiiq ixuoTV"
read-ac vno rc3y odoiTtogußv rj fiij i^Ttodl^ead-ai
Tg ixipvaei tüv TvXrjaiov ^i^äv. ijrroy ydq
euTQoq)a rd Toiavva qjvvd dXXriktDv riqv evqn/tccv
dqtaiQoineva : —
Dass hier 2 verschiedene Erklärungen von olojtoh^ ge-
geben werden, scheint mir schon durch das vor dem zweiten
Seh. stehenden aXhag angedeutet und zwar fasst das unter
b mitgeteilte Scholion das Wort olojtoXog als „einsam*. Aber
wie kommt der Scholiast dazu, in a das olojtoXog mit viprjXog
zu erläutern ? Er scheint also da doch einer andern Etymo-
logie des Wortes zu folgen ! Ich denke er fasst es „von
Schafen umweidet** Schol. A zu ZV 473 :
olo7t6X(p : rix OL iv (j) o'ieg dvaaxQiipovzai. o eaviv
TtQoßata {noXeiv yoQ iativ dvaaTQ€q>eox^ai) ij iv (^ olog rig
xai ^ovog TtoXeirac, i^ bv drjXöl v6 i^(Ji({f : — Apollon.
lex. 119. 25 oloTi 6X({t: ^ftolXodcjQog iv ^ oieg no^
Xovvzai : —
— 77 —
Mit diesem Begriffe verbindet sich leicht der zweite »der
Höhe^ ; denn dass auch die Schafe, nicht bloss die Ziegen^
nach homerischer Vorstellung auf den Bergeshohen weiden,
zeigt A 106 :
^'iJjjg iv %vriiioioL dlöv] [loaxoiai Xvyoiaiv
Ttoiuaivovv' irc^ oeaa i Xaßciv.
Werden also diese beiden Erklärungen, wie wir zu zeigen
versucht, in V gegeben, dann sieht man deutlich, wie be-
rechtigt die Zusammenziehung beider Scholien in B ge-
wesen ist.
P 146 spricht Glaucos zu Hector:
ov yag rig Avuitov ye fÄaxtjoofievog Javaoiaiv
Eiai Ttegl moliog, inel ovy, cqa Tig xctqig rjev.
Diese klaren Worte verdunkelt uns B wieder zum Teil
durch seine eigene Weisheit in folgender Weise: ol oxQa-
TiCbTai, (ptjalv^ oQCJvzeg tovg Televn^aavTag dvexöiy.T^TOvg drco-
OTi^aovTai %Qv xivdtVoi;, inti oJx hO%i xaqioxiov aoi toSto.
dvzl Tov dg eome ydg iavi ro aga. olov ov ydg iozi ooi
TOVTO eig xaQiTog zd^iv ri ovdsp avTolg XCtqiCrj : —
Man entbehrt gewiss gern und leicht ein solches Seh.,
wenn man in V liest :
a) ov yaQ ng Avaicov: ol yaQ ozqaTiiozav OQcovreg
dvendixrjrovg rovg rekevrriaavrag drcoari^aovTai tcov
-KLvdvviav. TOVTO öe örjko7 did tov ,y€7tei ovk
dqa Tig x^Q^'S ^*^ /naQvaad'ai dfjtoioi^^ : —
b) STtet OVY, aqa Tig x^Q^Q ijc^: ov ydq ioTi
Xaqiaxiov aoi iyc tov fidxead-ai. t6 ydq ov% aqa
avTv TOV ovx (og soiKog „ovx aqa fzovvov erjv
^Eqidwv ysvog" (Hesiod. Op. 11) „ovx aqa
aoi y^iTt^ eVöet {q 454) : —
2 71 heisst es von Thetis:
o^v de monvaaaa xdqvj Xdße naidog iilog
— 78 —
B: o^v ds Kconvaaaa: neginad-ig to ox^^ol oti
Ttakiv %(jt)yf.iBL d-eaaafÄavrj tt^v KavdoTaaiv zov naiöog xai
vn'' avxfjg Ttjg oipeojg Kivrjd^eioa : — Wie es scheint, hat der
librarius seine Vorlage wieder nicht verstanden: denn wie
man bei der weinenden Mutter von einem TteQina&ig'cx'^ H^^
sprechen kann, das ist schwer zu erklären.
V scheidet richtig wieder 2 Scholien :
a) xcoxi'aaaa: TtaXiv (natürlich wegen v 37) xcoKvei
d-eaaafievjf] zrjv TiatdaTaaiv rov rtaidog xai V7t*
avrrjg Trjg oipeiog KivrjO-eiaa : —
b) KaQT] Xaße: TteQiTtevd-ig (sie) to oxfjf^cc. ov yctq
q>vXo(pQOVBlx ai cog IlrjveXoTCifj yfHvae d^dga
fivv Y,Bq>aXriv^^ {q 39) : —
Gewiss sind auch die beiden Scholien in V zu v 82
von Patroclus
Tov iyco TteQi ndvTcov xlov evaiQwv
laov i/dfj yteifaX^, vor drcaileaa
hesser unter den lemmata:
a) tov ajtcaXeaa: neQutad'Ojg ndvv wg ini xrij-
fiarog f^ieydXov tov q)iXov : —
b) ioov ijuii Tieqfaly: HvÖ^ayogeioi ri iavi (plXogy
aAAog eyiü : —
2 266 sagt Polydamas :
aXl^ lOfiev hqotI aazv. Ttld^Boi^e fioi. code ydg eatai,
B bemerkt: dnQcog ngoTginei a^tdaat rov koiqov xai
TOV 'Acvdvvov TijV docfdXeiav 7CQOvoriaaif ovx VTtovoiav, dW
dXi^O^eiav ßeßaiav jiQoßaXXoiievog.
Aber Beziehung wie Verständniss der einzelnen Worte
dieses Scholions sind durch die Zusanunenziehung wieder
verdunkelt. Klar und verständlich ist dagegen Alles in V:
— 79 —
a) (üde yäg Sarai: daifioviiog mvel to ocüfia (leg.
t6 (üde) ovx^inovoiavy äXX' dXtj&eiav ßeßaiav ttqo^
ßaXkofievog : —
b) eY d'afdfie xixriaETai (268): äxQiog TtQOtQirtei
ägnaoai tov naiQOv xal tüqo tov %ivövvov rtjy
doq>aleiav nqovorflai : —
2 307 spricht Hector:
äiJjd fidX* dvtrjv
crrioofdai ^' x€ q>iQr]ai ^iya xQdvog ri x€ (pegoifiriv.
Dazu bietet nun B folgendes zum Teil ganz unverständliche
Scholion : ngog to doxovv eivai dvavriQQrjTOv , ort dfieivwv
^^XikKevg Iq ov (sie) dvvad'rjTce xiy iv noXi^oig ddfjXlaVy wg
TO y^STCifii^ di T€ ^alvetai !^^i;g" {X 537). ravra Xeyo^eva
7cq6g vlovg xaraq>QOV€lv diödaxotaiv , wg firj exovrcjv xwv
xQeiaaovtov ^axd tojv ikaTrovcjv ihtlda, 7CQ0TQ€7tTiy,wg de
q>r]aiv kccvrov eTtidwaeiv zqt xivdvvfp. Sfia äe d'aQQei tdig
OTtXoig nai t([) aonXov eivai l^xiXXea : —
Einmal ist hier das ?/ ov dvteS-rjxe imerklärlich und
dann konnte der Jugend als passender Spruchvers nur v 309
empfohlen werden, nicht worauf zavTa di hinweist v 308,
und darum sind in V hier 3 Scholien imter den lemmata :
a) dXXd f^dX^ avTtjv: 7iQ0TQBnriiicig (prjaiv eavrov
eniäiaaeiv V(p mvöuvi^, a/^a de S-a^^el rolg onXoig
xai (r(p) doTtXov elvai lAxi^ea : —
b) avrrjv ati^ao^ai: nqog to donovv eivai dvav^
TiQQ-ijTOv oTi dfieivcüv l^xiXXeig^ är]^oxo7tix.c!)g dvTe-
d-r^xe TTjv iv noXe^oig ddeiXiav (sie leg. : ddri-
Xlav) : — die Bemerkung bezieht sich natürlich
auf den ganzen Vers, was auch das lenmia an-
deuten will.
c) ^vvog ^EvvdXiog: tag to „STtifii^ de tb fiai-
verai !^^jjg" {X 537). TavTa de Xeyofneva nQog
veovg eXniöa : —
— 80 —
Hin und wieder habe ich im Y die Bemerkung gemacht^
dass derselbe über eine und dieselbe Sache 2 Scholien bietet :
manchmal ein längeres und ein kürzeres, in der Fassimg
mehr oder wenig verschieden. Mitteilenswert scheinen mir
folgende 2 Scholien zu sein, wo B wieder eines bietet, das,
die Kürzungen etwa ausgenommen, ohne jeden Anstoss zu
sein scheint.
2 312. 313 charakterisirt der Dichter die Troer, welche
dem Hector, nicht dem Polydamas folgen, also :
vriTtioi. i% ydg oq>Ewv (pqivag eikero Ilalkag li^rvrj
"Ektoqi fi€P yoLQ ETtiQvriaav xoxa firjrioiüvzi
V hat hier 2 Scholien :
a) "Ex TOQi (lev yaq iTtrjvrjaav: TCi&avrl ^ o*-
novo/iia. el yaq ecpvyov elg rijv noXiv tavrä roig
iv dgx'j iyevero Tet%rjq€ig oi Tqüeg nat noXiognia
%ai oid^ av 6 ''Extcjq dTtciXero xcjXvof^evog vno
rmv drjfnoyeQOvrcjv nqoeX&eiv dg n at avv 6 g
7t ov Xiyei ol fie -d'iXovra levai (sie) in:t
TtQv fivrjai veeaaiv avrov z^iaxavdaonov
iQr^Tvovro te Xaoi (O 722. 3) : —
b) aXXiog: ^'Etctoqi fxiv eTtrjvrjüav: ij ihnlg rov
ärj^oßoQfjaaL ovx eia aixovg Ttgovorjoat to fiel-
Xov xat ^ tov "ExTOQog VTtoaxeaig inayyeiXa^e'
vov VTCoarijaead-aL rov u4.%ilXia. Ttqog rijv oXrpf
Tcoirjaiv olycovofiiiiwg de e&eto (sie) 6 TtoiTjTing.
Tteicd'ivTCJv ydq t<^ TIoXvödfLiavTi twv
Tqcjwv i^aytüviov av narioTf] x6 Xomov fiiqog
TTJg ^iXtddog : —
T 91 sagt Agamemnon :
d-eog did Ttdvta tbKevt^
Ttqiaßa Jtog d'vyarriq ^udxri rj Ttdvtag dazac
— 81 —
B gibt dazu folgendes Seh.: TtQiaßa Jioq •d'vyaTrjQ:
xar' evcprjfiiafidv 6 Xoyog^ olov xad^o ^cog, Ttqlaßa naai xal
Vifilay enel nüg avti^v oHofiivTpf KaXei; t6 äi nqiaßa drco
Tov TTQiaßeux avynixoTttai, avyyvwfirjv de eavz^ Ttogc^Ofievog
wg d^eoßXaßei cn^^ei rijv dalfiova, wg vno fAeyioTTjg d^eov ßla^t-
xo^evog^ xat %va tovg ä^aQrdvovrag /xi^ ^iiiq>ov%6 rig : —
Da liat nun V wieder 3 Scholien, die zum Teil auch
in der Kedaction von dem obigen etwas abweichen:
a) nqeaßai xar^ evcpTj/dia^dv cjg Evfievidag zag
^Eq IV vg iTtet Ttwg ovkofiivj] : —
b) aXixog: TCQeaßa: äno tov Ttqiaßeia avyxexOTtTai
rl Ttagdueczai Ttp Jtqeaßvg
c) diog d-vydtrjf !^rjy: iTteidi^ ndvvwv
aYvcog 6 Zeig, avyyvdiirjv de avzt^ Ttoqi^ofievog
iSg &eoßXaßrj (sie) av^et rijV öal(40va wg vjtd ixe-
yiOTfjg d-eov ßhxnxofjLevog %ai %va rovg dfiaQTd"
vovrag (ätj (X€(iq>oiT6 vig : —
So scheint mir zum Teil auch in der ßedaction verfehlt
wie Yollständig unklar durch die Contamination das Scholion
von B zu T 288, wo es von der um den Patroclus klagen-
den Briseis heisst:
^k)dv fiev ü€ elemov iyai Khairjd-ev iovaa
^cDOv (xev ae eXeiTtov: d^iOTtioTwg exet rd tov
d-QTjvov. ov ydq to e/r' avT(^ drcoXoqrvQerai fiovovy akkd
Y,ai Ta avTji enanoXovdifioavTa. iKnki^TTei ydq avrrjv t6
jU€Ta^ T^g C^ijg y,ai tov d-avdTOv ßodxiOTor ov. naqaTa-
TC^fi de (foivQ exQT^oaTO wg fioyig ixKOvaa TtejtOQevfiivf] aal
ndXiv ßqadewg vnoaxqeipaoa did t6 fif] 'qdiiog d-edaaa-d'ai
TO TtTcifÄa TlaTQonXov» dio Kai inr^yayev ytaKOv ix yt axov,
Tijg ydq nag^ ^yafiiftvovi diaTQißijgy g)7]aij tovto fxot
Xelqov : —
6
— 82 —
Das sind ganz richtig 3 ächolien in Y:
a) üaTQoytXe /xoi deiX'g: aiioniarwg exBi ta rov
d-QTivov. ov yaQ rd iii* avr^ ijtoXogwQBTaiy äiXa
äiä rov ineivov d'dvatov rd eit'' avx^ ina-
xolov^aoyfa : — (und das ist richtig, der Ge-
danke, den B hineinlegt, ist yerkehrt)
b) ^(üov II iv OB eXeiTtov: naQaTarixdig exq^aano
qxüväig (sie) wg fioyig änovaa TteTtOQsvfiivfjv (sie)
xat rd (lev ßQadiwg (sie) VTtoaxqexpaoa did t6 /ii]
^decog tovto ^iol xbiqov : —
c) aUAogi ^wöv ixiv os eXemov: v6 /xeta^ rrjg
t,(ofjg Kai d-ccvdrov ßodxiaTOv ov x al t6 ä id '
q>OQOV avvüv s^iaTtjai vtjv Bqiarjtda : —
Wie wir sehen ist däS letzte eine Bemerkung ftir sich,
die mit der unter a mitgeteilten gar nichts zu tun hat und
desswegen auch nicht mit ydq angeschlossen werden durfte.
Y 33 iJF. werden die in die Schlacht ziehenden Götter
geschildert. Da gibt uns D. ein Scholion aus B, das an
geistloser Armseligkeit ganz einzig da steht. Wir haben
dazu 4 Scholien aus dem Yict., imd ich lasse sie hier folgen,
damit man sie mit dem von B vergleichen und sehen kann,
was aus denselben geworden. Diese Scholien geben die
Gründe an, warum die genannten Götter gerade den Griechen
helfen und lauten in der Handschrift:
a) ^Hqr] fiiv xai JlaXXdg lid-r^vr): ^'Hga elg
vofiiiiov ydfiov ddLXfjd^ivvi MeveXdi^ ßotjd^el, I^&rjva
de Toig dinaiiog xai q>QOvifAa)g fiaxof^evoig : —
b) noaetdcov: rrjOnSraL ydq ol TtXeiovg tüv *JSl-
Xrjvwv ycat „elg ^EXUtjv Te Kat ^iydg dwQ* dvd-
yovaiv^^ (0 203) ij did ^aofiedovra ; —
c)' ^EQiovvTjg: 6 iQevvrjTtudg' Xoyog (an Xoywg?). ydg
eoti rj 6 (leyiaxa cicpeXcjv TtXeovd^ovtog rov If, ol
— 83 —
de TQayixot rov yL(t$ax^6viov. iTtet ovv fiexa luoyov
Ttoiovvtai rrjv ßdxfp^ ol "EiXrjvegy ßorj&ei avroig*
Sfia di xat diä KvXrjvipf : —
d)''H q>aLarog : Tcolifiiog Zigei, q>ikog Ldd^vq
y]'Hq>aiaxog daldaae xai IlaiXdg lA^vr{^ (C 233)
%ai ijfÄfjTQi (piXji inirjQa gjepcov" {A 572) %ai ori
rexyi^ov to ^ElXrp^ixov : —
.Audiamus disertum!*
**H Q a Big v6(4ifiov yafiov admrjd'ivri M&^eXa^if ßor^d-üy
uid'riva de toig dinaiojg y^ai q>QOvi^(og fiaxo^ivoig,
^EQtovvtjg de 6 eQsvvrjiixog Qjoyog yaq soti) rj 6 (leyiüra
w(p€X(!iv TcXeovd^ovrog rov ^,
Hooaidwvde oti dno d'CcXdoarjg TtQog rovg iv tq ^Q^
noXefiovaiv,
^H q>aia'V og de öiä vo (pqovifiog xal firjxccvixog xal Texvi-
Tvfi elvaiy oioi xat ^'EUtjveg : —
Selbst Dindorf hat hier ein menscliliclies Rühren ge-
fühlt und suchte in einer Note dem Scholion etwas aufzu-
helfen.
Aber ein solches Scholion ist des Abdruckes nicht wert,
ebensowenig wie das, welches wir zu v 84 lesen, wo Apollon
zu Aeneas spricht :
Ttov rot äfteiXai
ag Tq(io)v ßaoikevaiv vniaxeo olvoTtora^tov ; —
vtaidevTfKa ravra , t^$ Ttaqd roig avfjutoaioig ngoTtereiag
iXTtalkdaaovTa , di* wv q>r}aL toV uilveiav dux vag Ttag* otv(^
vrtoaxeoeig oXiyov detv yttvdvvevoai, olvoTtord^cov de
nivcüVy ovxi ead^icjv. ßaoikelg de y,ai xovg xara (liQog agxov-
Tag Xiyev : —
Die Erläuterung des oivoTtord^ojv mit jrivcov , ovxl
^od^iwv ist doch in einer solchen Verbindung vollständig
dunkel. Alles ist klar in V :
6*
— 84 —
a) 7ro€ TOI an: eiXal: Ttaidevrixa tovra mal r^g
TtoQa Toig avfiTtoaloig 7i:Q0/tereiag dncdXaaaovTa,
dl* üfv qnjoi rov ^Iveicty dict Tag naq^ oivqt vivo--
oxioeig oXlyov deiv xivSwevaai, ToiavTa de
xal Ta Ttaq^ ''EXkrjaiv sotiv axovaai „tt^
eßav evxbiXatj otc Sri q>afiev elvai agi-
OTOiy ag TtoT^ iv ^Tjfivfiß xeveavx^sg ^yo-
Quac-d-By TtivovTsg xQtiTtJQag €7ti6Teq)eag
oivoiOy Tqcjwv av3-^ exoTOv Sirjxo^
ai(ov rc" (© 229. 230. 232. 233). ol di 7taQßa
Tolg ßaqßaqoig ijg naQaäo^ov tl IdxiX^
Xei avaTtjvai : —
b) olvOTtOTa^iov: Ttiviov eq)r], ovxl io^iiov. xaxei
aga deovTwg ad-eTclTai ovTog 6 OTlxog
„ea&ovTeg xqia TtoXXd ßo&v OQ&oxQai
Qawv^^ (@ 231). ßaaiXeig de xat Tovg xaTci fie^g
oQxovrag eXeyov y^Öwd exa yciQ xaTa drjf^oy
dQiTTQeTteeg ßaoiXrleg^^ {d- 390) : —
Anstoss err^ anch das contaminirte Schol. zu X452:
OTi^O-eaL TidXXerai tjtoq dvd OTOf^a, veqd-e de yovva
jcriywTai.
TtaXXeTai titoq: efiq>avTixdig SrjXoT tyIv ifwxTjv exictjÖ^atu
ßutl^ofuvrpf. xal KaXXlfuxxog „exoXXrjoccy ydq dvlai yoijvaxa^^
(Lay. Pallad 83). Darauf kann sich aber das Citat des E^-
limachus nicht beziehen; in Y steht es richtig unter dem
lemma: yovva jci^yvvTai: KaXXifiaxog y^xolXvfiav ydq
dviai yovvaTu^^ : —
Gewiss ist auch das Schol. zu X 489
aXXoi ydq oi dnovqriaovoLV dqoiqag
besser unter 3 lemmata, als verbunden, wie wir es in B
lesen : dTtovqrjOOvoiv: xvqliog tcüp oqoav dq^aiqriaovrai.
6 iiev ydq Tlqia^og eqyov eaxdTOv yijqtogy aXXog de ovx eaziv
.V
— 85 —
S iXei^aciiv ti^v OQ^aviav ctvtov, i] de drvxicc Ttavva rd %ei^
nQogdoxav ccvrriv noul : —
Y:
a) Tcovog %al xijde' (488) : ^ atv%ia Tvavra xd
%eLq(a TtQogdoxav iitayerai : —
b) aXkoi Si ol: 6 f^iv ydq ügiafiog saxo^oyriQCjg,
i'gyov de acoaai xqr^iJiaTa eariv 6qq>avi^
%ov ftaidog : — -
c) äTtovqiaova iv (sie): dq>aLqrjaovTai.
Dieselbe Erscheinung verfehlter und unglücklicher Con-
tamination begegnet so durch die ganze Sammlung und wir
müssen demnach festhalten an der Aimahme, dass der Schreiber
hiebei einem bestimmten von ihm oder einem andern fest-
gestellten Principe gefolgt ist. Daneben gibt es aber auch
eine ganze Menge derartiger verbundener Scholien, die ohne
jeden Anstoss sind. Und wir begreifen das sehr leicht. Der
Schreiber hatte gewiss eine leichtere Arbeit, wenn er Scholien
imter gleichen lemmata, die zu einem und demselben Vers
gehörten und nur verschiedene Erklärungen enthielten, zu
einem Ganzen verbinden konnte. Aber diese sollte man eben-
falls nicht nach dem Venetus ediren. Wenn Nwir nämlich in
anderen Handschriften die verschiedenen Quellen, aus denen
unsere Scholien stammen, genau geschieden sehen, so sollte
man sich doch wahrhaftig keinen Augenblick besinnen, schon
der leichteren und bequemeren Orientirung wegen jene Hand-
schriften zur Grundlage zu nehmen.
So kann ich es nicht billigen, dass man zu E 736, wo
es von Athene heisst : *
^ de xixciv^ ivövaa Jioq veq>ekriyeqhao
aus B folgendes Schol. herausgibt: h: daavvtiov to 1^, ag^
S-Qov yaq eoTi dvrafvvfimov. riveg de xpiXovaij avvdeofiov exde-
XOfievoi Tov rj i^de, xaKiSg, ovrog de 6 %vtvtiv eTtiZTideiog eativ
— 86 —
iv TtoXifÄtp IV g (sie) i'ori jteqißokri Jioq xai Idd^ag wg
ld%tXki(og xal u4Yccvrog. Tevx^oi di kiyei Tg alyidi xat zjj
Genau nach den Quellen geschieden und zum Teil noch
durch eine weitere Bemerkung vermehrt bietet V folgende
3 Scholien :
a) ^ Si x*^^v^ ivdvaa: daavvreov t6 v[, ixqd-QOv
yaq ioTi dvrcjwfdi'TLOv, Tivig di xpiXovat atväeofiov
dexofievoi ro rj^ TLoyLwg : — (Schol. Herod.)
b)x^^^5*'' ivSvaa: ovzog yaq fiSXXov ifciTi^deiog
iv TEoXeijK^ %ai ori (sie) l^orj TteQißoXri Jiog %al
!/i&rpfäg (ig ld%4}liu)g xal ^Havzog : — (SchoL
exeget.)
c) ^ di xiTVJv'' ivdvaa: to ,jJidg ycqpc^iyyc-
QStao^^ Tivig xt^ TtQCJti^j ol di r<^3 ^S^g
(sc. awaTttovOLv) l'v' g oXa ta OTtXa rov
/liog. Ttoivov di xai €7tt xov Ttgcirov.
T evxBa di Ttjv alyida nai 7teQiY.eq>a'kaicfv X^yei : —
(Schol. Nicanoris et exeget.)
Am allerwenigsten war es aber zulässig, das ixiJxog, das
wir so vielfach vor den Scholien des V finden, und das so
deutlich auf verschiedene Quellen hinweist, so ohne weiteres
wegzulassen. So wird Y 332
u4iveia rlg a' wde -d-ewv ätiovta Y.BkiveL
in B durch folgendes Scholion erläutert: cTsowa: (pqtvo-
ßXaßovvta rj atpQOvriOTOvvTa „6 di Ttgarcov f^iv äzi^cov eq^
xevai^^ (v 166) KaXklßdaxog „Movawv di yievog dvriQ araec"
TG axiovra (og voiovxa, eötl yaQ TTJg TtQWTtjg xüv neQiancO"
fiivtJv av^vyiag ofioiwg r^ voiovti : —
In V sind durch aUxog richtig 3 Scholien geschieden:
a) dtiovra: äq)QOVTiGTovvTa' KaiXlfiaxog ^yfiovadtov
lievog dvijQ dzizei^^ (sie) : —
— 87 —
b) dXXwg: ätiovca: ätpQOVTiaTOvvra „o de TtQchov
fdiv ar/Ccciv" (v 166) ilj q>Qevoßhxßovyca : —
c) aihaqi dtiovcai iig voiovra. eon yäf tijg TtQci-
rrjs avZvyiag ruiv TieQiancofdivcov : —
Mit dieser Scheidung ist doch zi^leich für das raschere
Verständniss dieser Scholien unendlich viel gewonnen, und
dieselbe ist auch in V durchgängig durch alle Rhapso-
dien der Ilias festgehalten. Denn nur höchst selten tritt
der gegenteilige Fall ein, dass wir einmal im Venet. B 2
Scholien begegnen, die in V zu einem einzigen verbunden
sind und wegen dieser Seltenheit kann auch diesen Scholien
für die hier besprochene Sache keine Bedeutui^ beigelegt
werden. So müssen wir also die Ansicht, dass uns im Venet.
B die ältesten Ueberreste eines ursprünglich mit de ver-
bundenen und vermittelten Commentars vorliege, der dann
im Vict. aus Bedürfiiiss der Handschrift auseinander gerissen
worden sei, als unstatthaft zurückweisen. Die Verbindimg
der Scholien im Venet. B ist ureigenste Arbeit dieses oder
eines anderen librarius, der, um nicht immer neue litterae
numerales über den Text und an den Anfang seiner "Scholien
setzen zu müssen, manchmal mehrere Scholien zu einem
einzigen Ganzen verbunden und contaminirt hat.*)
*) Dass aber dem librarius des Venet. B nicht ein verbundener
Commentar, sondern schon durch aXXu^ geschiedene Scholien vor-
lagen, davon gibt es ganz deutliche Spuren in unserer Sammlung.
E 778 lautet das Schol. in B: T^/ua^' o/jioZat: trjy i^fitiv xcci rtjy
ntrjaiy, atonor yaQ rgv^e^tüg ßa6ilety rag eis TioXifAoy scxevccfffÄiyac'
aTiXcDg, xaXtag raiy ßovXofiiyfay XaS'iiy r« tx^v nBQiattQaiq i%xait€y\
ttfpaytj yuQ avttoy rd t/yii (of ^A^iOxotiXtig. ^ xal 6id to xa&tcQoy fj
dtd TO ra/v : — Dasselbe Schol. bieten VL, nur dass dort für v^ «XXwf
steht und das Schol. am Schlüsse noch einen Zusatz hat. Jeder sieht,
dass wir hier 3 Scholien vor uns haben : der Vergleich mit den
Tauben wird erklärt: a) cT*« r^y OQ/Jitiy xal njr nrriciy b) wird das
Passende des Vergleichs hervorgehoben 6id ro "kad-Hv c) ^td j6 xa-
^aQoy xal wr/w. Für das in VL genau scheidende aXXtag ist in B
— 88 --
Sollte dies Alles aber noch nicht genügen, endlich der
Ueberzeugung Bahn zu brechen, dass der Codex Venet. B
bei der Heransgabe der exegetischen Scholien der Ilias erst
in zweiter Linie Berücksichtigung verdient, so möge hier
gleich noch ein weiterer und höchst wichtiger Punkt in Be-
tracht gezogen werden. Schon in der Recension von D.'s
Ausgabe Jahrb. 1878 wurde p. 531 darauf hingewiesen,
dass uns im Vict. vielfach nicht bloss der bessere, sondern
an zweiter Stelle, wie so oft ? eingetreten. Ausserdem ist hier be-
merkenswert, dass in y in der Begel nach dem a^iog noch einmal
ein lemma folgt, lun das Scholion deutlich als ein neues kennbar
zu machen. Das ist hier nicht der Fall, so dass man am Ende die
obigen Worte auch als ein Scholion mit 3 verschiedenen Erklär-
ungen £ässen könnte. Ganz ähnlich verhält es sich mit Y 180,. dort
heisst es ebenfalls am Schlüsse des Schol. aXXiog xal xtgtofMel rov
Aivslav tag dyfSQftoyra tJ JlQidfjiov «QXV • — und wieder steht das
gerade so in V, ohne lemma und mit ticcI verbunden. Doch dürfte
uns darüber vielleicht der Townleanus aufklären. Wenn auf Thiersch's
Vergleichung Act. PhiloL Monac. Tom. ü. p. 561 fF. Verlass ist, so
hat V öfters aXAwp, wo es im Townleanus fehlt. Vergl. de Schol.
Vict. Homericis p. 24 Anm. Und diese Frage ist für die Sache von
Wichtigkeit, denn es handelt sich eben darum, ob diurch dieses
häufige u'kXwg in V verschiedene Scholien oder verschiedene Er-
klärungen eines und desselben Scholions geschieden werden.
Natürlich soll damit nicht gesagt sein, dass die ältesten exe-
getischen Scholien nicht aus einem oder mehreren ursprünglich ver-
bundenen Commentaren stammen ; denn so müssen wir uns die Sache
aller Wahrscheinlichkeit nach denken und dahin führen uns auch
Spuren, die wir in den Scholien beobachten können, so z. B. wenn in
y und L neue Scholien unter eigenen lemmata mit ^^ anlauten wie
E 638. 502. (Vgl. auch cod. B zu * 204.) Das erklärt man sich doch
wohl am leichtesten dadurch, dass man aus Bedürfoiss der Hdschr.
oder aus irgend einem andern Grunde die in dem fortlaufenden Com-
mentar verbundenen Scholien trennte und dabei übersah, das nun
unpassende ^b ausziunerzen. Dass aber damit die von dem librarius
des Venet. B beobachteten und oben gezeigten Kunststücke nichts zu
tun haben, das glaube ich an einer ganzen Reihe von Scholien
schlagend nachgewiesen zu haben.
— 89 —
auch der ausführlicher^ Aiiszog dieser Scholien vorliegt.
Eine nach dieser Bichtong hin yorgenommene CoUaidon
mehrerer Bücher hat mir die dort ausgesprochene Vermutung
zur Gewissheit erhoben. Und es hat gar nichts ünwahr-
scheinHches, so wie wir wenigstens unsem Heim Hbrarius
bisher kennen gelernt haben und es stimmt ganz zu seinem
'System der Arbeitserleichterung, wenn er manche Scholien,
die in seiner Vorlage enthalten waren, einfach wegliess.
Darauf wird man wenigstens gedrängt, wenn man folgendes
Schol. in B etwas näher ansieht.
V 288. 289 heisst es bei der Anführung des Wagen-
kampfes
üßQZo Ttolv TtqChog fiiv ava^ dvdqwv ^/dtjXog
l4df^r]tov q)iXog vlog^ dg iTtTtoavvf] hthiaaro
und da bemerkt B zu 289: dg iTtTtoavvrj inixaato:
oi ftovov iTtTttüv aQ^^ ^a^^üv aviari] TtQwrogy dXKa xai
tixvri iTtTtin'^ : — Ich frage : wo ist beim Dichter mit irgend
einem Wort Etwas angedeutet von der oq€T^ rwv %7t7tiav^
Diese Bemerkung des Schreibers weist vielmehr darauf hin,
dass in einem andern SphoUon, das er in seiner Vorlage
hatte. Etwas über die Vortrefflichkeit der Bosse des Eumelus
bemerkt war, denn nur so kann man sagen ov fiovov —
aila xaL Und so ist es in V:
288: EvfirjXogi wg OertaXiTcdg %7t7tovg €%(av %ai VTto
IdtTtolhüvog TQacpeioag : —
289: iTtTtoavvT] eKeKaato: ov fiovov ovv %7t7tiav
a^CTjf ixenaOTOf aXXd xal tex^rj iTtnix^ : —
In ganz richtigem Gefühl ist in B das ovv weggelassen
worden, eben weil das vorausgehende wegfiel, aber die bei-
behaltene ungeschickte Fassung ov fdovov — dXkd xat hat
den librarius doch verraten.
Allein diesen Umstand wollen wir hier gar nicht be-
tonen. Wir haben es da eben mit der einfachen und ecla-
— 90 —
tanten Tatsache zu tun, dass eine Menge guter ex^etischer
Schollen im Vict. enthalten sind, die im Venet. B fehlen
und zwar meinen wir damit nur solche, die nicht gerade
auf ganz besondere und eigene Quellen hinweisen, sondern
die ganz im gewöhnlichen Geiste dieser exegetischen Schollen
gehalten sind. Und das findet sich so durch alle zu diesem
Zwecke von mir vergHcEenen Bücher hindurch, ffier möchte
ich nur auf die im Venet. B fehlenden Schollen der Rha-
psodie V hinweisen.
Im Venet. B fehlen also die folgenden Schollen, die
Bekker aus V anführt:
V 1. (2. Schol.) 6. 7. 14. 20. 28. 33. 42 (statt A ist
V zu schreiben) 44. 84. 71. 72. 76. 79 (AV) 82. 99. 110.
126. 130. 132. 136. 141 (AV) 153. 157. 171 (AV) 193.
203. 214. 226. 229. 239. 265. 266. 268. 270. 275. 277 (2)
280. 288. 291. (2) 296 (2) 336. 346. 348. 378 (2) 383.
401. 426. 458. 478. 497. 503. 506. 524. 538. 596. 619.
633. 637. 644. 648. 652. 660. 661. 664. 680. 681. 684.
686. 690. 702. 709. 725. 729. 741 (2) 772. 783. 791, 810.
815. 817. 829. 854. 858. 876.
Das sind Schollen, wie wir sie zum Teil ähnlich sonst
in B lesen. Aufgeführt sind dabei nicht diejenigen, welche
aus den Werken der Viermänner stammen , weil auch B
selten derartige Schollen hat. Dieselbe Beobachtung wie
hier habe ich auch an andern Büchern gemacht, so dass
sich wohl die Annahme nicht abweisen lässt, dass uns für
die exegetischen Schollen der Illas in B nur ein unvoll-
ständiger Auszug vorliegt.
Wir sind nun am letzten Gange unserer Untersuchimg
angelangt. Es ist das nicht etwa ein zusammenfassender
üeberbUck der bisher gewonnenen Resultate, sondern eine
scharfe kritische Prüfung derjenigen SchoUen des Venet. B,
die entweder ausführlicher in demselben enthalten sind oder
die in mehr oder weniger bedeutenden Pxmkten von denen
— 91 —
des Vict. abweichen. Die Vergleichung beider Handschrifben
giebt ausser den bisher behandelten Tatsachen der Verkürz-
tmg, Zusammenfeussung, Umredigirung ja noch andere Punkte
an die Hand, die der Vollständigkeit der Sache wegen nicht
umgangen werden können.
Die Scholia Victoriana sind nämlich denen des Venet.
B entweder ganz gleich dem Umfange wie dem Wortlaute
nach: da fallt die Handschriftenfrage weg. Oder sie sind
länger als die des Venet. B: dann haben sie Striche und
Verkürzungen erfahren in B, wie wir das früher nachge-
wiesen. Oder sie bieten in 2 und mehreren Scholien, was
B in einem hat: dann sind sie contaminirt und aus V zu
ediren. Aber damit ist die Möglichkeit der Fälle noch
nicht erschöpft; denn die Scholia Victoriana weichen von
denen des Venet. B manchmal in unbedeutenden Punkten,
wie es wenigstens auf den ersten Blick scheinen möchte,
ab; sie weichen auch femer manchmal ab im Umfang und
erscheinen in B ausführlicher als in V. Nun so gebe man
sie — wird man sagen — aus B heraus. Allein diesem
raschen Worte möchte ich doch ein gegründetes Halt zu-
rufen. „Du sollst nie nur eine einzige Handschrift anbeten*
lautet ein schönes Wort, meines Wissens von Lehrs, und
ich unterschreibe es vollständig.
Aber wenn wir nun den librarius der Scholien des
Venet. B bisher kennen gelernt haben als einen gedanken-
los arbeitenden , vor dumm-dreisten Erfindungen keineswegs
zurückschreckenden Gesellen, wenn in einer so grossen An-
zahl von Fällen seine Fehler klar und offen vor uns liegen :
sind wir da nicht berechtigt , auch Alles andere , das er
etwa abweichend von V bietet, nur mit Misstrauen auf-
zunehmen : ja sind wir da nicht im Interesse der Sache,
der wir nützen wollen, geradezu verpflichtet, die etwa vor-
kommenden Abweichungen genau und scharf zu prüfen,
deren Richtigkeit oder Unrichtigkeit nachzuweisen ? Oder
— 92 —
soll sich der breit und offen daliegende Unsinn auch noch
durch eine vierte SchoHenausgabe weiter schleppen , weü er
nun einmal durch den altheiligen Namen des Venet. B ge-
deckt ist? Auch da gilt es Kritik zu üben, scharfe unnach-
sichtige Kritik, die das Gute schützt und verteidigt, das
Schlechte verdammt und aufgiebt. Allerdings ist das Urteil
über schlecht und gut bei diesen Scholien subjectiv, aber
ich denke denn doch auch von diesen exegetischen Scholien
der nias nicht so gering, dass ich damit zufrieden wäre,
wenn sie nur Worte machen ohne Inhalt und Bedeutung
und zwar Worte, die sich nicht etwa mit der bescheidenen
Haltung der Paraphrase begnügen, sondern mit der lächer-
lichen Tendenz wirklicher Erklärungen des Dichters auftreten.
Wir werden demnach auf dem nun folgenden kritischen
Gange in aller Kürze und nur nach den Hauptgesichtspunkten
in die Besprechung einiger Scholien eintreten und zwar wer-
den wir zunächst solche Scholien heranziehen, die man aus
B edirt und bisher ohne Anstoss gelesen hat, die aber aus V
zu geben sind; wir werden femer auch manche in V be-
gegnenden Varianten gegenüber anderen Lesarten von B auf-
recht erhalten, zum Schlüsse soll dann noch mit einem
Worte hingewiesen werden auf die Zusätze, womit der Venet.
B uns bereichert.
Bei Villoison, Bekker xmd Dindorf lesen wir zu F 41:
aal x€ ro ßovXolfiriv Kai xev Ttokv xiqdiov riev
folgendes Scholion iaus B, dem ich nun gleich das von V
gegenüberstellen will:
B V
ßovXoifJirpf av tqvto (bg xaXoig ißovXofifjv av tovto, g>iQ-
yevtjaofisvov. äXkd aal TtoXvy tbqov de TCQeitTOVj aol drj'-
q>7]Gl , y,QeitTOv av iyeyoveif Xovori : —
aot drjlovöti: —
— 93 —
Wenn man nur den äussern Umfang der Worte für
ausschlaggebend hält für den Wert eines Scholions, so ist
allerdings das Schol. Yon V gerichtet. Doch wollen wir uns
dasselbe einmal näher ansehen :
a) ißovXofitjv av zovro ist allerdings nicht auf den
ersten Blick klar, aber unzweifelhaft beziehen sich
die Worte auf die von Aristarch notirte Rede-
wendung, von der Friedländer zu Aristonicus p. 7
gesprochen hat
b) V las ursprünglich in seinem Texte g>iqTeQOv, nicht
wie wir niQÖiov imd erklärte das Wort mit xgeif^
tov. ApoUonius lex. 162. 4 cpiQreQog: TCQeiaatov
Tiaqa to VTteQfpiqeiv,
Ich finde also dieses SchoHon gar nicht so schlecht —
ja sogar gut — und ausgezeichnet, wenn man es diesem
platten und nichtssagenden Gewäsch entgegenhält, mit dem
uns B wieder bedient. Gewiss hatte der Hbrarius ähnKche
Worte , wie wir sie in V lesen , in «einer Vorlage — das
TCQeiTtov av iyeyovei scheint darauf hinzuweisen — aber die
Variante hat wieder keine Gnade gefunden vor seinen Augen
und daher das hohle Phrasengeklingel.
Das tief humane, so wunderbar milde Wort, das Priamus
zur Helena spricht, F 164 :
ovTi fioi altirj iaat, &eoi vi f^oi curioL elaiv
hat auch unsere SchoUasten gerührt und sie bemerken darüber:
B V
TcatQiTii^v Tttog acil^cjv diad'e- 7taxqiY.r^v aw^wv äid&eaiv ov
aiv Kara rov koyov ov g>rjaiv qyrjaiv „naJg vi ^loi caxiog
ccvTT^v avciav. neig yaq; : — iariv^^ : —
Hält man an der Ansicht fest, dass nur das ein gutes
Scholion ist, das etwas anderes sagt „als was im Buche
steht*^, so weiss man, was von B zu halten ist.
— 94 —
„Worte, Worte, niclits als Worte" z. B. auch J 151:
tig &i XSev v&)ijhv te xat oyxovf iTitog iovzag
B V
ixtög eöviag: leittu t6 tag äe i3ev: avii tov gV-
ija^ero, jigö /cg tovvov ovx &ero. ntög yaQ eioqa to i[i-
tuQÖTo IfifiEJijjyög TJ fiav- neni^yog rg Jtavrevxiif ; : —
zevxitf : —
Das Schol. von V spricht fUr sich selber. Was aber ein
solcher Schreiber im Producirea von Unsinn leisten kann,
sieht man auch hier wieder ganz deutlich. „Insanit nt
aolet!"
Davon gleich nodi eine Probe. J 398 wird von Tydeus
gesagt:
Malov' äqa jtQoetpie, &etäv TtQÜeaat itiif^^aag.
Geistreich, wie immer, bemerkt dazu B:
avTi^) eltiev ori Idyrj ovtov t6 Söqv ; —
Ja , ja ganz gewiss : die Athene sagte dem Tydeus,
«dasB sein Speer zerbrochen ist" !
V : ^ l^&T/vS ya^ ctvTi^ eiTte rj exläo&rj avrov to
äöffv : —
E 128 sagt Athene zu Diomedes:
dx^vv 6'av toi an Ötp&aXftwp i'lov, tj tc^v Brt^ev
ogig' er ytp'föaxyg ^f*ev &edv rjde xai ävdßa.
Zu dem letzten Verse liegen uns folgende 2 Schollen vor :
B V
o/rwg ev SioKfiivoio xal tov &e6v öfioiojd'ivTa avÖ^ %va
aTQETTtoy i^eov xai tov wg dtaxqlvrjg xai töv ovtwg dv-
dvÖQu 7töXtv 9töv : — dpa tovto yä(f dtjloJ ■^(ih
&t6v r^Si xai ävö^.
- 95 -
Dass irgend ein homerischer Held einen unverwandelten
Gott nicht erkennen sollte, davon finden wir in den ho-
merischen Gedichten nirgends eine Spur. Wenn also Athene
dem Diomedes hier die a%Xvg nimmt , so kann der yom
Dichter angedeutete Zweck nur mit Y erklart werden.
E 542 heisst es von Aeneas:
''Evd'^ avr' u^lveiag /favawv VXev avögag dQiatovg
vTe ^loxkriogj KQ^&(avd te ^OQaikoxov ze
Dazu sind uns wieder zwei Scholien erhalten:
B V
^Eilrp^iTtov Ttal q>iXadEkq>ov to ^E^rj[VL%ov %ai g>tXad€Xq>ov avv^
owajtod'VTJaxeiv zöig ädeX- aTiodvf^ayteiv rovg ddeXcfOvgj
qmg , oAA' ovx olov ro <Pjj- ovx' olov %d ^Idaiov ^^og rov
yifjtig ^d^og (v 11) : — dd€Xq>ov rov (lh]yi(üg{Y 11): —
Selbst wenn man mit leichter Aenderung in B schreiben
würde rovg dSehpovg , so bleibt das folgende doch ein Un-
sinn. Denn was soll denn olov ro Otjyicjg i^d^og für das
Gegenteil beweisen? Bei v 11 ff. sehen wir, dass von den
beiden Brüdern Phegeus zuerst getötet wird, während Idaeus
feige flieht. Darum ist nur richtig, was wir in V lesen.
Der Unsinn in B ist wieder durch die unverständige Kürzung
entstanden.
Wenn mich nicht Alles täuscht, haben wir es mit einer
ähnlichen sinn- und gedankenlosen Kürzung auch . V 840
zu tun:
Epeios macht den ersten Wurf:
aoXov (J'?A€ diog ^Erteiog
ijxJB de divrjaag, yihxaav ö^STtl Ttdvxeg L4%aLoL
Dazu liegen in den beiden Handschriften die folgenden
Scholien vor :
B
ßovl^ai ehceiv ori xcctayi-
Xaatog iyivBro en' oXlyov
aiv : —
tavto &iXti emsiv ort xara-
yeläoiog i^^iipev in' oXiyov
ßalbiv ^ evxeQÖig rijv x^i^
axtjpicalaag »j /^i} äutar^aae
TW Jtöäe : —
es
^^^ am
^^^Ä »el:
Zu einem Freui^eiigeUchter, wie B annimmt, war dodi
hier beim ersten, wie es scheint, total verunglückten Wurf,
auch nicht die mindeste Veranlassung.
Man mviaa sich sehr in Acht nehmen TOr den aus-
ftilirÜLheren und längeren Scholien des berühmten Venetua
B ! r 221. 2
ÖW.' 8t« iJij ^''ona re fieydltpi h. arr^i^eog 7ei
xai tTtea vupädeaatv eoixöia xufieqir^aiv
B V
f^ EtKoJv dgioQ^ nffig to ta%oq
T^S ^ijTO^lag. ^M* fisv yaq
Tov iiX^^ovg drßm %6 fivxvov
Tod löyov, 3td 3s lov Xevxov
■to ampig, dia T^g viqiadog
vi^y (fqixrpi tOv äy.ovövrtuv.
xal ai (liv zciftE^iort anaXäi,
at äe sa^ival ixxoTttovai tovg
xaQuovg ; —
Xihil non ,molitur inepte.* Gewiss ist es so hier; denn
wie kiinn man allen Ernstes, wenn man das Gleichnise, wie
B tut, allein itQog zo -cdxog bezieht, fortfahren did ftev
yä(j ToiJ TcXri^ovg ärjXot tö nvxvovl femer sind doch
auch rrXij&og und uvxvöv ganz verschiedene Begriffe, die
unser librarius da zusammenwirft. Der Unsinn fällt in sich
selbst zusammen, sobald man ihn etwas näher betrachtet.
^ eiKiav jT^s TO Taxog, to
3cXij9os, 10 scvxvov, tö
aag>^g, diä de to Xevxoy
tijg vtgxidog ttJ» y^t'xijv tiüv
äxovövTwy, »al at ftiv x^~
fiiqiat, TOiig Xflr^
novg : —
— 97 —
P 24
spricht Menelaos:
oide f^iv ovdi ßtt] ^YneQi^voQog mnodai^oio
Dazu liegen nun in beiden Handschriften folgende
Scholien vor:
ij TtQO TfJQ /AT^ndog ^ vvv xora
ro aiwftw/jievov dvjjQtjrai, ov
yag iv r^ S jyl^tQeidi]g d^oQ*
ineid-^ ^YTtBQtjvoQa Ttoijdeva
Xawv^^. q)€vycov yaq lueivog
avjßqrjvo, . ''Of^rjQudv de €&og
vid. Bekker : —
B
ij TtQO Tfjg fii^vidog ij vvv xarä
To öKOTtwfxevov avjßQfjrai» ij
raya iv rji S avtäv avfxßa^
Xovxcov 7i€q)6v€VTaij ev^a cpt]^
olv yjl^TQeidrjg d^ag* eneid'^
^YneQi^vOQa noif^iva hxüv^^
(516). q)Evya)v ovv dv]ßQrjTaL,
7] xaya sd^og ^Of^irjQi^dv ro
kvia TtaQalelneiv y,ai vgteqov
q)Qd^eiv. Tieqioadv ös to hv
ov : —
Alle Ausgaben unserer Scholien bieten nur die Fassung
von B, und doch ist dieselbe grundfalsch und verkehrt. Das
ganze Scholion kann nämlich nur auf die eine Frage ge-
richtet sein , dass der Tod des Hyperenor , von dem hier
Menalaos spricht, in der Ilias nicht erwähnt ist. Zur Recht-
fertigung dieses ümstandes greifen sie zu dem gewöhnlichen
Mittel, das Kennern dieser Scholien nicht unbekannt ist: rj
TtQO Ttjg f.irpfidog f; xara xo aicoTrwinevov dvgQijrai und sie
finden das ganz dem ^OfitjQii^ov ed^og entsprechend, wofür V
bei Bekker Beispiele beibringt, die in B wieder weggefallen
sind. Nun wird freilich ein Hyperenor £516 erwähnt; aber
die umstände, unter denen jener dort getötet wird, sind
ganz verschieden von denen an unserer Stelle. Darum wird
auch in V mit Becht die Identificirung des in S getöteten
7
s
mit dem von Menelaos hier erwähnteD zurDckgewiesen. Nach
£510
ETcei ^' sxXtvE fiäxTjV xAurög evvoalyaiog
wird Hyperenor auf der Flucht getötet — q>evyo>v yä^ exet-
vog avQQtjzo meint alao V — vmd der kann doch unmöglich
derselbe sein, von dem Menelaos sagt xal ^' V7ti(iBivey\ Das
ist Alles klar und verständlich und so lautete gewiss auch
die ursprüngliche Fassimg dieses Scholions. In geradezu
törichter Weise ist dieselbe in B alterirt ^ raya iv t^ S —
netpövevzat . . . . tpevyiov ovv äv^qi^Tat, Wie können
diese Worte hier i^hen nach dem Vorausgehenden ij Tcpö
T^e ftrjvidog jj vtaza xo auoTttafievQv nstfovevTai ? Diese
sagen doch ganz deutlich : Homer erwähnt nirgends diesen
Hyperenor , von dem Menelaos spricht ! Wie können femer
in der von B beliebten Weiae darauf die Worte folgen ^'
läxa e^og 'OfttjQiKov id evia ftaQctXeiTiEiv? Das ist doch
rein undenkbar! Das Scholion zu P 24 verbreitete sich nur
Über die eine Frage, dass der in S und der hier genannte
Hyperenor nicht identisch sein können : was darüber ist, ist
vom Uebel.
Zu J 87
udaadoMf) j^vTTjvoqidr], xQais^i} aiXfttjT^
bieten beide Handsclmften folgende Scholien :
B V
KaX<Zg zovt^i elxäa&i}. na-
^ißi} yaq xal i've^ov vöftov
ovTog nQO to£ vvv, ßmiXeiai
Si naaußivat xal tovzov top
vojiov ijKii x(üv aiiov6üv et
yaQ fTcgog; rjv ö avftßovXevinv,
Etpri av ö növ6a^g, äid iL
fii] xai av fta^ß'^arj vovg
oQxovg; . . . . : —
jiaoööxog xaXEiTai , xahag
de tovtiji tixatjtat ' ^vrt]-
voQog yaq av (leg. : äv) Ttalg
xal noQaßäg vöftov nqo^eviag
xal zovTOv i^iket TtaQaßijvai
vöfiov anovdbiv. eI yaQ J^epog
ijv avußovketiov, e'gsjj av 6
Iläi'öaQOs, dia ri fif^ av na-
Qaßfjarj Tovg oqxovg; : —
- 99 —
Wenn nun hier B bemerkt : Ttagißt] yctg %at txBQOv
vofxov ovTog TtQO rov vvv, so sieht man sich vergebens in
der Ilias oder anderswo nach einer Stütze einer solchen An-
nahme um. Unzweifelhaft berücksichtigt das Schol. F 205.
206, wo wir zur Erläuterung in den Scholien lesen: ove
yaq ix Tevidov eTtqeoßevovTO ol TteQi MeviXaov rote ^vrij-
v(oq 6 '[yterdoyog VTtedi^aro avrovg nai doXoq>ov€la&ai /ueA-
XovTag eaioaev. Sollte der eigene Sohn des Antenor, Lao-
dokos, zu den dokoq)oveiv fiiXkovreg gehört haben? Das ist
doch kaum glaublich. Alle Schwierigkeiten sind dagegen
gehoben mit der Fassung von V. Das rvagaßag vo^ov
TTQO^Bviag ist doch wohl dahin zu interpretiren : Laodokos
als TiQO^evog des Menelaos hätte doch eher das Gegenteil
von dem tun sollen , was er jetzt tut : d. h. er hätte Alles
zum Schutze des Menelaos aufbieten sollen ; aber damit, dass
er jetzt den Pandarus zum Schusse auflfordert, übertritt er
doch zuerst den rofiov ngo^eviag. Daher, meint der Seh,,
empfiehlt sich der Göttin gerade die Gestalt dieses Mannes,
der mit der AuflForderung zugleich den vo^ov 7tQ0^€>iag und
üTtovdwv übertritt. In richtigem Gefühle hat Bekker auch
djis Scholion nach V edirt.
Zu -5" 372 von Hephaestos
Tov ^evQ^ IdQciovra eXiaaofievov Tveql q>vaag
stehen sich folgende Scholien gegenüber:
B V
nQO TtoiXov Tavva (/fxovoiir]' Ttqo noiXov zavTa (iycovofir^Tai
Tai e/ti Trjg ^ qaif.f(^diag nai stvI vr^g A ^axpi^dlag^ SrjfjiiovQ'
drjiiiovQydg ovrog 6 dsog elg- yov top d-eov xovrov eigfixS-ai
rjxTai , xai rovg d'oka^ovg nat rovg d-akifjLOvg roig -^eoig
zoig d-eolg KaraCKeva^ei %al y.aTaayt€vd^ovTa xat z6 an^Tt-
To ayc^TtTQOv rt^ Ju^ iV knl xqov Tt^) z/a, IV ent Trjg jue/-
7* ■
— 100 —
Ttjg fXBiCpvoq XQBiag fir^ naQa' ^ovog XQ^^^S f^^ 7taQado£ov
do^og iy raxv^i^S (pavy : — 9^^ ^<^ xahLea viva twv
&eäv elgdyea&ai : —
Auch hier ist die richtige Fassung allein wieder in V
erhalten. Der Scholiast meint doch wohl klar und deutlich:
Dass die Einfilhrung des Hephaestos als x^^^^'Q keinen An-
stoss erregt, dafür hat der Dichter im Verlaufe seines Werkes
gesorgt. Er hat von ihm gesprochen als &ahxfjLovg zoig d^eoTg
TLaraaxevd^cjv und aurJTiTQOv rqj JlL So hat er gewisser-
massen die nun folgende Scene, in welcher wir den Gott als
Xakx.tig tatig sehen, geschickt vorbereitet. Der Begriff der
TaxvTT^gf den B da hineinträgt, ist also gewiss der ursprüng-
lichen Fassung dieses Scholions fremd und an sich auch all-
gemein und nichtssagend.
Agamemnon spricht J 236
aXV oXnsQ TtQOveQOi iniq OQxia dtjXrioavTO
Twv Tirol avtaiv TeQBva xQOCc yvneg kdovrai.
Dies wird in folgenden 2 Scholien erläutert :
B V
x«£ o^rot (nämlich die Grie- xat ovroi yoQ naqa xovg Sa-
chen) Tcaqd Tovg OQx.ovg not- %ovg noiovöiVy ixelvoi de rjQ-
ovGiVy oci TTQCTBQOi Tfjg ^fxxtjg ^ov : —
Der Hauptbegriff, worauf hier Alles ankommt, ist in B
ganz übersehen, nämlich das ttqot bqoi oqyua drjXtjaccvro,
Agamemnon, meint V, sagt 7Cq6t€qoi, weil er sich bewusst
ist , dass auch die Griechen gegen die o^oi handeln ; aber
so kann er nur sprechen, weil die Trojaner als nqoTeQOi —
nämlich durch den Schuss des Pandarus — sich desselben
Vergehens schuldig gemacht. Darum kann man hier unmög-
lich das i'A.eivoi äi i^Q^av missen.
- 101 —
Bei einer zukünftigen Herausgabe dieser Scholien wird
man aber nicht bloss mit scharfem kritischen Auge die
ganze Fassung einzelner Scholien zu prüfen haben, wie wir
dies soeben gezeigt, sondern ein gewissenhafter Herausgeber
wird sein ganz besonderes Augenmerk auch darauf richten
müssen — es ist ja dies die schönste Arbeit der Kritik —
welche von 2 verschiedenen Varianten den Vorzug verdient,
welche zu wählen und welche zu verwerfen ist. Es ist das
freilich eine mühsame und beschwerliche Arbeit, aber un-
erlässlich für den, dem es darum zu tun ast, dass diese
Scholien, die ja durch die Unbilden des oder der Schreiber
soviel gelitten, ihrer ursprünglichen Gestalt so nahe als mög-
lich gebracht werden. Ich will dies hier an einem Bei-
spiele zu zeigen versuchen.
4^ 413 spricht Diomedes zu Sthenelos
ov yoQ syw vefjieaa) l^yafxi/jvovi Ttoifjivi Xaaiv
OTQvvovTi ^axeod-M evxvqfiidag l4xctiovq.
Dazu bemerkt B unter anderm : vofjio&eTel 6i ndiov del
Tov aqxovta neqi roig aQxofxevovg slvai xai fiaXlov hiaiyei
wq avTov nat T^g qid-OQag xat TYJg awrrjQiag rä Tikrj äva-
Ueberliest man die Worte des homerischen Textes, so
findet man daselbst nicht im mindesten Veranlassung zu
einer Bemerkung, wie wir sie hier lesen: rcöiov del xov ccq^
Xovra neQi Tovg agxofievovg eivai und wenn wir dann im
Folgenden lesen zrig cp-d-o^g xat T^g awrrjQiag ra tUtj dva-
Xafdßdvea&ai ^eXlovzog, so begreift man noch viel weniger,
wie hier von den Pflichten des aqxo^v gegen die ccQxofievot
die Rede sein kann. Alles ist richtig und klar in V :
TOVT(if fjLBv ydq %vöogi vofxo&erei nolov del
elvai TTQog rovg aQxovzag, cog aal rrjg q)&OQag
nat r^g aiortjQiag /xiXkovvag alxiav exeiv : —
— 102 —
Ueberhaupt dürfte es sich bei der Kritik dieses Scholiasten
als ein Hauptgesichtspunkt empfehlen, darauf zu achten, wie
bei dem bekannten Abkürzungssystem unseres librarius oft
blasse, nichtssagende und falsche Allgemeinheiten die guten
Ausführungen seiner Vorlage verdrängt haben. Ich will das
an einigen Beispielen erläutern.
Was soll man sich denken unter dem Schol. zu T 282
wo B unter anderm bemerkt : iv&ade fiovov avxijv nal sv
T^ u4 liya^i^vcjv e^ ovo^aTog TtaQeXaßev ? Was
sollen die Worte sagen xat bv z^ u4 . . . . TvagiXaßev? V
hat diesen Zusatz wieder nicht, bietet dafür aber: sv^dde
fiovov amrjv naqeXaßev {Xtyovaav'i) dg xat Ooivixa iv
T j / : — d.h. nur hier hat der Dichter einmal die Briseis
redend eingeführt, wie den Phoenix in /.
Wir sind ja bekannt mit dem allgemeinen imd vagen
Gerede dieses Schreibers und erkennen es aijch wieder T 175^
wo Odysseus den Agamemnon auffordert zum Schwur:
0fiW€T(o de roi oqxov iv liQyeioiöiv dvaaTag,
fxrl/toTe Trig evvrjg BTtißri^Bvat rjde fxiyfjvai'
Unsere Scholiasten wissen mm ein Langes und Breites
darüber zu reden, warum diese Aufforderung nur passend sei
im Munde des Odysseus und B sagt da unter anderm : axgcog
ovv 6 öialXai^Tr^g t6 na^ dfiq)OTiQwv aiionijd^ev e^ekiyxu.
blcog Tieioai top l^xilXia OTtovöd^wv dnod^iai^ai xrjv TTQog
lAyaiiB^vova fi^viv. fxifivijzai ydq cov Tiaqd rriv nqeaßBiav
eleye „rg rtaqiavwv TBQTtia&cj^^ (/ 336). V bietet dafür :
ay^Qiog ovv ö diaiXcenTrig to Ttaq* dfiq)OTBQ(ov aiWTtrjd^ev i^e-
XeyxBts Tiat dtd tüv oqtccjv (cod. onhov) neloai top
uixikkia OTvovdd^tov, fiifivrjrai ydq lov naqa ttjv nqeaßeiav
j, reqnia&u) : — Dadurch wird doch Alles klar:
— 103 —
Die ßede des Odysseus hat keinen Eindruck auf den Achil-
leus gemacht: das bezeugen die Worte desselben v 336 Tjj
TtaQiavcjv zEQTtio&ia. Darum will er jetzt den Peliden xai
dia twv OQuiüv von der Wahrheit derselben überzeugen und
zwar aus dem Munde des Agamemnon selbst. Dies imd nur
dies] konnte imd wollte der Schol. sagen. Ganz unsinnig
ist daher auch der Zusatz, den wir in B lesen ano&ia&ai
rrjv TüQog ^4ya^efxvova f^rjviv. Davon kann doch in diesem
Zusammenhange keine B^de sein.
P 4 wird von dem die Leiche des Patroclus verteidigen-
den Menelaos gesagt
dfig)l d'a^' avT(^ ßatv^ dig Tig rcegi noqfcayLi /uijtij^.
Dazu bemerkt B: tov ^Yavra leovri eixd^ei did z6 naQ-
TEQOv xai laxvQOVy Tov^Oövaaia nvvt dta %6 TUftei-
voTBQOv fiivy Oßiog de ^agaaliovy vor de Mevilaov
övfXTta&sl ixev ^tiqfy ov fXT^v ßiai(^ . . : — Die hier durch-
schossen gedruckten Worte fehlen im V, der aber dafür
etwas anderes bietet: tov ^lavxa liovxi u'^.ctCßt „(^ ^a ve
vrjni^ ayovTt^^ (v 134), tov ^Oävaaia r^g taTteivoiaewg
XctQiv rijg ts (sie?) ^vvi yfCcvÖQ^ dyvoii^aaa^ vXdei^^ {v 15).
Prüfen wir nun einmal die beiden Fassungen : Ich denke
ein Erklärer, der zuerst die Worte äg rig Tteqi Ttogfcomi
(JLrjfvriQ hier erläutern wollte, zog doch wohl die beiden andern
Gleichnisse nur desswegen heran, weil eben in ihnen auch
die Jungen, flir die die Mutter kämpft, erwähnt werden, wie
hier in dem vorliegenden Gleichnisse. Das wird er denn auch
zuerst und deutlich hervorgehoben haben, wie es zum Teil
in V geschieht. Die Hauptsache also — das Tertium, dass
die Löwin , wie die Hündin , um ihre Jungen bangt äg xig
7C€Qi TcoQTa'M fit^TrjQ und wesswegen die Gleichnisse heran-
gezogen wurden, ist durch die Lesart in B did to xoq-
TBQov xai TO laxvQOv und äid to TajtetvoreQOv ^ev Of^wg de
•^aqaakiov verdunkelt. Weil ich nun weiss, dass es unser
— 104 —
librarius mit Citaten nicht genau nimmt, dieselben entweder
ganz weglässt oder je nach Bedürfiiiss umändert, muss ich
der Fassung in V den Vorzug geben und sie für die ur-
sprüngliche halten.
r 448 heisst es von Paris und Helena
Ttj fiev ag' SV TQtjrolai naTevvaad-ev Xexeeoaiv,
B bemerkt dazu : iTct (jlsp Tuiv d^ioxQeiov yd/iwv evvrjv xai
q)tlatr]7;a ovofici^eif erci de IlrjvsXoTtrjg nat ixXeov tl ,,A€X-
TQolo TtahxLOv &ea(x6v'' (ip 296) , stii de tcjv naqavoiKav
f.i6vr]v ^T^iv aal noiTrjv : —
Man sieht sich bei dem Dichter vergeblich in Betreff
der ycfioi Ttaqavofxoi nach der filzig und Y.oiTri um ! Sie
existiren nur im Kopfe unseres Schreibers. V liest da : int de
TtaqavofjLWv naQiaai ry (an rj ?) nQuirov efitayov ro naqoid-ev.
Wenn wir das richtig zu emendiren verstehen, so haben wir
wohl auch hier wieder die ursprüngliche Fassung. Es sind
wieder 2 Citate: für naqiaai ist y^nagiavcov^^ zu lesen (/ 336),
die andere Stelle bezieht sich auf v 7 at fi.vriatiiQaiv if^ia-
yiaKOVTo TtaQog tvbq (TtaQoid-ev), So spricht der Dichter
von den ydfiOL TtaqavofjLOi,
Von dem getöteten Lykaon sagt Achilleus (Z> 123
oide OB f-iijtifjQ
ev d-sfjievr] XexEeaai yorjaerai.
B bemerkt dazu: iTtet TtoXkd Tcegl Trjg ^rjTQog nqovßdXeto
sxelvog^ ort wqala ycat nXovaia t]Vj ovrog äarceq vneQ-
ef47ii7tXd(.ievog rrig elg rovg noXe^iovg xoXdaewgy g)rjaiv ori
ovde eTLclvr] ool iTtixdQijoeTai^ olovei naxeivrjv TifiwQovfievog
ät' avTOv : — Man sieht sich in der vorausgehenden Rede
des Lykaon vergeblich nach den der Mutter hier beigelegten
Prädicaten wQaia und nXovaia um : das erstere wäre geradezu
abgeschmackt in dem Munde des Sohnes. V hat da folgen-
des Scholion :
— 105 —
ircet TtoHa TtBqt ir% fxrjTQog TVQOvßdXezo „f^ivw-
d-dötov di (iB (irjxrjQ^^ (v 84) „T^g äs övw
yevof^eod-a^^ (v 89), äajtBQ VTveQe/^THTtXdiievog r^g
naxd TÜv TtoXefiitov noXdaecog tovto q^r^atv : —
So sind also die 2 ursprünglichen CÜtate in falscher und
verkehrter Weise umgeändert worden.
T 377:
Tovg d'ovx i&iXovtag aeilai
novTOv g/r' Ixdvo&rca q)iXü)v ancLvevd-e q>iQOvatv
erläutert V: ovyL icovraLj q>ijaiVf VTto Tuh nvoüv TrXrjaidaai
^B yi* ^5 ^^* ^^' ^Odvaaecog : — Für das letztere
(og — ^Oätooiiog ist in B die Allgemeinheit eingetreten:
dW anovreg Ttslayi^ovrai.
2 505
ffxrinTQa de htjqvkcov ev x^Q^' ^X^^ rje^qxavwv
V: avfiTtequq^eqov xd aniiTtTQa voig Xeyofiivoig , cog xai ol
örjf^rjyoQovvTeg ' o&et^ nat ^Odvaaevg i'do^ev dfiad'rig elvatf
Ott TO aurlTtTQov ov% ivwfxa {T 218) : — Wer gibt
dem Schreiber von B ein Recht für die hier durchschossen
gedruckten Worte zu sagen : fiij %iv(av vnd navovqyiag x6
axfjTTTQov und dem Odysseus die navovqyia zuzusprechen?
*F 305 heisst es von Nestor, der zu seinem Sohne An-
tilochus spricht
naxi]q de 6i dyyi TCaqaoxdg
fivd-eiT^ elg dya&d q)QOve(üv voiovTi ycal avriT),
B bemerkt dazu : enl ro ayad'ov avxov acoq)QOvl^o)v xat e/u-
ßißa^fjüv elg xi^v vUtjv xal Tteql iTiTtixrlg öidday.(ov: —
V bietet nun die Worte xai — diödayciov nicht, sondern
hat dafür : xaAwg de TrQoöiddaxei 7iaQd (leg. Ttegi) r^g ^tt-
/rtxi^ff, ev oato MrjQiovrjg evTQerti^etaL (vgl. v 351) : —
— 106 —
W 14
liexä de aq^i &eTig yoov Xfxtqov wQoev
erläutert B : Idaaro ro änQeneg xov xXaieiv ivo/rXovg OTQa^
ricirag Sia Tijg QsTidog, nai riQ^e f^ev t^q olficjyrjg y^xik--
Xevg , Ol de awip^w^av waneq evöSaifiov Xaßovreg Tcaigov
V7t^ avTOv %al tvqotbqov ^t] xXavaavreg : — Die
durchschossen gedruckten Worte fehlen wieder in V, wo ge-
lesen wird : üoneq evdoaifxov hxßovrsg vn^ lixilXetag : —
und mit Recht. Das Wort evööai^ov zu dem man fieXog
oder Y.QOva(xa ergänzt imd welches das Vorspiel bedeutet —
fiQXB S* lixiXkevg v 12 — hat der Schreiber nicht verstanden
imd nun sich höchst unglücklich mit der Einsetzung von
xaiQOv geholfen.
<Z> 27 heisst es von Achilleus
^lüovg ex Ttoxaiidio dvwdeyca ke^axo xovQOvg.
Das erläutert V unter andern auch mit folgenden Worten:
fjieyaXrjv de Ttjv i/ceQOxtjv nai did tovtov Ttaqlatriaiv j eTti"
Xe^aa&ai avrov rovg alxficthjjtovg Keywv diovg xat oaovg
ißovXero, eiva aal tovrovg avvdrlaat äoTCeq dvöqanoda Ttqo-
Teivovrag zag x^^Q^S • — Dazu lesen wir in B noch den
Zusatz : toLwv avwTtovqyovv avT(p oi etaiqoi iv TovTOtg
TtaoL TO de oXov 'qv avxov. Aber das schlägt ja doch dem
Vorausgehenden geradezu ins Gesicht! Man findet auch in
den Worten des Textes dazu nicht die mindeste Veranlassung !
Auf 32 und 33 bezogen sind die Worte auch nicht richtig !
Hin und wieder wird man geradezu an christliche An-
schauungen erinnert, die dann auf Rechnung unseres librarius
zu setzen wären. So fehlt zu dem v ^772
yvla d^ed^rpiev ehxfpqa^ nodag xal x^^^Q VTveQ&ev
in V der Zusatz : i] deUvvaiv on roig ix i/^i;x^g atTOvai t6
d-eiov xat vnkq o alrovvTai didotai : —
— 107 —
Noch mehr aber in dem Scholion zu E 127
dxXvv d^av rot UTt* 6q>&aXfjLiav ekov^ ^ Trqlv s/rrjev
wo V bemerkt: TtaidevTintig edoy^aTiaev ä^Xiv iumeyivö^ai
Toig dvd-Qcinoig y otcioq del doKolfiev fj^lv Ttagearcvai ra
^eiov : — Das letztere ist nun in B also gegeben : ortcjg det
öoycoifiev iqfiiv TtaqeoTavai xov d'dvarov xal to d^eiov
evxoifie^a : — Aber zu einer solchen Erklärung fordern
doch am allerwenigsten die Worte des homerischen Textes
heraus.
Mehrfach habe ich auch den Fall beobachtet, dass in
V Worterklärungen kürzer gefasst sind, wie in B. Ich ver-
weise da nur auf einige Scholien. Die durchschossen ge-
druckten Worte fehlen in V:
r* 235 : dvTi xov yiyv(aG%u} xai fxvS-ovixai : —
E 512 : %ov neKviawfiivov xal XeliTvaa/xivov : —
E 670: ovvBTid&rjae, iprjalj nat awi^Xyriae Tip
v&iQ(p : —
V 37: avy:i€xvfji€vov xat Xvtvov fievov : —
V 48 : anQiog did xov Ttei&d/^e&a xo jtQog ßiay
xal TtaQo x6 deov dtjXol : —
V 234: xüv ydq Xvnovfiivwv eTttnoXaiog nat ev-
didXvxog 6 VTCvog : —
^F 466 : dnexvxe, q)r]otf xov sXi^at aal avoxQe-
xpai xovg %7V7tovg : —
^ 483 : TLaxoXoye^ xaxd ertiXoyi^o^eve : —
^ 486: f^dqxvgay avvd'rjxoqwXaxa : —
V 583: XeTtxrjVy iftifdi^xi^, ^^P'*^^^'^^*' • —
V 695: V 6 flog ydq iaxt nat e&og axQi xat vvv
xo //i] Tteoovxa TtXrjaaeiv : — (V : xal axQi
vvv xo e&og . • .)
X 504 : Travxodancüv XQoqxSv xal ideaiidxcov : —
V: ridvofidxwv.
— 108 —
O 380: auXrjQiog TVTtxeiv %al ßloTCT eiv : —
O 473: iiixox&ov aal aXvTiov : —
Y 157: €KQadalveTOf iaeieto, €ifj6q)ei : —
Y 183 : xovcpog aal davverog tj^v cpqeva : —
Aber prüfimgslos darf man dergleichen nicht in eine
Sammlung aufiiehmen. Entschieden falsch sind die Worte
z. B. 2 1.
In diesem Scholion liest B unter Anderm : nat yaq xriv
(JLCLXTjv xavaTSiQccv Xiyet aal efinvQOv. Aber wo spricht
Homer von einer /ua^'? s^^wqoq? Dieses Wort fehlt daher
ganz richtig in V und för navaveiQav hat er navareigi^v.
Es sind mir ferner auch mehrfach Zusätze in B aufge-
stossen, die man als selbstverständlich und nichtssagend sehr
leicht entbehren kann. F 165 :
di ^01 iqxoQfirjaav noXefiov noXvdanQw l/ixaiüv
B: ef.iq)aPTi:iCüg ano xüv d-rjQevTiKciv nvvaiv q)r^al ro Bffdq"
fATjaav, d^Xov d'^oxi xovg ''EXXr]v6g q)rjaiv : — die
Worte dijXov d'ort — q)r^aiv — fehlen in V und wer ent-
behrt nicht leicht einen solchen Zusatz ? So auch J? 55 :
da&evi^g ydq ij ßoXfi Tlavddqovj ijv sßXr^&t] Mevehxog : —
^v ißXfj&ri MeviXaog ist doch überflüssige Weisheit. ^218
fehlen in V die Worte: eldcig ndaoe, r^TOi eudi^f^iov oiv.
Das Wort evdruicov konnte ich nirgends finden.
Ganz beiremdlich klingt der Zusatz zu dem Schol. J
117: fieXaivdiüv de otl ixeXaivovxat aX adqKeg tüv cx ttc-
(paQficcKevfiivwv ßXri&ivTiov oCatwv wg ro „^eXaivero 6i xQocc
TcaXov^^ {E 354) : — Wie kann bei Homer von 7teq>aq^a-
TtevfAevoi oiaioi die Rede sein ?
Beachtung verdienen auch die Zusätze, welche in B an
die Stelle von lemmata getreten zu sein scheinen. So lesen
wir in V die folgenden Schollen:
— 109 —
E 511: ij yoQ ^a niXev /1 avaoiatv aQrjywv:
ni&avwg xovro , %va /iij TrQokdßfj iy d'eO'
fiaxict : — Dafür bietet B: md'avüg avToi
Ttjg ddixiag nQoaQxovaiv, IVa . . . . : —
K 272: deivola^v: l'ocog did Tr]v ycavdTtXr^^iv rrjg
fVQogdoxwiJevrjg äi* avTwv Xad-gaiag nqd-
^ecog : — Dazu fügt B noch ti^v deivoTTjTa
röig OTtloig jiQogrjilfev : —
K 360: 10 g d^ove ytaQxccQodovTe: did t6 dyQev-
TVKOVy 7t Qiiiriv äi kiovai did t6 evazad^iq : —
Das giebt B: vvv fjiv xvalv avxovg ely(.aC^Bi
did ro dyQBvTiytov . . : —
K 428: TtQog ^ev dXog Kogeg: Ttqog avynQiaiv
rrjg Qvfißgrjg , . : — Da setzt B noch hinzu
TTQogzi&eiTai rd dXog.
K 560: 7t dvTag dqiax ovg\ ov ydq av ovvenoi-
fiüvto Ti^) ßaaiXei : — Dafür B : ov ydg av
avvey,oif,UüvTO t(^ ßaaikeiy el fii^ agiatoi eriy-
Xavov : —
Es ist sehr schwer über solche ausserordentlich häufig
sich wiederholende Fälle endgiltig zu entscheiden. Doch
sehe ich da nur 2 Möglichkeiten gegeben : entweder standen
diese Zusätze schon in der ältesten Vorlage dieser Schollen
und wurden sobald man die Scholien an den Rand einer
Handschrift mit eigenen lemmata herüberschrieb weggelassen
oder sie wurden später von einem Schreiber, der keine lem-
mata setzte und den Bezug der Scholien durch Buchstaben
andeutete, auf eigene Faust hinzugesetzt.
Zu der letzteren Annahme wird man gedrängt, wenn
man die SchoUen zu ^ 293 vergleicht.
%(^ d^ag* ht* lixQBiörjg wqto ^av&og MeviXaog
wird in V erläutert: wqto ^av&og Mevilaog: eig ti-
firlv ^x^^^Q* ixTOTtog di riv r^aacof^evog 6 ^yafAifxvcov. to
— 110 —
de fjLrjöiTBQOv Toiv ßaoiXiiov dyojviaaod'ai aitQeneg : — bei
Villoison und Dindorf lesen wir das Seh. von B also : eiq
TifXT^v i/x*AÄ6£t>g hl ßaaiXelg äyiovl^ovtai. axonov de ijy, et
Aus der Fassung beider Scholien ergiebt sich klar, dass
die Worte ol ßaoiXetq äytovi^ovTai falsch sind. Es kann
hier nur die Rede sein von Menelaos und das ist auch in V
durch das lemma deutlich genug angedeutet. Nun ist es
nicht unwahrscheinlich, dass B ein Scholion mit demselben
oder ähnlichem lemma vorlag: dieses liess derselbe dann weg
und machte den falschen Zusatz, wenn nicht etwa in der
Hdschr. 6 ßaaiXevg ayiovi^erai steht, oder man es vorzieht,
Oi ßaaileig dycovi^owat zu lesen, weil das eine Pferd des
Agamemnon sich am Wettkampf beteiligt. *)
Nur in verhältnissmässig wenigen Fällen erfahren die
scholia Victoriana eine Bereicherung durch die Scholien des
Venetus B : aber dass man diese Zusätze der Handschrift
nicht alle prüfungslos annehmen darf, glaube ich an einer
Beihe von Scholien im Obigen gezeigt zu haben. Die Kritik
sieht sich hier noch eine schöne imd lohnende Aufgabe ge-
stellt, auf die wir um so weniger verzichten dürfen, als wir
durchaus nicht das Heil einer neuen Scholienausgabe in dem
*) Darüber zu entscheiden ist um so schwieriger, weil die Frage,
ob der Victorianus eine Abschrift des Townleanus ist, für mich noch
eine offene ist. Mit dem bis jetzt vorliegenden Material lässt sich
durchaus nicht mit der wünschenswerten Sicherheit in der Frage ur-
teilen. So sind mir mehrfach in V lemmata aufgestossen , die nicht
aus dem Texte des Townleanus stammen können, weil er verschieden
ist, und auch nicht aus den vor den Scholien stehenden lemmata der-
selben Handschrift, weil, wie uns versichert wird, in jenem Codex
vor den Scholien keine lemmata stehen.
Man wird also vorerst ruhig abwarten müssen, bis Dindorf uns
jene wichtige Handschrift, hoffentlich mit der nötigen Genauigkeit,
Vol. V u. VI bieten wird.
— 111 —
blossen Abdrucke von Scholienhandschriften erblicken können.
Allerdings ist dieser Modus für einen Herausgeber bequemer
und leichter, als das in den verschiedenen Handschriften vor-
liegende Material genau und gewissenhaft zu prüfen und
darnach bestinmit und scharf sich über den Wert oder Un-
wert der einzelnen Codices auszusprechen. Das ist nun hier
zum ersten Male versucht worden und zwar an einer Hand-
schrift, die bisher in den Augen der gelehrten Welt für die
exegetischen Scholien der Dias unbestritten die erste Stelle
«innahm und demgemäss auch von Dindorf behandelt wurde.
In wie weit es mir gelungen, mit den ehrlichen WaflFen
gewissenhafter Kritik dieselbe aus dem angemassten Platze
zu verdrangen, vermag ich nicht zu beurteilen. Mag man
immerhin über Einzelnheiten streiten, allmählig wird und
muss man sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass die
exegetischen Scholien der Hias in der Venediger Handschrift
alle jene Veränderungen erfahren haben, die wir im Obigen
angeführt.
Den Scholien der ursprünglichen Vorlage steht der
Victorianus entschieden näher, als der Venetus B und die
mit ihm verwandten Codices. Diese ursprüngliche Vorlage
hat, um am Schlüsse die Resultate unserer Untersuchung zu-
sanunenzufassen, nun in B folgende Veränderungen erfahren.
1) Die Scholien wurden am Anfang, in der
Mitte, am häufigsten aber am Schlüsse
durch Hinweglassung von Varianten,
Citaten, Erklärungen und Bemerkungen
verkürzt.
2) Viele nicht zusammengehörende Scholien
wurden oft auf ganz ungeschickte Weise
miteinander verbunden und dadurch ent-
weder total unverständlich oder ihrer
ursprünglichen Beziehungen entkleidet.
- 112 —
3) Sowohl dadurch, wie durch willkürliche
Interpolation, ungeschickte ümredi-
girung wurde der ursprüngliche Text
der Scholien vielfach alterirt.
In letzterer Beziehung wird man sich immer folgende
Fälle klar vor Augen halten müssen:
a) Bei der Verkürzung dieser Scholien wur-
den vielfach die ursprünglichen Worte
der Vorlage in falscher und verkehrter
Weise umgeändert oder durch platte All-
gemeinheiten verdrängt.
b) Um die Verbindung der Scholien zu be-
werkstelligen, sah sich der Schreiber
genötigt, entweder fremde und unge-
hörige Worte einzusetzen oder signi-
ficante, die seine Verkleisterung hät-
ten stören können, hinwegzulassen.
c) Die ursprünglichen Worte der Vorlage,
die der Schreiber nicht verstand, sind
durch Interpolationen entstellt und ver-
drängt worden.
d) Die richtigen Worte seiner Vorlage sind
von ihm in verkehrter Weise umredigirt
worden.
Damit ist freilich das Sündenregister dieses librarius
noch nicht vollständig: aber nach diesen 4 Gesichtspunkten
wird man bei der Kritik dieser Scholien verfahren müssen
und die Mehrzahl der Fehler lässt sich leicht und überzeugend
darnach erklären.
Da stehe ich nun freilich in Widerspruch mit Dindorf 's
festem und bestimmtem Urteil (Vol. III. Praefat. pag. IX.) :
9 Interim ego idem, quod in scholüs codicis Veneti A sepa-
ratim editis consilium secutus curavi, ut alterius quoque
V •
— 113 —
codicum generis exemplum primarium, quod praebet
codex Venetus B, quam punssimum neque ex aliis co-
dicibus interpolatum exhiberem, quibus ita tantum
usus sum, ut ex iis librariorum in codice Veneto errores, qui
nee multi nee graves sunt, corrigerem.'*
^Errores, qui nee multi nee graves sunt." — Auf jeder
Seite kann man ja die schlagendsten Beweise vom Gegenteil
finden und ich glaube, dass sich auch Dindorf in der Be-
ziehung keiner Täuschung mehr hingeben wird. Ist er ja
doch zum Teil durch das bisher allgemein geltende Urteil
entschuldigt und bin ich ihm ja ausserdem zu Dank ver-
pflichtet, dass er mir durch die Vorführung dieses exemplum
primarium, das er uns quam purissimum gegeben, die Mög-
lichkeit verschafft; hat, ihn erst auf die vielen und schweren
Fehler jener Handschrift aufinerksam zu machen ; denn dass
Dindorf nun alle die guten Zusätze imd Bemerkungen des
Townleanus und Victorianus für interpolata halten und dem-
gemäss die Auctorität des Venetus B noch hochhalten wird,
das glaube ich denn doch nicht annehmen zu dürfen. Es
wäre dies ja geradezu die Verkehrung des Standpunktes, wie
wir nach Allem ihn uns denken müssen. Man lasse sich da
ja nicht täuschen durch das angeblich so bestimmt fixirte
und feststehende Alter der Handschriften ! Wir müssen uns
die Sache doch vielmehr so denken:
1) Die wörtliche Uebereinstimmung vieler
Scholien in beiden Handschriften weist
auf eine und dieselbe Vorlage hin.
2) Diese Vorlage. enthielt ausser den exe-
getischen Scholien auch Varianten zu
dem Texte und Auszüge aus den Werken
der Aristarcheer. Davon hat uns V mehr
erhalten als B, der dieselben nur hin
und wieder berücksichtigt.
8
— 114 —
3) Diese ursprüngliche Vorlage ist in bes-
serer Gestalt erhalten in V als in B, wo
die Scholien aus Bedürfniss der Hand-
schrift oder aus irgend einem andern
Grunde Verkürzung, Cont aminirung und
zum Teil auch Umredigirung erfahren
haben; denn es ist undenkbar, dass der
librarius des Townleanus oder Victorianus
von sich aus alle jene Varianten, Citate
etc., die in B fehlen, erfunden habe.
4) Nur vielleicht zu manchen geographi-
schen Mitteilungen, die in B fehlen, be-
nützte der V. eine Quelle, die B nicht
hatte.
5) Für die Scholien des Porphyrius, die
ausführlich von zweiter Hand an den
Rand des Codex geschrieben sind, ist der
Venetus B die wichtigste, ja vielleicht
die Haupthandschrift.
Ganz gleichgiltig für die Sache ist es, ob die in der
Untersuchung berührten Fehler nun gerade von dem librarius
des Venet. B ausgegangen sind. Ich musste mich natürlich
an ihn halten , einmal , weil diese Handschrift bisher als
die beste galt und weil die Heranziehung anderer Codices
bei der ünzuverlässigkeit der Collationen oder dem gänz-
lichen Mangel derselben nicht möglich war ; dann werden
wir wohl auch überhaupt verzweifeln müssen, den Urvater
aller der gezeigten Fehler je aufzufinden. Darum musste ich
mich an den Venet. B halten, der bisher als der beste Reprä-
sentant der exegetischen Scholien der Ilias galt. Derselbe
steht nun weit unter seinem Ruf, ja er ist vielleicht noch
schlechter, als ich ihn zu machen versucht habe.
Allerdings muss ich der Kritik gegenüber meinen Stand-
— 115 —
punkt dahin fixiren, dass ich unter exegetischen Scholien der
Hias nur die verstehe, die wirklich eine Erklärung gehen
oder doch versuchen , dagegen alles allgemeine und vage
Gerede, das über eine ungeschickte Umschreibung dessen,
was im Buche steht, nicht hinauskommt, als ungehörig
zurückweise, mindestens für schlecht halte. Ich denke nun
freilich über diese exegetischen Scholien der Ilias nicht be-
sonders hoch — nur eine Seite derselben hatte immer meinen
Beifall — , aber andererseits urteile ich auch nicht so gering
über sie, dass ich mich mit dem reinen Nichts begnügen
könnte. Da weiss ich denn doch zu gut, dass das eben
nicht Scholien, nicht einmal schlechte sind, sondern müssige
Erfindungen unfähiger Schreiber, die mit den ursprünglichen
Scholien gar nichts zu tun haben. Damit hat man leider
bisher viel zu wenig gerechnet. Man wird femer auch
rechnen müssen mit den oflFenbaren Tatsachen, die eine Ver-
gleichung beider Handschriften lelirt : der Verkürzung und
Contaminirung und damit ist doch das sicherste Kriterium
gewonnen zur Beurteilung aller derjenigen Handschriften,
die dem Venet. B ähnlich oder verwandt sind. Und wenn
nun diese Untersuchung Einiges zur AufiSndung des richtigen
Weges, auf welchem wir endlich einmal zu einer guten und
brauchbaren Ausgabe dieser Scholien kommen, beigetragen
hat, so hat sie ihre Aufgabe vollständig erfüllt.
Register der behandelten Schollen.
Seite
Seite
i
Seite
Seite
B 225
69
J 319 —
19
10
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K 258
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^^yv
339 -
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r 6
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32
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— 93
83 —
6
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335
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151
151
158
164
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X X
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— 60
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201
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J 24
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27
— 98
108
— 17
19
19
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128
141
153 —
171 —
407 —
477 —
511 —
512
542 —
670 —
736 ~
778 —
803 —
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95
107
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30
30
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— 33
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— 25
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— 67
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Z 450
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— 32
228
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- 35
236
— 100
H 332 —
72
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—
26
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— 28
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— 18
433 —
62
257
—
45
524
— 10
J
— 317 —
Seite Seite Seite Seite
K 559 — 67 -T 410 — 15 ^' 10—18 ^ 466 — 107
560 — 109 505 — 105 14 — 106 468 — 30
567 — 29 21—24 483 — 107
r 21 — 15 24 — 27 485 — 27
N 367 — 46 ö^ — ^^ 30 — 37 486 — 107
274 — 48 91—80 33 — 33 . 502 - 12
473 - 76 175 - 102 37 _ ^^^ 523 __ ^3
48 — 107 537 — 38
S 487 - 5 282 - 102 53 __ ^g g^g _ 34
510- 98 284- 7 79-34 568- 27
P 4-103 lll " !i 90 - 34 583 - 107
21 —
15
89 —
15
91 —
80
175 —
102
208 —
65
282
102
284 —
7
288 —
81
325 —
66
377 —
105
33 —
82
84
83
157 —
108
180
88
183 —
108
332 —
86
24 _ 97 "*'' "" ^"^ 120 - 27 612 - 38
53-76 y 33- 82 ^^^ - ^^ ^^2- 13
146 — 77 84 — 83 ^^^ "" ^^ ^^^ ~ ^^
434- 25 li^7-10ft 173- 24 . 692- 29
184 — 24 695 — 107
1 — 108 133 __ 103 234 — 107 697 — 32
71 — 77 332 _ OQ • 243 — 27 720 — 38
82 — 78 248 — 23 743 — 13
110—7 4> 27 — 106 288 — 89 767 — 29
117—14 123 — 104 293 — 109 772 — 106
266 — 78 380 — 108 ^01 -^ 38 806 — 19
275 — 21 473 __ 108 304 — 34 840 — 95
307 — 79 305 — 105 885 — 35
312 — 80 X 452 — 84 336 — 38
372 — 99 489 — 84 452 — 23 ß 52 — 8
378 — 14 504 — 107 462 — 30
Akademische Buchdruckerei von F. Straub.
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